Everton gegen Chelsea: Darum gewinnen die Toffees das Duell im Mittelfeld
Es gibt solche Tage, die einen daran erinnern, warum die Premier League die beste Liga der Welt ist. Everton gegen Chelsea im Goodison Park. Windige Nachmittage auf Merseyside, wo ein alter Fuchs wie Carlo Ancelotti versucht, ein neues, robustes Everton aufzubauen – genau dann, wenn alle langsam glauben, dass Chelsea endlich zu alter Größe zurückgefunden hat. Ich bin gedanklich jetzt schon vor Ort, und ich verspreche euch: Das wird kein gewöhnlicher Sonntagsspieltag.
Ich habe Everton im Goodison Park über die Jahre viele Mannschaften auseinandernehmen sehen, aber bei dieser Begegnung geht es um etwas anderes. Es geht darum, eine Identität zu finden. Chelsea schwebt noch immer das Gespenst von Mohamed Salah nach – nein, nicht mehr als Spieler, aber als Erinnerung daran, was passiert, wenn man ein zukünftiges Ausnahmetalent zu früh ziehen lässt. Jedes Mal, wenn Salah für Liverpool trifft, was so gut wie jedes Wochenende der Fall ist, schaut die Chelsea-Führung demonstrativ weg. Aber wir sollten nicht über das Vergangene reden. Reden wir über die Gegenwart. Und im Moment ist Everton ein Team, dem es gut tut, der Underdog zu sein.
Ancelotti hat etwas Cleveres getan. Er hat aufgehört, Everton zu einem Top-4-Team umkrempeln zu wollen. Stattdessen hat er eine Mauer gebaut. Wenn ich mir die letzten Auftritte ansehe, sehe ich ein Team, das es liebt, dem Gegner den Ball zu überlassen. Sie verkriechen sich nicht. Sie lassen keine Räume zu. Sie lassen Chelsea kommen, um sie dann mit Kontern zu bestrafen. Und hier liegt der Schlüssel.
Darum gewinnt Everton das Duell im Zentrum
Ich habe es schon oft gesagt und sage es wieder: Es gewinnt nicht immer die beste Startelf, sondern diejenige, die die wenigsten Fehler macht. Hier sind drei Gründe, warum Everton eine echte Chance hat, als Sieger vom Platz zu gehen:
- Der Goodison-Faktor: Das ist kein Stadion, das ist ein Hexenkessel. Chelsea hatte hier in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Intensität. Die Schiedsrichter beugen sich fast dem Druck der Fans.
- Die Urgewalt im Mittelfeld: Everton wird Jorginho und Kovacic physisch überrennen. Das wird kein gepflegter Kurzpass-Fussball, das wird Krieg.
- Ancelottis Rachedurst: Er wurde damals bei Chelsea vor die Tür gesetzt. Glaubt mir, er hat das nicht vergessen. Er weiss genau, wie man ihren Angriff ausschaltet.
Aber wir müssen über dieses Gefühl sprechen, das mir im Kopf herumschwirrt. Parallel dazu erleben wir ja die Saga von Arsenals «geheimnisvollem Flügelspieler». Es ist fast so, als ob diese Begegnung zwischen Everton und Chelsea indirekt etwas mit dem Kampf um die Spitze und Aston Villa FC zu tun hat. Denn wenn Everton es schafft, Chelsea Punkte abzujagen, dann eröffnet das Arsenal und Villa die Chance, nachzulegen. Und genau dieser mysteriöse Flügelspieler bei Arsenal, wer auch immer es ist – ob es nun ein Akademiespieler oder ein geheim gehaltener Neuzugang ist – zeigt eines: In der Premier League geht es genauso sehr darum, neben dem Platz clever zu sein, wie auf dem Platz.
Das vergisst man schnell, wenn man vor den Taktiktafeln sitzt, aber am Ende entscheiden die Spieler auf dem Rasen. Chelsea hat einen Kader, der auf dem Papier ein Vermögen wert ist, aber sie neigen dazu, bequem zu werden, wenn sie auf «kleinere» Teams treffen. Und genau hier, meine Freunde, liegt Evertons goldene Chance. Wenn sie zur Pause die Null halten, dann wird der Stress Chelsea von innen heraus auffressen. Ich sehe förmlich vor mir, wie das Publikum im Goodison jeden Zweikampf, jede Balleroberung liebt. Das wird ein psychischer Abnutzungskampf.
Ich weiss, viele reden über Arsenal vs. Everton als eine eigene Geschichte später in der Woche, aber vergesst nicht, dass dieses Spiel hier die Grundlage für alles ist. Everton muss Schwung aufnehmen. Und für Chelsea? Das ist so ein Spiel, das entscheidet, ob sie wirklich im Titelrennen sind oder ob sie nur ein netter Herausforderer sind. Für mich riecht das nach einem Unentschieden oder einem knappen Sieg für die Heimmannschaft. Es wird nicht schön. Es wird unschön. So wie es sich auf Merseyside gehört.