Torpey glänzt an ihrem Geburtstag: Matildas bezwingen China und buchen Finalticket für den Asiencup
Was für eine Nacht in Perth. Was für eine Leistung. Und was für eine Art, seinen 26. Geburtstag zu verbringen.
Die Matildas haben nach einem erbitterten, leidenschaftlichen und herrlich von Sam Kerr inspirierten 2:1-Sieg über den Titelverteidiger China den Einzug ins Finale der AFC Women's Asian Cup perfekt gemacht. Aber während Kerrs magischer Moment zu Recht die Schlagzeilen dominieren wird, wissen alle, die im ausverkauften Perth Stadium waren oder gebannt vor dem Bildschirm sassen, genau, wer das Ganze ins Rollen brachte. Nämlich eine gewisse Kaitlyn Torpey.
Vor etwas mehr als einem Jahr gab Torpey ihr Debüt als Matilda #227. Heute ist sie unverzichtbar. Nachdem sie aufgrund von Steph Catleys Gehirnerschütterung im letzten Gruppenspiel in die Mannschaft gekommen war, hat die Verteidigerin von Newcastle United die Position der linken Aussenverteidigerin zu ihrer eigenen gemacht. Selbst mit der fitten Catley, die gegen China in die Startelf zurückkehrte – und diesmal in der Innenverteidigung spielte – behielt Torpey ihren Platz. Und wie sie das Vertrauen zurückzahlte!
Es war nicht nur die Art, wie Torpey die chinesische Flügelspielerin Zhang Linyan kaltstellte. Es war die Art, wie sie defensive Stärke mit der offensiven Durchschlagskraft kombinierte, die diese Matildas-Mannschaft so gefährlich macht. Sie war eine konstante Anspielstation, verband das Spiel und startete gefährliche Läufe, die die chinesische Abwehr die ganze Nacht in Bedrängnis brachten.
Ihr entscheidender Moment kam aber kurz vor der ersten Stunde. Beim Stand von 1:1, als China mächtig Druck machte, zeigte Torpey eine Aktion voller Leidenschaft und Klasse. Sie grätschte, um einen losen Ball von der Gefahrenzone zu spitzeln, und lenkte ihn in derselben Bewegung perfekt in den Lauf von Kerr. Die Kapitänin erledigte den Rest, bediente Foord und zog dann diesen unglaublichen, platzierten Abschluss aus spitzem Winkel, den nur sie kann. "You Don't Know Us Like That" mag das Motto sein, aber wir beginnen zu lernen: Wenn es darauf ankommt, willst du Torpey an deiner Seite.
Die erste Halbzeit hatte alles zu bieten. Caitlin Foord, die diese Saison bei Arsenal Women in Topform ist, setzte ihr starkes Turnier mit einem coolen Abschluss in der 17. Minute fort. Nach einem brillanten Spielaufbau über Ellie Carpenter und Mary Fowler schob sie den Ball lässig ein. Gegen die Spielrichtung gab es dann aber eine kleine Missverständnissituation zwischen Clare Hunt und Mackenzie Arnold, die zu einem fragwürdigen Elfmeter für China führte, den Zhang Linyan zum Ausgleich verwandelte.
Es war ein hartes Stück Arbeit. Katrina Gorry war im Mittelfeld absolut überragend, kassierte dafür aber einiges ein. Besonders ein übler Tritt mit gestreckter Sohle von Wang Aifang in der ersten Halbzeit wurde irgendwie nur mit Gelb bestraft, aber er zeigte, auf welche körperliche Schlacht sich "Mini" einliess. Sie stand einfach immer wieder auf, eroberte immer wieder Bälle und trieb das Team immer wieder an. Das war Gorry in Bestform.
Der Abend gehörte auch einer wahren Legende des Spiels. Als Emily van Egmond tief in der Nachspielzeit aufs Feld kam, half sie nicht nur, den Sieg über die Zeit zu bringen – sie schrieb Geschichte. Mit ihrem 170. Einsatz überholte sie Clare Polkinghorne als Rekordnationalspielerin der Matildas. In einem Kader voller Talent und Erfahrung sagt diese Statistik alles über ihre Klasse und Beständigkeit aus.
Und vergessen wir nicht die willkommene Rückkehr von Cortnee Vine. Nachdem sie die Gruppenphase verletzungsbedingt verpasst hatte, sammelte Vine ihre ersten Minuten als Einwechselspielerin und brachte sofort dieses direkte, furchtlose Dribbling ins Spiel, das wir alle lieben. Die Jungs vom HeymIN-Podcast und die Under the Cosh-Redaktion reden seit Wochen über unsere Kaderbreite – und Nächte wie diese beweisen, dass das keine leeren Phrasen sind. Dieser Kader ist so tief besetzt, dass man zwei verschiedene Startformationen aufstellen könnte und immer noch einen Final erreichen würde.
Was steht also als Nächstes an? Ein Finaltermin am Samstagabend in Sydney gegen Japan oder Südkorea. Es geht um die Trophäe – und um das Ticket für die Weltmeisterschaft in Brasilien.
Bevor wir aufs Finale blicken, lasst uns einen Moment innehalten und würdigen, wie stark die Kadertiefe dieser Mannschaft ist. Hier sind ein paar Dinge, die uns im Spiel gegen China besonders aufgefallen sind:
- Das Aussenverteidiger-Duo: Carpenter war rechts eine Rakete, aber Torpeys Aufstieg beschert Montemurro ein echtes Luxusproblem (im besten Sinne). Dass Catley nach innen rücken kann, zeigt unsere taktische Flexibilität.
- Das Rückgrat: Gorry, die im Mittelfeld kämpft, Foord mit ihren Direktläufen (von denen Arsenal-Fans das ganze Jahr schwärmen) und Kerrs Genie. Wenn diese drei auf Betriebstemperatur sind, können wir jeden schlagen.
- Die Kaderbreite: Mit Vines Rückkehr und Spielerinnen wie Torpey, die sich in den Vordergrund drängen, ist es nicht nur eine Startelf – es ist ein ganzer Kader, der an sich glaubt. Man hört es in der Art, wie sie in Podcasts wie HeymIN und Under the Cosh sprechen – diese Gruppe ist enger zusammengeschweisst denn je.
Vergesst die Freundschaftsspiele und die Vorberichte – jetzt geht's ums Eingemachte. Die Spiele Matildas vs. Mexiko und Matildas vs. China in der Vorbereitung waren nur die Aufwärmrunden. Die Hauptattraktion hat begonnen. Und wenn Kaitlyn Torpey so aufspielt und Vine wieder im Rennen ist, wäre es kein Risiko, auf dieses Team zu setzen, das Ding durchzuziehen.