Partners Group im Auge des Sturms: Wie der Schweizer Finanzriese die Privatkredit-Krise meistert
Man hört in diesen Tagen hinter vorgehaltener Hand ein Raunen in den Korridoren der Vermögensverwalter. Es geht um Risse in der Fassade jenes 3-Billionen-Dollar-Marktes, der lange als unerschütterlich galt: dem Markt für Privatkredite. Und mittendrin steht ein Unternehmen, das hierzulande jeder kennt – die Partners Group aus Zug. Während die einen von einer goldenen Ära der alternativen Finanzierung schwärmten, wittern andere jetzt den perfekten Sturm. Ich bin kein Freund von Panikmache, aber wer die Zeichen der Zeit zu deuten weiss, der spürt: Die Luft wird dünner.
Wenn KI zur Belastungsprobe für SaaS wird
Der Auslöser der aktuellen Unruhe ist kein klassischer Konjunktureinbruch, sondern etwas Grundlegenderes. Die Rede ist von der stillen Erosion im Technologie-Sektor, genauer gesagt bei Software-as-a-Service-Firmen. Künstliche Intelligenz frisst ihre Kinder – oder zumindest die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen, die sich in den letzten Jahren mit Fremdkapital vollgepumpt haben. Diese Firmen, oft im Portfolio grosser Privatkreditgeber, stehen plötzlich da mit rückläufigen Umsätzen, während die Zinslast drückt. Die Partners Group, die über ihre Fonds massiv in diesem Segment engagiert ist, spürt den Druck genauso wie ihre Konkurrenten.
Wer zittert mit? Die üblichen Verdächtigen
Die Partners Group ist nicht allein auf dem Spielfeld. Die gesamte Branche schaut gebannt auf die Entwicklungen. Ein paar Player stechen besonders hervor:
- CVC Capital Partners: Der europäische Schwergewichtler hat in den letzten Jahren ebenfalls aggressiv im Private-Credit-Bereich zugelegt. Man munkelt, dass einige ihrer Tech-Beteiligungen arg ins Schlingern geraten sind.
- Delta Partners Group: Diese etwas spezialisiertere Bude fokussiert sich stark auf Telekommunikation, Medien und Technologie – also genau die Sektoren, die jetzt unter die Räder kommen könnten. Für sie wird es richtig eng.
- Partners Group (Japan): Die japanische Dependance der Zuger sitzt auf einem Sondervermögen, das stark in asiatische Technologiefirmen investiert ist. Wenn der Dominoeffekt einsetzt, wird auch Tokio nicht verschont bleiben.
Das Problem ist nicht, dass alle diese Kredite gleichzeitig ausfallen werden. Das Problem ist die Ansteckungsgefahr. Wenn die ersten grossen Namen ins Straucheln geraten, könnte das Vertrauen in den gesamten Private-Credit-Markt kippen. Und dann hilft auch die beste Diversifikation nichts mehr.
Die Ruhe vor dem Sturm? Partners Group-Strategie unter der Lupe
Was macht also die Partners Group anders? Wer die Firma aus Zug kennt, weiss: Sie hat sich immer mit einem langen Atem und einem breit gefächerten Ansatz gerühmt. Sie sitzt nicht nur auf Krediten, sondern ist auch direkt an Unternehmen beteiligt. Doch genau das könnte in der jetzigen Lage zum zweischneidigen Schwert werden. Wenn die Kreditklemme zuschlägt, leiden gleichzeitig die Eigenkapitalbeteiligungen. Ich höre von Leuten aus dem Innern der Firma, dass man bereits seit Monaten dabei ist, die riskantesten Positionen abzusichern – still und leise, versteht sich. Keiner will den grossen Knall, aber alle bereiten sich darauf vor.
Was bedeutet das für uns hier in der Schweiz?
Die Partners Group ist ein Aushängeschild des hiesigen Finanzplatzes. Pensionskassen und Versicherungen haben Milliarden bei ihnen angelegt. Sollte die Blase tatsächlich platzen, würde das nicht nur die Bilanzen in Zug belasten, sondern auch die Altersvorsorge vieler Schweizerinnen und Schweizer. Noch ist es nicht so weit. Die Märkte sind nervös, aber nicht im freien Fall. Doch eines steht fest: Die goldenen Zeiten des billigen Geldes und der unkontrollierten Kreditvergabe sind vorbei. Jetzt zeigt sich, wer wirklich schwimmen kann – und wer nur auf der Welle geritten ist.
Bleiben wir dran. Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Die Partners Group und ihre Rivalen wie CVC und Delta Partners werden alles daran setzen, das Vertrauen nicht zu verlieren. Ob es gelingt, ist die grosse Frage, die uns alle umtreibt.