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Robyn ist zurück: Warum „Sexistential“ das wichtigste Popalbum des Jahres ist

Kultur ✍️ Erik Svensson 🕒 2026-03-25 11:44 🔥 Aufrufe: 2
Robyn auf dem Cover ihres neuen Albums

Es sind nun einige Jahre vergangen. Jahre, in denen wir gewartet, „Honey“ immer wieder gehört und uns gefragt haben, was eigentlich im Studio vor sich ging. Diese Woche kam die Antwort – und sie ist größer, als wir es uns alle hätten vorstellen können. Robyn ist zurück mit „Sexistential“, und wenn du dachtest, sie würde ein gewöhnliches Popalbum abliefern, dann hast du sie nie wirklich verstanden. Dies hier ist eine existenzielle Reise, verpackt in einen Beat, der den ganzen Körper in Bewegung versetzt.

Von „Dancing On My Own“ zu existenziellen Granaten

Ich erinnere mich, als ich zum ersten Mal die Gerüchte hörte, sie habe das fertige Album weggelegt, um von vorne zu beginnen. Gerüchten aus dem Umfeld der Produktion zufolge warf sie alles über den Haufen und fing nochmal an – das war so typisch Robyn: sich nicht zufriedenzugeben, bis es wirklich stimmt. Und jetzt stimmt es. „Sexistential“ ist nicht nur ein Titel; es ist eine neue Philosophie. Sie hat diese emotionalen Handgranaten aufgegriffen, die sie schon immer so meisterhaft auf die Tanzfläche schleuderte, doch diesmal landen sie in einem völlig neuen Kontext. Dies ist eine Platte, die sich darum dreht, sich durch Liebe, Tod und das Älterwerden zu manövrieren, ohne dabei jemals den Rhythmus zu verlieren.

Die Produktion ist, wie immer, glänzend. Die Zusammenarbeit mit Mr. Tophat hat ihren Sound an einen Ort gebracht, an dem wir noch nicht waren – mehr House, roher, aber gleichzeitig mit dieser melodischen Schärfe, die nur sie besitzt. Man kommt nicht umhin, an den klassischen Robyn-Geist aus der „Body Talk“-Ära zu denken, nur scheint hier das ganze Konzept gereift zu sein. Wie ein guter Rubin, wenn man so will – die edelste Form, unter Druck geschliffen.

  • „Emotional Grenade“ – die offensichtliche Single. Sie knallt sofort, doch im Text richtet sie den größten Schaden an. Ein Song über das Verlassenmüssen, obwohl man es eigentlich nicht will.
  • „Club Called Heaven“ – eine zehnminütige Odyssee, die in jedem Club von der Södra Teatern bis zum Berghain gespielt werden sollte. Hier werde ich nostalgisch für das Nachtleben, wie es früher war.
  • „Sexistential“ (Titelsong) – ein philosophischer Monolog über einen pulsierenden Beat. Stell dir vor, Robyn Malcolm aus „Outrageous Fortune“ hätte ein Album gemacht – dieselbe rohe Intelligenz, nur mit Synthesizer-Bass.

Ein Name, den es zu tragen gilt

Wenn ich mit Freunden über diese Platte spreche, fällt immer der Name Rihanna. Nicht, weil sie gleich klingen, sondern weil sie dieselbe Art von Macht besitzen. Während Rihanna außerhalb der Musik Imperien errichtet, hat Robyn ihre Imperien stets innerhalb der Musik aufgebaut. Das ist eine andere Art von Respekt. Und dann ist da natürlich noch Robyn Lively – ihr wisst schon, die Schwester von Blake. Aber die Robyn, von der wir jetzt sprechen, hat definiert, was es bedeutet, ein schwedischer Popstar auf globaler Ebene zu sein. Sie ist nicht nur eine Künstlerin; sie ist eine Institution.

Ich saß gestern Abend da und blätterte alte Interviews durch, und es fällt mir auf, wie wenig sie sich im Kern verändert hat. Sie fühlt sich immer noch so unwohl mit dem Ruhm wie zu „Show Me Love“-Zeiten, aber völlig wohl damit, eine Künstlerin zu sein. Dieses Selbstvertrauen durchdringt „Sexistential“. Hier gibt es kein Jagen nach Radioairplay. Stattdessen gibt es eine Neugier, die in einer Zeit, in der die meisten Alben wie von einer Algorithmus erstellt wirken, erfrischend ist.

Warum genau diese Platte gerade jetzt wichtig ist

Wir leben in einer Zeit, in der Popmusik oft davon handelt, der Realität zu entfliehen. Robyn macht das Gegenteil. Sie führt uns direkt hinein, gibt uns einen Stuhl und sagt: „Lass uns im Chaos tanzen.“ „Sexistential“ ist keine Platte für jene, die leichte Unterhaltung suchen. Es ist eine Platte für jene, die bereit sind, auf der Tanzfläche zu weinen, um sich danach gestärkt wieder zu erheben.

Ich höre sie jetzt seit fast einer Woche, und jedes Mal entdecke ich neue Schichten. Es ist eine Platte, die Zeit braucht, und in der heutigen Streaming-Landschaft ist das vielleicht das Subversivste überhaupt. Also, wenn du auf ein Zeichen gewartet hast, dir die Kopfhörer aufzusetzen und wirklich wieder hinzuhören, dann ist dies hier dein Zeichen.