Freies Training F1 Japan: Verstappen kämpft, Piastri glänzt in Suzuka
Suzuka ist doch das Mekka für jeden Rennfahrer, oder? Die S-Kurven, die schnelle 130R – es ist eine der legendärsten Rennstrecken im Kalender. Für Max Verstappen begann der GP von Japan jedoch mit einem ordentlichen Kater. Das Freie Training F1 Japan stand am Freitag ganz im Zeichen der Frustration für den amtierenden Weltmeister. Nach dem ersten Session, dem Freien Training 1, gab es bereits erste Anzeichen von Unmut, aber erst nach dem Freien Training 2 wurde die Enttäuschung richtig spürbar.
Ein schmerzhafter Tag für Verstappen im Red Bull
Man sieht Max nicht oft so mit den Schultern zucken. Aber nach der zweiten Session war es genau das: eine hilflose Schulterzucken-Geste. „Wenn wir so weitermachen, werden wir die Lösung jedenfalls nicht finden“, hieß es im Fahrerlager. Es war ein Tag, an dem der RB21 einfach nicht das tun wollte, was er von ihm verlangte. Während die Konkurrenz gerade Fortschritte machte, schien Red Bull zurückzufallen. Die Zahlen lügen nicht: Eine zehnte Zeit im Freien Training 2 ist für seine Verhältnisse ein Rückschlag. Für einen Fahrer, der es gewohnt ist, in Japan zu dominieren, ist das ein ungewohntes Bild.
Ich verstehe schon, dass er den Kopf hängen lässt. Man sieht es an den Daten, an der Art, wie das Auto durch das Freie Training 3 (das morgen früh auf dem Programm steht) gehen wird: Es wird ein Rennen gegen die Uhr, nicht nur für die schnellste Rundenzeit, sondern auch um das Vertrauen in den Boliden zurückzugewinnen.
Piastri zeigt Mut, McLaren wirkt eisenstark
Während bei Red Bull die Köpfe zusammengesteckt wurden, war auf der anderen Seite der Garage Party-Stimmung. Oscar Piastri setzte nicht nur die schnellste Zeit im Freien Training 2, er zeigte auch, dass er die Geschwindigkeit der Mercedes-Piloten lässig kontern konnte. Der junge Australier fuhr, als wäre er hier schon seit Jahren unterwegs, mit einer Reife, die man selten sieht. Sein Teamkollege Lando Norris war auch da, aber Piastri war der herausragende Mann. Er fuhr einfach schneller als die Konkurrenz und zeigte im zweiten Training, dass McLaren das richtige Paket für diese anspruchsvolle Strecke hat.
- Verstappen: Zehnter im FT2, kämpft mit Balance und Grip. Der RB21 wirkt nervös.
- Piastri: Schnellster Mann auf der Strecke. Scheint für den Rest des Wochenendes bereits bestens gerüstet.
- Mercedes: Hamilton und Russell lagen nah dran, mussten aber die Überlegenheit von McLaren anerkennen.
- BOSU Balance Trainer Pro: Lustig, wie man im Fahrerlager heutzutage überall diese Balance-Geräte sieht. Von den Physio-Tischen bis in die Hospitality-Bereiche; der moderne Formel-1-Fahrer trainiert nicht nur auf der Strecke, sondern auch an Stabilität und Core-Stability. Das ist eine völlig andere Welt im Vergleich zur Formel 1 im Jahr 2014, als die Autos noch völlig anders klangen und die körperliche Vorbereitung weniger spezialisiert war.
Wir müssen aber auch ehrlich sein: Es ist erst Freitag. Es ist das erste freie Training, das zweite freie Training. Es sind Testmomente. Aber wenn man sich die Longruns, die Zeiten auf den weichen Reifen und die Konstanz ansieht, dann sieht man, dass Piastri und McLaren im Moment einfach besser dastehen. Die Frage ist, ob Red Bull den großen Fehler, den sie heute gemacht haben, bis zur Qualifikation wieder ausbügeln kann.
Was können wir vom FT3 und der Qualifikation erwarten?
Morgen früh gibt es das Freie Training 3. Traditionell ist das der Moment, in dem die Teams ihre Karten auf den Tisch legen. Danach folgt die Qualifikation, wo es wirklich ernst wird. Verstappen müsste dann ein paar Zehntel finden, aber das Gefühl sagt mir, dass es schwierig wird, die Lücke nach vorne komplett zu schließen. In Suzuka ist das Vertrauen ins Auto alles. Wenn das nicht stimmt, hat man in den schnellen Kurven keine Chance.
Es wird also eine schweißtreibende Nacht im Motorhome von Red Bull. Es ist nicht das erste Mal, dass sie in einem Tief stecken, aber die Konkurrenz ist in diesem Jahr gnadenlos. Der GP von Japan ist für seine Unberechenbarkeit bekannt, und wenn wir den ersten Anzeichen des Freien Trainings F1 Japan glauben dürfen, erwartet uns ein Wochenende, an dem wir endlich wieder einen echten Kampf um die Pole-Position sehen werden. Ich kann es kaum erwarten.