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Die neue goldene Ära der türkischen Nationalmannschaft – Steigt der Sternenschwarm wieder an Europas Spitze?

Sport ✍️ Juhani Laaksonen 🕒 2026-03-05 07:21 🔥 Aufrufe: 2
Spieler der türkischen Fussballnationalmannschaft feiern

Wenn du internationalen Fussball etwas tiefergehend verfolgst, dann weisst du: Kein Land bringt dieselbe lodernde Leidenschaft ins Spiel wie die Türkei. Die Mannschaft, genannt die Sternenschwarm (Ay-Yıldızlar), war schon immer eine unberechenbare Granate – sie kann einem um die Ohren fliegen oder direkt vor den Füssen hochgehen, aber langweilig wird es nie. Und jetzt, an der Schwelle zum Jahr 2024, mehren sich die Anzeichen, dass dieser Knall bevorstehen könnte.

Bronze, mit der niemand gerechnet hat

Wir alle erinnern uns an den Sommer 2002. Die Türkei war zuvor ein halbes Jahrhundert lang nicht mehr an einer WM dabei gewesen, seit 1954. Und dann passierte es. Das Team unter der Leitung von Şenol Güneş marschierte bei der WM in Japan und Südkorea bis in den Halbfinal, wo erst am späteren Weltmeister Brasilien Endstation war. Im Spiel um Platz drei besiegte man den Gastgeber Südkorea mit 3:2. Die ganze Nation erinnert sich noch heute an Hakan Şükürs Tor – es fiel in der zehnten Sekunde der Partie und ist bis heute der schnellste Treffer der WM-Geschichte. Es war eine Sensation, die den türkischen Fussball endgültig auf die Landkarte setzte.

EM-Dramen und ein neuer Aufschwung

Wenn du dachtest, man hätte alles gesehen, dann kam das Jahr 2008. An der EM in der Schweiz und Österreich schlug die Türkei wieder zu. Im Viertelfinal gegen Kroatien stand man bereits vor dem Aus, bis Semih Şentürk in der 122. Minute den Ball ins Netz köpfte. Es war ein unglaublicher Ausgleich, der Millionen von Zuschauern sprachlos machte. Die Türkei gewann das Elfmeterschiessen und zog in den Halbfinal ein, wo Deutschland dann eine Nummer zu gross war. Danach wurde es ruhiger – in den WM-Qualifikationen lief es lange nicht mehr, aber jetzt scheint sich das Blatt wieder zu wenden.

Drei Gründe, warum man die Türkei gerade jetzt ernst nehmen muss

  • Erfahrung kehrt an die Seitenlinie zurück: 2019 kehrte Meistertrainer Şenol Güneş zurück – genau der Mann, der das Team 2002 zum WM-Bronze führte. Er weiss, wie man aus dieser Mannschaft das allerletzte Quäntchen Energie herauskitzelt.
  • Eine neue Generation drängt nach: Die jungen türkischen Spieler schlagen jetzt in den grossen europäischen Ligen durch. Sie wurden in der heimischen, harten Süper Lig ausgebildet und haben jetzt richtig Hunger zu zeigen, was sie können.
  • Der Heimvorteil wirkt wieder: Seit der türkische Fussballverband die Dinge geregelt hat, sind die Heimspiele wieder zu einer Festung geworden. Die Stimmung ist elektrisierend und überträgt sich aufs Team.

In der FIFA-Weltrangliste klettert die Türkei stetig nach oben. Im Juli 2024 stand sie bereits auf Platz 26. Das ist noch nicht die absolute Spitze, aber die Richtung stimmt. Aller Voraussicht nach warten harte Qualifikationsspiele, aber diese Gruppe hat das Zeug für Überraschungen. Auch wir hier in der Schweiz haben gute Erinnerungen an Begegnungen mit der Türkei – und es ist immer etwas Besonderes, wenn der Sternenschwarm zu Besuch kommt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Türkei endlich bereit ist, dorthin zurückzukehren, wo sie hingehört: in die absolute Weltspitze des Fussballs.