JD.com fordert Amazon heraus: Joybuy startet in Österreich mit blitzschneller Lieferung
Es ist offiziell: Der chinesische E-Commerce-Gigant JD.com hat heute, am 16. März, seine Plattform Joybuy in Österreich gestartet. Zusammen mit fünf anderen europäischen Ländern – Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg – betritt der größte Einzelhändler Chinas unseren Markt. Und sie kommen nicht nur auf einen Sprung vorbei; sie wollen gegen etablierte Namen wie Amazon ein Zeichen setzen, und das untermauern sie mit einem beeindruckenden logistischen Versprechen.
Das '11-vor-11'-Versprechen: Schneller als Amazon?
Wir Österreicher legen bekanntlich großen Wert auf Lieferkosten und -zeiten, und genau hier setzt Joybuy geschickt an. Das Zauberwort heißt Geschwindigkeit. In verschiedenen Städten, darunter zweifellos Wien, gilt die sogenannte 'Doppel-11'-Regel: Bestellt man vor 11 Uhr vormittags, wird das Paket noch am selben Tag bis 23 Uhr abends zugestellt. Gibt man die Bestellung später am Abend auf? Dann liegt es am nächsten Mittag im Haus. Das ist ein Tempo, mit dem sie nicht nur Amazon, sondern auch heimische Händler unter Druck setzen. Sie zielen damit auf denselben Komfort, den wir von den Großen gewohnt sind, aber zu einem schärferen Preis.
Und diese Preise können sich wirklich sehen lassen. Nehmen wir zum Beispiel die Apple AirPods 4. Im offiziellen Handel kosten sie etwa 119 Euro, bei Joybuy bezahlt man umgerechnet nur 89 Euro. Sogar Amazon ist mit 99 Euro teurer. Genau solche Signale lassen die Herzen von Schnäppchenjägern höher schlagen.
Mehr als nur billig: Von Spaghetti bis Deep Learning
Aber es geht nicht nur um Preis und Geschwindigkeit. Auch das Angebot muss stimmen. Natürlich bekommt man hier die neuesten Gadgets und Haushaltsgeräte – etwa Marken wie Braun oder DeLonghi – aber das Sortiment ist überraschend breit gefächert.
So bin ich über ein paar Perlen gestolpert, die perfekt die Mischung aus Ost und West zeigen:
- Für den Autoliebhaber, der alles über seinen fahrbaren Untersatz wissen will: Motormouth: The Complete Canadian Car Guide – ein auffälliger Titel, der zeigt, dass sie auch Nischenmärkte im Blick haben.
- Für den Technikfreak oder Studenten, der sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen möchte: das Standardwerk Understanding Deep Learning. Es zeigt, dass Joybuy auch bei wissensintensiven Trends mitmacht.
- Und für alle, die mal wieder in eine andere Welt abtauchen wollen: der Fantasy-Roman Reign & Ruin von J.D. Evans, ein echter Tipp für Liebhaber des Genres.
- Und als ob das nicht genug wäre, kursieren Gerüchte, dass Justin Dior Combs, der Sohn von Diddy, möglicherweise mit einer eigenen Streetwear-Linie auf der Plattform vertreten sein könnte. Das wäre ein echter Knaller für die österreichischen Fashionistas.
Keine Übernahme, sondern aus eigener Kraft
Es ist interessant zu beobachten, dass JD.com diesen europäischen Feldzug aus eigener Kraft bestreitet. Zuvor gab es Flüstermeldungen über eine mögliche Übernahme der britischen Ketten Currys oder Argos, aber diese Gespräche verliefen im Sande. Stattdessen haben sie kräftig in die eigene Infrastruktur investiert. Die Übernahme des deutschen Unternehmens Ceconomy – der Muttergesellschaft von MediaMarkt und Saturn – für satte 2,2 Milliarden Euro verschafft ihnen sofort einen Fuß in der Tür des europäischen Elektronikmarktes.
Für uns als Konsumenten in Österreich bedeutet das vor allem eines: Wahlmöglichkeit. Seit einiger Zeit haben wir Temu und Shein, die auf dem Preis-Äußersten kämpfen, und Amazon, das auf Komfort und Größe setzt. Nun kommt mit Joybuy ein weiterer Player hinzu, der den Schwerpunkt auf schnelle Logistik, vertrauenswürdige Marken und scharfe Angebote legt. Das wird ein interessanter Kampf, und ich gehe davon aus, dass wir als shoppendes Publikum nur davon profitieren werden. Ein deutscher Kunde brachte es in einer frühen Bewertung schon auf den Punkt: "Früher machte Amazon 90% meiner Online-Käufe aus, jetzt sind es bei Joybuy 80%". Wenn das kein Warnsignal für die Etablierten ist.