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Das 'A', das den Markt bewegt: Apple, Amazon und die Herausforderung der Trump-Wirtschaft

Wirtschaft ✍️ Carlos Martín 🕒 2026-03-15 05:06 🔥 Aufrufe: 1
Wall Street und die amerikanische Wirtschaft

Es gibt einen Buchstaben, der an den Finanzmärkten schwerer wiegt so manches Wort: das 'A'. Nicht nur, weil er der erste im Alphabet ist, sondern weil er einige der schwergewichtigen Namen der Technologie- und Konsumgüterbranche vereint. Die Rede ist von Apple, Amazon, Airbnb und, auch wenn viele sie vergessen haben, Altaba, dem Überbleibsel von Yahoo. Diese vier Titanen, alle mit 'A' beginnend, sehen sich dieser Tage einem Sturm aus Washington gegenüber, der einen Vor- und Nachnamen hat: die Trump-Wirtschaft mit ihrer Mischung aus Zöllen, Stellenstreichungen im öffentlichen Dienst und einer Kriegsrhetorik, die am Horizont Nahosts auftaucht.

Die Illusion der Makrodaten

In den Korridoren des Finanzministeriums beteuert man, die wirtschaftliche Lage sei prächtig. Wachstum, Arbeitsplätze, steigende Börsen... die aggregierten Zahlen sind beeindruckend. Aber man muss nur in einer beliebigen Stadt im Mittleren Westen oder sogar in einfachen Vierteln New Yorks auf die Strasse gehen, um zu merken: Die Geschichte, die die Grafiken erzählen, ist nicht dieselbe, die die Familien erleben. Die Erschwinglichkeit ist zum Unwort geworden. Die Löhne, auch wenn sie in den offiziellen Berichten steigen, reichen oft nicht mehr für Miete, Lebensmittel und die Stromrechnung. Und genau diese Diskrepanz zwischen Makro- und Mikroökonomie ist der Boden, auf dem die grossen Tech-Konzerne ins Straucheln geraten.

Apple: der Apfel und die Inflation

Für Apple ist die Lage ein echtes Puzzle. Die neuesten iPhones sind wunderbare technische Meisterwerke, aber auch kleine Juwelen mit dreistelligen Preisen, die der Mittelschicht einiges abverlangen. In einem Umfeld, in dem die Familien den Gürtel enger schnallen müssen, verlängert sich der Handy-Nutzungszyklus. Hinzu kommt die Drohung neuer Zölle auf Produkte, die in China gefertigt werden (obwohl ein Teil der Produktion bereits diversifiziert wurde), sie lastet wie ein Mühlstein. Und nicht genug: Eine mögliche Eskalation mit dem Iran würde den Ölpreis in die Höhe treiben, die Logistik verteuern und wieder den Geldbeutel der Konsumenten belasten. Ich weiss aus Gesprächen mit Leuten aus der Firma, dass man in Cupertino die nächsten Ergebnisse im Dienstleistungssektor genau unter die Lupe nimmt, wo man versucht, die geringere Hardware-Nachfrage zu kompensieren.

Amazon: der Logistikriese gegen die Wand

Der Fall Amazon ist geradezu paradigmatisch. Einerseits profitiert die E-Commerce-Plattform meist von der Suche nach tiefen Preisen; wenn es eng wird, vergleichen die Leute und kaufen schliesslich online. Andererseits sind die Margen im Einzelhandel hauchdünn, und jede Erhöhung der Transport- oder Lagerkosten (die berühmten Zölle und die Verteuerung des Treibstoffs) schlägt direkt auf das Ergebnis durch. Zudem macht sich in der Cloud-Sparte AWS, dieser Segen an Gewinnen, bemerkbar, dass Unternehmen aufgrund der Unsicherheit ihre Ausgaben für die digitale Infrastruktur kürzen. Die massiven Entlassungen, die Amazon letztes Jahr durchführte, waren nur die erste Warnung; jetzt gilt es, ein langsameres Wachstum und Aktionäre, die keine Fehler verzeihen, zu managen.

Airbnb: das Refugium des preisbewussten Reisenden

Wenn die Wirtschaft schwächelt, wird als Erstes an den Ferien gespart. Airbnb weiss das genau. Während der Pandemie war es der König der alternativen Unterkünfte, aber jetzt lassen die Inflation und der Verlust an Kaufkraft viele zweimal überlegen, bevor sie dieses Wochenende am Meer buchen. Kürzere Aufenthalte, Reisen näher an zu Hause und die Konkurrenz der Hotels, die ihre Preise flexibilisiert haben, setzen die Plattform unter Druck. Und das alles bei zunehmender regulatorischer Kontrolle in Städten wie New York oder Barcelona, gerade wenn der durchschnittliche Gastgeber mehr Einnahmen braucht, um seine Hypotheken zu bezahlen. Das 'A' von Airbnb glänzt in diesem Umfeld weniger.

Altaba: das Gespenst der Dotcom-Ära

Am kuriosesten ist vielleicht der Fall Altaba. Für diejenigen, die sich nicht erinnern: Es ist die leere Hülle, die nach dem Verkauf des Hauptgeschäfts von Yahoo übrig blieb. Ihr Hauptaktivum waren jahrelang die Beteiligungen an Alibaba und Yahoo Japan, aber diese wurden nach und nach liquidiert. Heute ist es eine Art Abwicklungsfonds, ein Relikt, das immer noch an der Börse gehandelt wird und als Gradmesser dafür dient, wie der Markt das Vermächtnis des ersten Internetzeitalters bewertet. Mit der aktuellen Volatilität und der Flucht der Anleger in sichere Häfen repräsentiert Altaba dieses vergessene 'A', die Vergangenheit, die nicht wiederkehrt, die aber ebenso unter den Turbulenzen der Gegenwart leidet. Ihr Kurs spiegelt die Skepsis gegenüber reifen Technologieunternehmen und das Fehlen grosser Impulsgeber wider.

Was kommt: Zölle, Arbeitsplätze und Erdöl

In den kommenden Monaten werden diese vier 'A'-Namen zwischen drei grossen Bedrohungen navigieren müssen:

  • Die Zölle: Die protektionistische Politik Trpas lässt nicht locker und verteuert die globalen Lieferketten.
  • Die öffentlichen Arbeitsplätze: Die Kürzungen in der Verwaltung (die berühmten Entlassungen, über die in Washington alle sprechen) entziehen vielen Familien feste Einkommen, die früher für Technologie und Reisen ausgegeben wurden.
  • Die Geopolitik: Eine Eskalation mit dem Iran würde den Ölpreis in die Höhe treiben, mit Kettenreaktionen auf Inflation und Konsum.

Unterdessen hält die US-Notenbank die Zinsen hoch, was die Finanzierung sowohl für diese Unternehmen als auch für ihre Kunden verteuert. Es ist kein einfaches Szenario. Und das Paradoxeste ist, dass die USA in makroökonomischer Hinsicht weiterhin Wachstumszahlen vorweisen. Aber man weiss ja: Das eine ist das offizielle Foto, das andere das Bild im Portemonnaie. Die 'A's des Marktes beginnen dies in ihren Bilanzen zu spüren. Wir werden sehen, ob sie durchhalten oder ob der Sturm das eine oder andere mit sich reisst.