Iginio Massari: Vom Backofen ins Parfümerieregal – Die neue «Colomba» kommt jetzt als Spray
War bis gestern der Name Iginio Massari noch das Synonym für Mehl, Butter und jene perfekte Treibkraft, die Geschichte in der italienischen Konditorei geschrieben hat, wagt der Maestro heute einen Schritt, den nur wenige kommen sahen. Und das mit derselben Eleganz, mit der er eine Colomba Iginio Massari Alta Pasticceria verziert. Seit einigen Tagen ist der König des Panettone nun offiziell in der Welt der Parfümerie angekommen. Ja, Sie haben richtig gehört: Parfüm, das schmeckt ab heute nach Pistazie und Vanille.
Ich habe diesen Moment kommen sehen. Wer in der Welt der hohen Konditoreikunst zu Hause ist, weiss genau: Massari ist nicht nur ein Handwerker – er ist ein kulturelles Phänomen. Aber seine neueste Kreation, die seinen Namen trägt, isst man nicht, man sprüht sie auf. Die neue Linie «Dolci Rituali» ist die kühnste (und duftendste) Brücke zwischen Küche und Beauty. Und das ist kein einfaches Nebenprojekt, verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist eine komplette Kollektion, die darauf abzielt, Hautpflege in eine genussvolle Handlung zu verwandeln, ohne dabei jemals ins Banale abzurutschen.
In den letzten Stunden spricht man überall darüber, und das aus gutem Grund. Massari hat seinen Namen nicht einfach so hergegeben. Er hat mit einem starken Partner zusammengearbeitet, um genau jene Atmosphären neu zu erschaffen, die seine Hefegebäcke so ikonisch machen. Das Ergebnis? Eine Linie, die zumindest auf dem Papier verspricht, nicht das übliche, oberflächliche Marketing-Rad abzuspulen.
Der Duft des Sauerteigs
Wenn man über Iginio Massari spricht, ist jedes Detail eine Absichtserklärung. Die «Beauty Collection», die in diesen Wochen offiziell vorgestellt wurde, gliedert sich in drei olfaktorische Säulen, die für seine Anhänger so etwas wie ein genetischer Code sind:
- Die Bronte-Pistazie: nicht der übliche künstliche Duft, sondern eine Komposition, die auf die leichte Röstung abzielt, auf die trockene, erdige Note, die wir an seinen Cremes so lieben.
- Die Madagaskar-Vanille: die warme, umhüllende Essenz, die an die Zartheit eines frisch gebackenen Hefeteigs erinnert.
- Der klassische Panettone: Hier war die Herausforderung am grössten. Das komplexe Aroma von kandierten Zitrusfrüchten und Rosinen in einen Duft zu übersetzen, den man auf der Haut trägt. Den ersten Eindrücken nach scheint es gelungen zu sein, ohne aufdringlich zu wirken.
Und wer jetzt die Nase rümpft und an einen kurzlebigen Trend denkt, täte gut daran, sich zu erinnern, mit wem wir es hier zu tun haben. Das ist keine «Ich-mache-mal-Beauty-weil-es-gerade-in-ist»-Aktion. Massari betritt dieses Feld, wie er es mit einem neuen Rezept tun würde: mit dem Anspruch, die Messlatte höher zu legen. Die Produkte umfassen Körpercremes, Raumdüfte und sogar Duftwässer, die für den Moment des Bades oder die morgendliche Routine gedacht sind.
Wenn Konditorei zum Ritual wird
Ich muss ehrlich sein: Als ich die Nachricht zum ersten Mal las, dachte ich sofort an die vielen gescheiterten Crossovers zwischen Food und Mode, die nach ein oder zwei Saisons wieder in der Versenkung verschwinden. Aber hier ist der Kontext ein anderer. Massari versucht nicht, uns einen Duft zum Essen anzubieten, sondern will uns eine Erfahrung erleben lassen. Es ist die gleiche Logik, die er anwendet, wenn er die Rohstoffe für seine Colomba Iginio Massari Alta Pasticceria auswählt: Für Kompromisse ist kein Platz.
Unterdessen sprechen einige bereits von einer «Marketing-Aktion», und das ist es natürlich auch. Es wäre naiv, das Gegenteil zu behaupten. Aber der Unterschied liegt, wie so oft in solchen Fällen, in der Qualität. Und wenn es eines gibt, was uns dieser Herr aus Brescia in Jahrzehnten seiner Karriere gelehrt hat, dann, dass er nie seinen Namen auf etwas setzt, das nicht seiner Vorstellung von Perfektion entspricht. Das hat er mit seinen Backstuben bewiesen, mit seiner Beratungstätigkeit, und jetzt beweist er es mit Flakons.
Für uns, die wir in Italien leben und die Konditorei als eine Kunstform betrachten, ist es fast eine logische Konsequenz, wenn ein Meister wie Massari seine Kunst in den Dienst der Parfümerie stellt. Denn, wenn man darüber nachdenkt, ist die schönste Erinnerung an ein Fest oft ein Geruch: der Panettone, der im Ofen röstet, die Vanille, die sich aus der Creme löst, die abgeriebene Orangenschale. Diese Erinnerung gibt es jetzt in einer Flasche.
Die Linie ist bereits in ausgewählten Parfümerien erhältlich und, so meine Prognose, wird sie das meistdiskutierte Ostergeschenk des Jahres 2026 sein. Denn im Grunde hat Iginio Massari mal wieder das getan, was er am besten kann: eine Idee in ein Symbol verwandeln. Nur dass er diesmal statt einer Backform eine Flasche benutzt hat.