Explosion vor der US-Botschaft in Oslo: «Die Menschen rannten in Panik»
Heute Nachmittag gab es im Zentrum von Oslo einen richtigen Knall. Direkt neben der amerikanischen Botschaft war ein gewaltiger Donner zu hören, kurz darauf stieg dunkler Rauch auf. Die Leute in der Gegend schienen in Panik zu geraten, und viele begannen, vom Ort wegzurennen. «Es war wie ein Bombeneinschlag, ich dachte zuerst, es wäre ein Scherz», sagt ein Augenzeuge, der auf dem Heimweg von der Arbeit war.
Polizei sperrt weiträumige Gebiete ab
Die Polizei in Oslo rückte mit einem Grossaufgebot aus und hat inzwischen mehrere Häuserblocks rund um die Botschaft abgeriegelt. Zur Ursache wollen sie sich vorläufig nicht äussern, aber sie bestätigen, dass es eine Explosion gegeben hat. Ein Helikopter kreist über der Stadt, und bis hinunter zum Oslofjord riecht man verbranntes Pulver. Boote, die am Kai lagen, wurden Zeugen der Druckwellen, die durch das Wasser gingen.
Verkehrschaos im Oslofjordtunnel
Infolge des Vorfalls wurde der Oslofjordtunnel für fast eine Stunde in beide Richtungen gesperrt. Autofahrer steckten im Stau fest, während die Rettungskräfte auf Hochtouren arbeiteten. «Ich sass im Tunnel und hörte gar nichts, aber als ich rauskam, war der ganze Himmel grau vor Rauch», erzählt ein Pendler. Der Tunnel ist jetzt wieder offen, aber die Polizei rät, das Gebiet zu meiden.
- Die Polizei hat die Lage im Griff, kennt die Ursache aber noch nicht.
- Mehrere Schulen und Kindergärten in der Nähe wurden evakuiert.
- Die OsloMet hat Studenten und Mitarbeiter gebeten, drinnen zu bleiben.
OsloMet im Bereitschaftsmodus
An der OsloMet – der Grossstadt-Universität – wurde der Unterricht für ein paar Stunden ausgesetzt. Die Studenten wurden gebeten, sich von den Fenstern fernzuhalten und die Anweisungen der Leitung zu verfolgen. Viele waren natürlich unruhig, und es kursierten Gerüchte, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte. Bisher deutet nichts darauf hin, aber die Polizei schliesst nichts aus.
– Das erinnert an Oslobođenje, aber auf die denkbar schlimmste Weise
Während wir hier stehen und dem sich lichtenden Rauch zusehen, kommt mir das Wort Oslobođenje in den Sinn – ein Ausdruck vom Balkan, der Befreiung bedeutet. Nicht gerade etwas, das wir hier in Oslo im Alltag verwenden, aber im Moment fühlt sich jeder Knall wie ein Angriff auf unsere Freiheit an. «Es ist, als ob wir daran erinnert werden, dass die Sicherheit, die wir für selbstverständlich halten, in einer Sekunde verschwinden kann», sagt eine ältere Dame, die in der Nachbarschaft wohnt.
Der Vorfall bei der amerikanischen Botschaft in Oslo hat tiefe Spuren hinterlassen. Obwohl weder von Verletzten noch von einer kriminellen Tat berichtet wird, ist die Stimmung in der Stadt gedrückt. Hoffen wir, dass dies nur ein Unfall war und dass der Oslofjord wieder ein Ort der Ruhe und Erholung werden kann, nicht der Angst. Bis auf weiteres gilt es, die Ratschläge der Behörden zu befolgen und aufeinander Acht zu geben.