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JD.com fordert Amazon heraus: Joybuy startet mit Blitzlieferung in den Niederlanden

Wirtschaft ✍️ Bas van der Heijden 🕒 2026-03-16 10:40 🔥 Aufrufe: 1

Es ist offiziell: Der chinesische E-Commerce-Riese JD.com hat heute, am 16. März, seine Plattform Joybuy in den Niederlanden gelauncht. Zusammen mit fünf weiteren europäischen Ländern – Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg – betritt der größte Einzelhändler Chinas unseren Markt. Und sie kommen nicht nur auf einen Sprung vorbei; sie wollen gegen etablierte Namen wie Amazon ein Ausrufezeichen setzen, und das untermauern sie mit einem beeindruckenden logistischen Versprechen.

Joybuy Launchkampagne

Das '11-vor-11'-Versprechen: Schneller als Bol oder Amazon?

Wir Niederländer sind bekannt für unseren kritischen Blick auf Lieferkosten und -zeiten, und genau hier setzt Joybuy geschickt an. Das Zauberwort ist Geschwindigkeit. In verschiedenen Städten, zweifellos einschließlich der Randstad, wenden sie die sogenannte 'Doppel-11'-Regel an: bestelle vor 11 Uhr morgens und dein Paket wird noch am selben Tag bis 23 Uhr abends geliefert. Bestellst du später am Abend? Dann liegt es am nächsten Mittag vor der Tür. Das ist ein Tempo, mit dem sie nicht nur Amazon, sondern auch unser eigenes bol.com unter Druck setzen. Sie zielen damit auf denselben Komfort, den wir von den Großen gewohnt sind, aber mit einem schärferen Preisschild.

Und diese Preise können sich in der Tat sehen lassen. Nimm zum Beispiel die Apple AirPods 4. Die kosten in den offiziellen Läden etwa 119 Pfund, aber bei Joybuy zahlst du umgerechnet nur 89 Pfund. Selbst Amazon ist mit 99 Pfund teurer. Das sind genau die Signale, bei denen Schnäppchenjäger wie ich hellhörig werden.

Mehr als nur billig: Von Spaghetti bis Deep Learning

Aber es geht nicht nur um Preis und Geschwindigkeit. Auch das Angebot muss stimmen. Klar kann man hier die neuesten Gadgets und Haushaltsgeräte bekommen – denk an Marken wie Braun oder DeLonghi – aber das Sortiment ist überraschend breit gefächert.

So bin ich über ein paar Perlen gestolpert, die die Mischung aus Ost und West perfekt zeigen:

  • Für den Autoliebhaber, der alles über seinen fahrbaren Untersatz wissen will: Motormouth: The Complete Canadian Car Guide – ein auffälliger Titel, der zeigt, dass man auch Nischenmärkte im Blick hat.
  • Für den Technikfreak oder Studenten, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen möchte: das Standardwerk Understanding Deep Learning. Es zeigt, dass Joybuy auch wissensintensive Trends mitmacht.
  • Und für alle, die mal wieder in eine andere Welt abtauchen wollen: der Fantasy-Roman Reign & Ruin von J.D. Evans, eine echte Empfehlung für Liebhaber des Genres.
  • Und als ob das nicht genug wäre, kursieren Gerüchte, dass Justin Dior Combs, der Sohn von Diddy, möglicherweise mit einer eigenen Streetwear-Linie auf der Plattform kommen könnte. Das wäre ein echter Knaller für die niederländischen Fashionistas.

Keine Übernahme, sondern auf eigenen Füßen stehen

Es ist interessant zu sehen, dass JD.com diesen europäischen Feldzug aus eigener Kraft bestreitet. Zuvor wurde noch über eine mögliche Übernahme der britischen Ketten Currys oder Argos geflüstert, aber diese Gespräche verliefen im Sande. Stattdessen haben sie kräftig in ihre eigene Infrastruktur investiert. Die Übernahme des deutschen Unternehmens Ceconomy – Mutterkonzern von MediaMarkt und Saturn – für satte 2,2 Milliarden Euro verschafft ihnen sofort einen Fuß in der Tür des europäischen Elektronikmarktes.

Für uns als Verbraucher in den Niederlanden bedeutet das vor allem eines: Auswahl. Wir haben bereits Temu und Shein, die an den Preisextremen kämpfen, und Amazon, das auf Komfort und Skalierung setzt. Nun kommt mit Joybuy ein weiterer Akteur hinzu, der den Schwerpunkt auf schnelle Logistik, vertrauenswürdige Marken und scharfe Angebote legt. Das wird ein interessanter Kampf, und ich gehe davon aus, dass wir als shoppende Öffentlichkeit nur besser davon werden. Ein deutscher Kunde drückte es in einer frühen Bewertung schon schön aus: "Früher machte Amazon 90% meiner Online-Einkäufe aus, jetzt ist es Joybuy für 80%". Wenn das kein warnendes Zeichen für die etablierte Ordnung ist.