Vesa Puttos neues Buch enthüllt: Diese Anlagefallen fressen Ihre Rendite – So vermeiden Sie die typischsten Fehler
Der Finanzprofessor der Aalto-Universität, Vesa Puttonen, hat es wieder getan. Er hat ein neues Werk veröffentlicht, das jeden Anleger dazu bringt, innezuhalten und sich zu hinterfragen. Das Buch trägt den Titel "Navigating the Investment Minefield: A Practical Guide to Avoiding Mistakes, Biases, and Traps" und ist wie ein Überlebenshandbuch für das Minenfeld der Finanzmärkte – ein Ort, an dem wir alle irgendwann einmal einen Fehltritt machen.
In der Branche kursiert seit Jahrzehnten eine Weisheit: An den Märkten regieren zwei Gefühle, Angst und Gier. Doch Puttonen gibt sich damit nicht zufrieden, sondern dringt tiefer in die Irrungen und Wirrungen der menschlichen Psyche vor. Seiner Ansicht nach resultieren die meisten Anlagefehler nicht aus einem Mangel an Informationen, sondern aus der Art, wie wir diese verarbeiten. Es geht um Psychologie.
Die drei grössten Fallen, in die Anleger tappen
Ich habe die Kernlektionen aus Puttons Buch durchgearbeitet, und sie lassen sich auf einige wiederkehrende Themen verdichten. Er macht keine Vorwürfe, sondern öffnet einem eher die Augen dafür, wie uns unser eigenes Gehirn ausbremst, sobald es um Geld geht. Hier sind sie – die Fallen, in die wohl jeder von uns schon einmal getappt ist:
- Der Heimvorteil. Wir investieren am liebsten in vertraute Unternehmen, obwohl die Welt voller Chancen steckt. Ein Schweizer kauft Aktien von Nestlé, auch wenn Analysten warnen. Vertrautheit schafft Sicherheit, frisst aber Rendite.
- Der Ankereffekt. Erinnern Sie sich an den Kurs, zu dem Sie eine Aktie gekauft haben? Das ist jetzt Ihr Anker. Selbst wenn die Zukunft des Unternehmens düster aussieht, klammern Sie sich an den Kaufpreis und weigern sich, mit Verlust zu verkaufen. Puttonen erinnert daran, dass vergangene Kurse irrelevant sind – nur die Zukunft zählt.
- Übersteigertes Selbstvertrauen. Wenn ein paar Geschäfte glücken, bilden wir uns schnell ein, wir seien Genies. Die Folge ist eine erhöhte Risikobereitschaft und das Vernachlässigen der Diversifikation. Und dann kommt der Tag, an dem der Markt uns daran erinnert, wer das Sagen hat.
Puttons Buch belässt es jedoch nicht bei einer blossen Auflistung der Probleme. Es ist vor allem ein praxisnaher Leitfaden, wie man diesen psychologischen Minen ausweichen kann. Er rät beispielsweise dazu, ein Anlagetagebuch zu führen: Notieren Sie, warum Sie eine Aktie gekauft haben, und schauen Sie ein Jahr später wieder darauf. Das offenbart schonungslos, ob die Entscheidung auf Analyse oder Emotion beruhte.
Das Erscheinen des Buches hat in Finanzkreisen Diskussionen ausgelöst. Ein Vermögensverwalter meinte privat, dieses Werk sollte Pflichtlektüre in jedem wirtschaftswissenschaftlichen Grundkurs sein. Ein anderer, ein langjähriger Investor, kommentierte, er hätte sich Zehntausende von Franken an Verlusten ersparen können, wenn er dies vor zwanzig Jahren gelesen hätte.
"Navigating the Investment Minefield" ist kein traditioneller Anlegerratgeber, der einem sagt, wo man sein Geld hineinstecken soll. Es ist weitaus wertvoller: Es zeigt, wo man sein Geld auf keinen Fall hineinstecken sollte, und vor allem, warum wir so oft die falschen Entscheidungen treffen. Letztlich geht es darum, dass der schlimmste Feind eines Anlegers nicht die Marktschwankung ist und nicht einmal die hohe Inflation – es ist die Person, die einem aus dem Spiegel entgegenblickt.