Vienna Bites: Wenn Blutsauger auf Wiener Küche treffen
Was ist los in Wien? Es geht nicht nur um die Vienna Open in der Tennishalle oder den BC GGMT Vienna, der sich fürs nächste Spiel bereitmacht. Nein, das Stadtgespräch dreht sich um etwas weitaus Herzhafteres – und Blutigeres. Mitten in all der kaiserlichen Pracht ist eine neue Food-Bewegung aufgetaucht, die die Wiener Küche in ein völlig neues Licht rückt. Nennen Sie es Performance, nennen Sie es Dinner. Ich nenne es Vienna Bites, und es ist genauso verrückt, wie es klingt.
Stellen Sie sich ein traditionelles Wiener Wirtshaus vor. Denken Sie an den Duft von Schnitzel und Erdäpfeln. Schliessen Sie jetzt die Augen und stellen Sie sich ein paar blasse, elegant gekleidete Gestalten mit Eckzähnen vor, die zwischen den Tischen umherschleichen. Das ist kein Theater – oder doch, irgendwie schon. Aber es ist vor allem ein Abendessen der besonderen Art. Hier trifft die Wiener Küche auf den Vampir, und das Ergebnis ist mehr als appetitlich.
Was landet denn nun auf dem Teller, wenn Blutsauger die Speisekarte bestimmen? Na, unter anderem:
- Tafelspitz in einer Roten-Rüben-Reduktion, die so dunkelrot ist, als käme sie direkt aus einer Ader.
- Wiener Schnitzel mit Preiselbeeren, die einen fast schwarzen, blutroten Farbton bekommen haben.
- Kaiserschmarrn serviert mit einem Himbeer-Granatapfel-Spiegel, der wie flüssige Rubine aussieht.
Und natürlich einen Signature-Drink aus Rotwein, Cassis-Likör und einem Hauch Knoblauch – sicher ist sicher.
Ein Biss im richtigen Moment
Das ist mehr als nur eine vorübergehende Modeerscheinung. Es ist ein Beweis dafür, dass Wien weiss, wie man mit seinem eigenen Erbe spielt. Innerhalb weniger Wochen hat sich Vienna Bites von einer Hinterzimmer-Idee zu einem Muss für alle entwickelt, die die Stadt von einer neuen Seite sehen wollen. Und klar, es ist humorvoll. Aber es ist auch eine Liebeserklärung an das Essen. Denn im Kern geht es um klassische Gerichte der Wiener Küche – nur serviert mit einer Prise schwarzem Humor und einem Hauch gotischer Ästhetik.
Natürlich wird in der Stadt wild spekuliert. Wird sich das Konzept halten? Können wir mit thematischen Vampir-Wochen in der ganzen Stadt rechnen? Oder ist das nur ein Blitz aus heiterem Himmel, der genauso schnell erlischt, wie er kam? Eines ist sicher: Gerade jetzt ist Wien der Ort, an dem man sein muss. Und wenn Sie Vienna Bites verpassen – ja, dann müssen Sie halt in den sauren Apfel beissen. Das Wortspiel war nicht beabsichtigt. Oder vielleicht doch.