Donald Trumps zweiter Akt: Zölle, Epstein-Nachhall und die 'Show' geht weiter
Heute Moren war es wieder so weit: Donald Trump verschickte aus dem Oval Office eine Flut von Posts, die die diplomatischen Drähte von Dublin bis Doha zum Glühen brachten. Während der Waffenstillstand im Nahen Osten zu bröckeln beginnt und Europas Führungsspitzen in Brüssel um eine abgestimmte Reaktion ringen, machte der 47. Präsident eines glasklar: In seiner zweiten Amtszeit geht es nicht darum, den Ton zu mäßigen – es geht darum, ihn hochzudrehen, und wenn die Konsequenzen noch so verheerend sind.
Für uns hier in Irland fühlt sich der Lärm viel näher an als nur 3.000 Meilen entfernt. Wir haben Handelskriege schon erlebt – unsere Rinderbauern und Whiskey-Brenner tragen noch immer die Narben der letzten transatlantischen Zoll-Vergeltungsmaßnahmen. Doch die Zölle in der zweiten Trump-Regierung zeichnen sich als völlig anderes Kaliber ab. In Washington munkelt man von einem neuen 25%-Zoll auf europäischen Stahl und Aluminium bereits im nächsten Monat, während die Drohung von Branchenzöllen auf Autos und Pharmazeutika wie ein Damoklesschwert über der EU schwebt. Der spanische Premierminister Pedro Sánchez, frisch von Gesprächen mit NATO-Verbündeten, traf die Stimmung in Brüssel, als er sagte: "Wir müssen geeint und standhaft bleiben." Edle Worte. Aber reicht Einigkeit gegen einen Präsidenten, der Zölle nicht als Wirtschaftspolitik, sondern als Primetime-Unterhaltung betrachtet?
Und dann ist da noch der Schatten, der einfach nicht verschwinden will – die Beziehung zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein. Die letzte Woche entsiegelten Gerichtsdokumente, Teil eines langjährigen Rechtsstreits, haben die Verbindung wieder in die Schlagzeilen katapultiert. Alte Flugprotokolle, Zeugenaussagen und Fotos aus den frühen 2000er Jahren werden neu durchforstet. Donald Trump Jr. wischte das bei einem kürzlichen TV-Auftritt schnell vom Tisch und nannte es "längst vergangene Geschichte, die nur für Klicks recycelt wird". Aber für viele Menschen sind die Bilder, wie Trump und Epstein in Mar-a-Lago miteinander lachen, ein juckender Ausschlag, der nicht aufhört – eine Erinnerung daran, dass in Trumps Umfeld das Private und das Politische für immer miteinander verstrickt sind.
Diese ständige Vermischung der Ebenen ist der Grund, warum Die Donald Trump Show – ein Begriff, der zum Synonym für seine einzigartige Mischung aus Reality-TV-Instinkt und knallhartem Realpolitik wurde – nun tief in ihrer zweiten Staffel steckt. Zum Cast gehören Don Jr., Eric und eine etwas zurückhaltendere Ivanka, während die Handlungswendungen nicht abreißen: mal tritt man aus einer weiteren UN-Organisation aus, mal bringt man einen bizarren Plan ins Spiel, den Panamakanal "zurückzukaufen". Es ist chaotisch, es ist unberechenbar, und genau so mögen es seine Anhänger. Der Rest von uns kann nur zuschauen, Popcorn in der Hand, und hoffen, dass die Folgen nicht vor unserer eigenen Haustür landen.
Im Nahen Osten sieht der fragile Waffenstillstand, der im letzten Frühjahr vermittelt wurde, von Tag zu Tag wackeliger aus. Trumps Sondergesandter pendelt zwischen Riad und Tel Aviv, aber die eigenen öffentlichen Forderungen des Präsidenten nach einem "totalen, entscheidenden Sieg" – eine Echo seiner Rhetorik aus der Afghanistan-Ära – treiben Diplomaten zur Verzweiflung. Der Kontrast zu Joe Bidens multilateralerem, verbündetenorientierten Ansatz könnte nicht größer sein. Für Europa, das jahrelang versucht hat, eine kohärente Mittelmeerpolitik aufzubauen, ist es, als würde man zusehen, wie jemand ein Streichholz in einen Raum voller alter Zeitungen wirft.
Was bedeutet das alles nun speziell für Irland? Lassen Sie uns die lokalen Auswirkungen aufschlüsseln:
- Rindfleisch und Milchprodukte: Der Agrar- und Lebensmittelsektor, unsere größte heimische Industrie, ist im Visier. Wenn Trump Agrarzölle durchsetzt, könnten irische Bauern über Nacht mit einem Schlag von bis zu 500 Millionen Euro rechnen.
- Pharmaindustrie: Unser größtes Einzelexportgut in die USA sind Arzneimittel – denken Sie an all die hier hergestellten Produkte von Pfizer und Johnson & Johnson. Ein Zoll von 25% würde wehtun, richtig wehtun.
- Technologie und digitale Dienste: Der seit langem schwelende Streit um die Digitalsteuer geht nicht weg. Trump hat bereits mit Vergeltungsmaßnahmen gegen französischen Wein gedroht; irische Datenserver könnten die Nächsten auf der Liste sein.
Letztendlich, während Die Donald Trump Show auf ihre nächste Werbepause zurast, sitzt Irland in der ersten Reihe fest. Wir können nicht umschalten, und wir können nicht so tun, als würde uns die Handlung nichts angehen. Wir können uns nur auf die Wendungen gefasst machen, die Verbindungen nach Brüssel offen halten und hoffen, dass die Drehbuchautoren unsere Lieblingscharaktere nicht sterben lassen. Aber bei diesem Cast ist das Finale niemals, wirklich niemals vorhersehbar.