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Kyoto Bank, zwei Jahre nach der FG-Umstrukturierung: Gewinnwarnung nach oben korrigiert dank Nintendo-Aktienverkauf – Wie weit ist der Wandel von der „reinen Kreditvergabe“ bereits fortgeschritten?

Wirtschaft ✍️ 編集部 島 真司 🕒 2026-03-31 09:45 🔥 Aufrufe: 3
Hauptstelle der Kyoto Bank

Das Geschäftsmodell der Regionalbanken hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Die Zeiten, in denen es ausreichte, Einlagen entgegenzunehmen und Kredite zu vergeben, sind längst vorbei. Ein reiner Preiskampf bei den Zinsen führt ins Leere. Vor diesem Hintergrund sorgte die kürzlich im März veröffentlichte Aufwärtskorrektur der Gewinnprognose der Kyoto Financial Group (Kyoto FG) – deren Kern die Kyoto Bank bildet – für das Geschäftsjahr März 2026 für Gesprächsstoff unter Marktteilnehmern.

Wandel hin zu einer profitableren Struktur: Der Impuls durch den Nintendo-Aktienverkauf

Was ist daran so bemerkenswert? Es ist der Beleg dafür, dass die Ertragsstruktur jenseits der reinen Zinserträge nun richtig in Schwung kommt. Besonders ins Auge fällt dabei die Verbuchung eines Aktienveräußerungsgewinns in Höhe von rund 160 Milliarden Yen, allen voran der Gewinn aus dem Verkauf von Nintendo-Aktien in Höhe von 75,1 Milliarden Yen, die sich im Besitz der Tochtergesellschaft Kyoto Bank befanden. Dadurch erwartet man nun einen den Muttergesellschaftsaktionären zuzurechnenden Gewinn von 95 Milliarden Yen, was die ursprüngliche Prognose von 45 Milliarden Yen deutlich übertrifft.

Bei diesem Schritt handelt es sich nicht um eine kurzfristige „Realisierung stiller Reserven“. Es ist der Moment, in dem die Früchte einer langjährig aufgebauten Relationship-Banking-Strategie in Form einer Kapitalstrategie geerntet werden. Demnach wird erwartet, dass die Eigenkapitalrendite (ROE) für das Geschäftsjahr 2025 die 8-Prozent-Marke überschreitet. Diese Kennzahl ist ein wichtiger Meilenstein für eine Regionalbank und zeigt, dass die betriebliche Effizienz eine Stufe höher gehoben wurde.

Abschied von der „reinen Kreditvergabe“: Ergebnisse nach zwei Jahren FG-Umstrukturierung

Zurück zum Oktober 2023. Damals stellte die Kyoto Bank allein auf eine Holdingstruktur unter dem Namen „Kyoto Financial Group“ um. Nobuhiro Doi, der damalige Präsident der Bank (heute Präsident der FG), erklärte: „Wenn wir uns nur auf das Einlagen- und Kreditgeschäft verlassen, wird das Geschäft auf lange Sicht nicht mehr tragfähig sein.“ Er verkündete die Transformation zu einem umfassenden Lösungsanbieter. Zwei Jahre später sind diese Worte nicht nur frommer Wunsch geblieben.

Die von Doi skizzierte Strategie „Kein Wachstum ohne Expansion“ spiegelt sich auch deutlich im Filialnetz wider.

  • Präfektur Kyoto: 111 Filialen. Ein dichtes, lokal verwurzeltes Netz unter anderem in Rakusai, Fushimi und Mukomachi.
  • Präfekturen Osaka und Hyogo: 31 + 8 Filialen. Eine wachsende Präsenz im Raum Hanshin, darunter die Filialen Settsu, Kawanishi und Amagasaki.
  • Präfekturen Shiga und Nara: Standorte wie Kusatsu und Yamatokoriyama, die wirtschaftliche Räume berücksichtigen.
  • Hauptstelle und Filiale Nagaoka: Während das traditionelle Kerngebiet in der Stadt Kyoto gefestigt wird, deckt man auch Wachstumsregionen im Süden Kyotos wie Nagaokakyo und Mukomachi ab.

Während man diese realen Kundenkontakte aufrechterhält, treibt man parallel den Wandel hin zu einer „datengesteuerten Unternehmensführung“ voran. Im Januar 2026 trat Munenobu Hanaki, Leiter der Abteilung für datengesteuerte Strategieumsetzung bei der Bank, auf einem Seminar auf und zeigte sein Können: Es gehe nicht nur um die Einführung von Tools, sondern um „gleichzeitige Förderung einer organisationsübergreifenden Umsetzungsstruktur und Personalentwicklung“. Es steht außer Frage, dass eine auf Zahlen basierende Kreditprüfung und Unternehmensberatung, die nicht allein auf Erfahrungswissen vor Ort vertraut, die Verbesserung der Profitabilität unterstützt.

Das „neue Gesicht der Bank“ durch digitale Transformation

Noch interessanter ist das schnelle Tempo der jüngsten Kooperationen mit externen Unternehmen. Erst vor Kurzem schloss man eine Geschäftspartnerschaft mit LayerX, einem Unternehmen, das im Bereich Backoffice-Digitalisierung Aufmerksamkeit erregt. Ab April 2026 startet das Angebot „Kyoto FG with Bakuraku“ unter Nutzung der KI-Cloud-Plattform „Bakuraku“. Dies ist ein Versuch, die Produktivität der Kundenunternehmen durch Automatisierung der Buchhaltung zu steigern.

Darüber hinaus arbeitet man auch mit TIS zusammen. Ab Mai 2026 soll im Großraum Kansai der Dienst „DX Connect Gate“ angeboten werden, mit dem Rechnungszahlungen digital abgewickelt werden können. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Kyoto FG nicht bei der „Kreditvergabe aufhört“, sondern zunehmend eine Struktur aufbaut, um tief in die Digitalisierung der Unternehmensführung einzutauchen und wiederkehrende Erträge (aus kontinuierlichen Serviceeinnahmen) zu erzielen.

Die Bewertung am Aktienmarkt spiegelt diesen Rückenwind wider. Im März 2026 liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (PER) bei 24,4 – ein Premium gegenüber dem Branchendurchschnitt der Regionalbanken von 14,3. Dies ist wohl ein Beleg dafür, dass der Markt längst nicht mehr auf vergangene Jahresabschlusszahlen schaut, sondern beginnt, die zukünftige Wachstumskurve eines „umfassenden Lösungsanbieters“ einzupreisen.

Ein Akteur, der das Bild der zukünftigen Regionalbank verkörpert

Natürlich gibt es noch Herausforderungen. Die Aufrechterhaltung des Filialnetzes (Optimierung regionaler Standorte wie der Filialen Settsu und Nagaoka der Kyoto Bank) und die Sicherstellung von Beratungspersonal sind unaufschiebbare Aufgaben. Dennoch wirkt das Tempo des Wandels, der von der Ecke Shijō-Karasuma – dem Standort der Hauptstelle der Kyoto Bank – ausgeht, wie ein Hoffnungsschimmer in der von Stagnation geprägten japanischen Wirtschaft.

Für die Regionalbanken der Zukunft zählt vor allem die Qualität der Frage: „Wie tief kann man in die Region eindringen und wie viele Probleme kann man dort lösen?“ Die Herausforderung der Kyoto FG verkörpert diese Antwort in einer Vorreiterrolle. Ob dieses Wachstum auch im nächsten Geschäftsjahr und darüber hinaus anhält – es bleibt spannend.