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FTSE 100 im Würgegriff zweier Schocks: Iran-Konflikt überschattet die Frühjahrsprognose

Finanzen ✍️ Alistair McPherson 🕒 2026-03-03 10:07 🔥 Aufrufe: 2
Handelsbildschirme mit FTSE 100 Index-Daten

Ein Blick auf die Futures am Morgen genügte, um das bekannte flaue Gefühl im Magen zu sparen. Der FTSE 100 Index wird schwächer eröffnen, und das sind nicht nur die üblichen Montagsflauten. Wir blicken in den Lauf eines geopolitischen Pulverfasses im Nahen Osten mit dem Iran im Zentrum, genau zu dem Zeitpunkt, an dem Finanzministerin Rachel Reeves sich anschickt, ihre Frühjahrsprognose (Spring Statement) vorzulegen. Ein übler Doppelschlag für die Square Mile.

Halten wir uns an die Fakten. Der unmittelbare Auslöser ist die Eskalation mit dem Iran. Die Ölpreise sind schneller gestiegen als der Puls eines Händlers im Parkett, und während das die Schwergewichte im FTSE 100 Index wie BP und Shell beflügelt, ist es eine Steuer für den Rest der Wirtschaft. Höhere Energiekosten speisen sich direkt in die Inflationserzählung ein – genau das, was die Bank of England unbedingt im Käfig halten will. Ich bin lange genug im Geschäft, um zu wissen: Wenn der Preis für Brent Crude so stark aus Angst steigt, weicht die anfängliche Erholung bei Energiewerten oft einer breiteren Verkaufswelle. Und genau diese Spannung sehen wir in den vorbörslichen Indikatoren.

Eine Frühjahrsprognose der besonderen Art

Dann ist da noch die innenpolitische Front. Rachel Reeves' erstes großes fiskalpolitisches Update findet nicht im luftleeren Raum statt. In Westminster wird gemunkelt, dass sie sich in einer Zwickmühle befindet: Entweder sie hält an den strengen Haushaltsregeln fest und riskiert damit, das Wachstum abzuwürgen, oder sie lockert die Zügel und verschreckt die Anleihemärkte. Die Dynamik zwischen FTSE 100 & FTSE 250 Index ist hier entscheidend. Der blue-chip FTSE 100 mit seinen hohen Auslandseinnahmen könnte eine gewisse innenpolitische Austerität abschütteln, aber der FTSE 250 – das ist das Barometer der realen britischen Wirtschaft – wird jeden Schnitt des fiskalpolitischen Messers spüren. Ich behalte die Mid-Caps genau im Auge; wenn sie zu bröckeln beginnen, ist das ein Signal, dass das Vertrauen in die Erzählung der Finanzministerin schwindet.

Und vergessen wir nicht den Geist Trumps. Sein Schatten liegt groß über jeder Diskussion über Handel und globale Unsicherheit. Obwohl er nicht im Amt ist, beeinflussen die von ihm vorangetriebenen Politiken und die anhaltende Neuausrichtung der globalen Handelswege weiterhin die Kapitalströme. In Zeiten wie diesen flieht das Geld in Sicherheit. Das hat man beim Gold gesehen – es gab eine ordentliche Nachfrage. Aber interessanterweise auch beim Dollar, was zusätzlichen Druck auf die multinationalen Unternehmen ausübt, die das obere Segment des FTSE AIM 100 Index und des Hauptmarktes dominieren.

Wo parkt das schlaue Geld?

Für die Anhänger der "Buy and Hold"-Strategie, die regelmäßig in ihre Renten einzahlen, ist jetzt Nervenstärke gefragt. Ein Blick auf die gängigen Tracker offenbart die üblichen Verdächtigen:

  • Der Vanguard FTSE 100 Index Unit Trust – der Standard für viele, bietet breite, kostengünstige Beteiligung an den größten Unternehmen Großbritanniens.
  • Der Halifax UK FTSE 100 Index Tracking Fund B – ein weiterer Schwergewichtler im passiven Bereich, der jede Bewegung des Index nachbildet.

Aber hier ist die Sache: In einem Markt, der von geopolitischen Schocks und politischen Kehrtwendungen bestimmt wird, gleicht ein passiver Tracker einem Schiff, das am Meeresboden verankert ist. Es folgt dem Index, im Guten wie im Schlechten. Derzeit wird der FTSE 100 Index von Kräften durchgeschüttelt, die wenig mit der zugrundeliegenden Ertragskraft von Unilever oder AstraZeneca zu tun haben. Es geht um die Ölprämie, die fiskalische Risikoprämie und schlicht die Prämie für Unsicherheit. Deshalb sieht man, wie einige der schärferen Akteure in defensive Sektoren rotieren oder sogar gezielt nach Gelegenheiten im FTSE 250 suchen, wo die Bewertungen angesichts der möglichen Folgen der Frühjahrsprognose langsam interessant werden.

Meine Einschätzung? Lassen Sie sich nicht vom Indexstand blenden. Der FTSE 100 Index bei 8.000 oder 7.800 ist nur eine Zahl. Entscheidend ist die Zusammensetzung der Bewegung. Handelt es sich um einen breit angelegten Ausverkauf, oder ist es eine Rotation? An diesem Morgen fühlt es sich nach einer "Risk-off"-Bewegung an, die nur in höheren Ölpreisen verpackt ist. Die nächsten 48 Stunden, in denen wir sowohl die Nachrichten aus dem Nahen Osten als auch die tatsächlichen Worte von Rachel Reeves verdauen, werden zeigen, ob dies ein kurzer Sturm oder der Beginn einer bedeutenderen Neuausrichtung ist. Bleiben Sie wachsam, und um Himmels willen, kaufen Sie nicht einfach den Dip im Tracker, ohne zu verstehen, warum der Dip überhaupt da ist.