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Die englische Premier League ist noch immer der König, aber Saudi-Arabien, Russland und der Golf klopfen bereits an die Tür

Sport ✍️ Jussi Mäkelä 🕒 2026-03-05 07:26 🔥 Aufrufe: 2
Stimmung an einem Premier-League-Spiel

Es ist Samstagabend und in den Wohnzimmern in der ganzen Schweiz ist das gleiche vertraute Geräusch zu hören: Die englische Premier League ist wieder da. Dieselbe erstklassige Unterhaltung, die wir hierzulande zu schätzen wissen – Tempo, Zweikämpfe und Tore, so viel das Herz begehrt. Doch während wir noch mitfiebern in der Atmosphäre von Old Trafford und Anfield, wird die Fussballlandkarte direkt vor unseren Augen neu gezeichnet. Die Geldströme haben nämlich neue Wege gefunden.

Ölgeld revolutioniert das Spiel – neue Herausforderer betreten die Bühne

Die englische Premier League war lange der Fixstern, an dem alle anderen gemessen wurden. Und das völlig zu Recht. Aber schauen Sie jetzt, was passiert, wenn Ölgeld richtig ins Spiel eingreift. Die Saudi Professional League ist längst kein Rentnerparadies mehr, sondern zieht immer mehr Top-Spieler im besten Alter an. Cristiano Ronaldo war nur der Auftakt – Karim Benzema, N'Golo Kanté und Sadio Mané haben ihre Unterschriften dorthin vergeben. Und wir alle wissen, dass uns im Sommer-Transferfenster noch weitaus verrücktere Wendungen erwarten werden. Selbst die grossen Klubs der Premier League geraten ins Schwitzen: Bald müssen sie finanziell mit Akteuren konkurrieren, für die Millionen nur Kleingeld sind. Hinter den Kulissen wird getuschelt, dass als nächstes ein paar Überraschungsnamen aus dem Mittelfeld der Premier League auf der Liste stehen – Geld spricht, und das spricht jetzt saudisch.

Während sich alle Blicke auf Saudi-Arabien richten, sollte man nicht vergessen, dass das Grollen aus dem Osten nicht ganz verstummt ist. Die russische Premier Liga hat zwar schwer unter den Ereignissen der letzten Jahre gelitten – die europäischen Plätze sind verschlossen, die Starspieler sind gegangen. Aber wissen Sie was? Ähnlich wie im Eishockey können die Russen auch im Fussball überraschen, wenn man es am wenigsten erwartet. Das Geld in der Liga ist nicht versiegt, und falls sich das politische Klima irgendwann entspannt, könnte es von dort wieder lauter donnern. Lokale Agenten deuten an, dass im Hintergrund bereits leise Vorbereitungen getroffen werden – Verträge werden vorbereitet, um sofort zuschlagen zu können, sobald die Tore aufgehen.

Wüstenhitze und Nil-Talente

Dann ist da noch die Persian Gulf Pro League. Für viele von uns ist sie ein völliges Rätsel, aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar wird seit Jahren gezielt an der eigenen Marke gebaut. Ihre Strategie war nicht, alle Stars der Welt auf einmal zu kaufen, sondern das eigene Können zu fördern und aufstrebende Talente anzulocken. Heute spielen dort mehrere ehemalige Premier-League-Spieler, die unter der Sonne eine neue Heimat gefunden haben – und dabei astronomische Summen verdienen. Ganz nach bekanntem Muster: Die Sonne scheint, Steuern sind minimiert, und die Karriere geht in Vollgas weiter.

  • Englische Premier League: nach wie vor der absolute Massstab für Qualität, aber die Kaufkraft ist nicht mehr ihr alleiniges Privileg.
  • Saudi Professional League: der aggressivste Neueinsteiger, der nach Weltklasse-Stars und jungen Talenten greift.
  • Russische Premier Liga: wartet auf die Rückkehr auf den internationalen Markt – an Geld und Willen mangelt es nicht.
  • Persian Gulf Pro League: langfristige Aufbauarbeit, heisse Bedingungen und ausgezeichnete Einrichtungen.
  • Ägyptische Premier League: der Stolz Afrikas, der uns unter anderem Superstars wie Mo Salah hervorgebracht hat und weiterhin als Tor nach Europa dient.

Sprechen wir noch über die ägyptische Premier League. Traditionell konkurrierte sie nicht finanziell mit den englischen Klubs, aber sie war eine unschätzbare Rohstoffquelle. Die ganze Welt erinnert sich an die Aufregung, als Liverpool Mohamed Salah verpflichtete – das ist bereits sechs Jahre her, und er ist immer noch der hellste Stern der Premier League. Die ägyptische Liga produziert weiterhin Talente, und immer mehr von ihnen schaffen den direkten Weg auf europäische Plätze – einige sogar nach England. Aber hier liegt der Haken: Jetzt beginnen auch die ägyptischen Vereine selbst, ihre Spieler zu halten. Wenn Saudi-Arabien zahlt, kontert Ägypten. Der Spielermarkt ist wirklich global geworden, und keine Liga ist mehr sicher vor der Kaufkraft anderer – nicht einmal die englische Premier League.

Was bedeutet das für uns Schweizer Fans?

Wir Schweizer haben die englische Premier League ins Herz geschlossen. Sie ist unsere Samstagabend-Unterhaltung, Gesprächsthema im Pausenraum und eine Leidenschaft, die Generationen verbindet. Und auch wenn das Geld eine immer grössere Rolle spielt, das Spiel selbst ändert sich nicht: Nach wie vor entscheiden Leidenschaft, Taktik und die kleinen individuellen Fähigkeiten. Es ist gleichzeitig spannend zu beobachten, wie andere Ligen aufsteigen. Vielleicht schauen wir bald nicht nur die Premier League, sondern auch saudische Top-Spiele – und warum nicht, vielleicht landet sogar einmal ein Spitzenspieler bei uns in der Schweiz. Fussball ist schliesslich die grösste Geschichte der Welt, und jeder von uns darf ein Teil davon sein.

Also geniessen wir die Premier League, solange sie unsere Nummer eins ist. Aber halten wir die Augen offen: Die Welt verändert sich, und der Ball rollt immer dorthin, wo die Liebe zum Sport am grössten ist.