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Erdgas: Der Kampf um die Nachfrage ist neu entfacht – von LNG und CNG bis zu Erdgasfahrzeugen

Wirtschaft ✍️ 박지훈 🕒 2026-04-09 19:35 🔥 Aufrufe: 2

In der Energiebranche ist „Erdgas“ dieser Tage in aller Munde. Noch im vergangenen Jahr war der Markt relativ ruhig, überschattet von der Entwicklung der Ölpreise – doch seit diesem Jahr hat sich das Bild radikal gewandelt. Die Kältewelle auf der Nordhalbkugel hält länger an als erwartet, die Heizungsnachfrage ist explodiert, und gleichzeitig tobt ein erbitterter Wettlauf um Schiffe für Flüssigerdgas (LNG) zur Stromerzeugung. Noch vor einem Monat dominierte Optimismus – man werde mit den Lagerbeständen auskommen –, doch heute spricht man eine ganz andere Sprache.

Blick auf Erdgas-Infrastruktur

Der entscheidende Punkt ist der kurzfristige Spotpreis für Flüssigerdgas (LNG). Letzte Woche schien er sich bei 14 Dollar pro Tonne zu stabilisieren, doch als vor Kurzem bekannt wurde, dass die japanischen und chinesischen Importmengen für März die Erwartungen um 12 Prozent übertrafen, kehrte neue Anspannung ein. Hört man auf die Stimmen vor Ort – ich habe selbst recherchiert –, so ist selbst die Korea Gas Corporation damit beschäftigt, für die Lieferungen im April und Mai zusätzliche Mengen außerhalb der bestehenden Langzeitverträge zu akquirieren. Verantwortliche an den großen LNG-Terminals in Tongyeong und Pyeongtaek verraten: „Die Löschpläne sind bis Mitte Juni bereits voll ausgebucht.“

Doch dabei darf man eine Sache nicht übersehen: die Rolle von komprimiertem Erdgas (CNG). Während die meisten Menschen nur auf LNG schauen, ist komprimiertes Erdgas (CNG) im inländischen Gastransport und in kleinen Industriegebieten nach wie vor eine effiziente Alternative. Vor allem für Fabriken im Binnenland von Yeongdong und Honam, die nicht an das Pipelinesystem angebunden sind, sind die Kosten für die Lieferung per CNG-Trailer inzwischen niedriger als die Wiederverdampfung von verflüssigtem Gas. Ein Energieverantwortlicher eines Automobilzulieferers in der Zentralregion sagte lächelnd: „Aktuell sind die Konditionen für unseren CNG-Bezug sogar günstiger als bei den Verhandlungen Anfang des Jahres.“

Warum Erdgasfahrzeuge wieder im Fokus stehen

Dieser Trend wirkt sich natürlich auch auf den Verkehrssektor aus. Die Nachfrage nach Erdgasfahrzeugen hat in letzter Zeit spürbar zugenommen. Da das sogenannte „Chasm“-Phänomen bei Elektroautos länger anhält als gedacht, konzentriert sich die Logistikbranche wieder auf die praktischen Aspekte von Ladezeiten und Reichweite. Wussten Sie, dass bereits über 30 Prozent der Stadtbusse in Seoul und Gyeonggi‑Provinz CNG-Busse sind? Rechnet man noch die großen Lkw hinzu, die mit LNG betrieben werden, dann ist die Bedeutung von Erdgasfahrzeugen keinesfalls zu unterschätzen.

  • Umweltauflagen: Mit dem schärfer werdenden Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) in Europa müssen Exporteure die CO₂-Emissionen ihrer Lieferketten nachweisen. Erdgasfahrzeuge reduzieren den CO₂-Ausstoß um etwa 20 Prozent im Vergleich zu Diesel.
  • Treibstoffkostenstabilität: Bei einem internationalen Ölpreis, der um die 85 Dollar pro Barrel schwankt, liegt der Preis für komprimiertes Erdgas (CNG) pro Kilogramm nur bei etwa 40 Prozent des Benzinpreises. Aus kaufmännischer Sicht ein No‑Brainer.
  • Infrastruktur: Landesweit sind über 260 CNG-Tankstellen in Betrieb, und auch die Zahl der LNG-Tankstellen wächst – vor allem an wichtigen Logistikdrehscheiben.

Natürlich gibt es noch Hürden. Die Anschaffungskosten der Fahrzeuge sind höher als bei Dieselfahrzeugen, und das Gewicht der Speichertanks bleibt ein Knackpunkt. Doch betrachtet man die technologischen Fortschritte der letzten drei Jahre, so schrumpft diese Lücke rasch. Ein Mitarbeiter aus der Nutzfahrzeugentwicklung eines großen Automobilherstellers verrät: „Beim Erdgasfahrzeug des Modelljahres 2027 ist es uns gelungen, den Nutzlastverlust auf unter fünf Prozent zu senken.“

Warum Rohöl- und Erdgasberatung jetzt boomt

Angesichts derart komplex verschränkter Preisstrukturen und Lieferkettenrisiken erlebt ein Dienstleistungsbereich einen regelrechten Hype: die Rohöl- und Erdgasberatung. Früher nur von den Strategieabteilungen großer Konzerne und Energietrading-Häuser nachgefragt, ist dieses Feld inzwischen auch bei mittelständischen Produktions- und Logistikunternehmen ein „Must-have“. Der Grund ist einfach: Es gibt inzwischen zu viele unkalkulierbare Variablen, als dass man sie allein bewältigen könnte.

Eine gute Beratung liefert nicht nur Daten wie „wo der LNG-Preis gerade steht“. Sie berechnet vielmehr für jedes Unternehmen das optimale Verhältnis aus Verbrauchsmuster, Speicherkapazität sowie Langzeitverträgen zu Spotkäufen. Ein großes heimisches Logistikunternehmen ist kürzlich auf eine Vertragsstruktur umgestiegen, die dank der Empfehlung einer Rohöl- und Erdgasberatung die jährlichen Treibstoffkosten um 15 Prozent senkte. Ein Vorstand des Unternehmens lobte: „Sie haben uns auf saisonale Spreads und CNG‑Mischoptionen hingewiesen, die wir gar nicht auf dem Schirm hatten.“

Letztlich läuft alles auf eine Frage hinaus: „Welche Form von Erdgas – und wie beschaffen wir sie?“ Von den globalen Handelsströmen des LNG über die regionalen Stärken von CNG bis hin zur Zukunft der Logistik, die Erdgasfahrzeuge eröffnen. Ich gehe davon aus, dass die inländische Erdgasnachfrage innerhalb der nächsten sechs Monate um mindestens acht Prozent weiter steigen wird. Denn selbst wenn der Winter vorübergeht, sorgen die Kühlungsnachfrage im Frühling und Sommer sowie die industrielle Auslastung für anhaltenden Bedarf. Wer klug ist, liest aus diesem Chaos jetzt die Chance.