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The Other Bennet Sister: Warum diese Adaption von Jane Austens vergessener Heldin der Wohlfühlmoment ist, den wir brauchten

Kultur ✍️ Liam O'Connell 🕒 2026-03-21 10:15 🔥 Aufrufe: 2

Seien wir ehrlich: Über 200 Jahre lang war Mary Bennet die Witzfigur. Die unbeholfene, unscheinbare mittlere Schwester zwischen der strahlenden Lizzy und der flatterhaften Lydia, dazu verdammt, nur wegen ihrer moralisierenden Predigten und der Enttäuschung ihrer Mutter in Erinnerung zu bleiben. Aber wenn Sie in der letzten Woche nur annähernd in die Nähe eines Fernsehers gekommen sind, wissen Sie: Das Mädchen, das immer nur «die andere Bennet-Schwester» war, hat endlich ihren Auftritt. Und ehrlich? Das ist die befriedigendste Comeback-Geschichte, die ich seit Langem gesehen habe.

Janice Hadlows brillanter Roman The Other Bennet Sister aus dem Jahr 2020 hat den Sprung auf den Bildschirm geschafft – und das ist so gelungen wie ein wärmender Tee an einem trüben Nachmittag. Die Serie endet diese Woche, und was sich die Leute erzählen – von den örtlichen Buchclubs bis zu den Insidern, die international voll des Lobes sind –, dreht sich nicht nur um die umwerfenden Kostüme oder die üppige englische Landschaft. Sondern darum, wie sich diese Geschichte, die ganz auf Mary fokussiert ist, schmerzhaft modern anfühlt.

Eine Szene aus der BBC-Adaption von The Other Bennet Sister, die Mary Bennet in einem ruhigen Moment zeigt

Ein «Yule Log», den man sich gönnen sollte

Es gibt eine bestimmte Szene, die von Fans im Netz bereits als «The Other Bennet Sister Yule Log»-Moment bezeichnet wird – eine ruhige, nachdenkliche Sequenz, in der Mary, fernab des Chaos von Longbourn, endlich ein bisschen Frieden am Kamin findet, ein Buch in der Hand. Es ist eine visuelle Metapher für die gesamte Serie. Während es in den meisten Austen-Adaptionen um glanzvolle Bälle und das Wettrennen um eine gute Partie geht, wagt Hadlows Version – und nun diese Adaption – die Frage: Was passiert mit der Frau, die nicht ins Schema passt? Diejenige, die nicht der strahlendste Stern am Himmel ist?

Es ist eine Liebeserklärung an Aussenseiter, Introvertierte und alle, die je das Gefühl hatten, in einem Raum voller lauter Persönlichkeiten nur überflüssig zu sein. Die Serie scheut nicht vor Marys scharfen Kanten zurück – ihrer gesellschaftlichen Unbeholfenheit, ihrer strengen Selbstgerechtigkeit –, aber sie schleift sie liebevoll ab, um eine Frau mit tiefgründigem Verstand und unerwarteter Widerstandskraft zu offenbaren. Zu sehen, wie sie die brutalen sozialen Hierarchien des Regency-England meistert, fühlt sich weniger wie eine Geschichtsstunde an, sondern mehr wie ein Meisterkurs in Selbstakzeptanz.

  • Mehr als eine Nebenfigur: Die Serie erweitert Hadlows Roman und lässt Mary eine Reise antreten, die sie weit über die Hecken von Meryton hinaus in die intellektuellen Kreise Londons führt.
  • Eine unerzählte Schwesternschaft: Endlich sehen wir die Dynamik zwischen den Bennet-Schwestern ohne den Filter von Elizabeths Vorurteilen. Sie ist chaotischer, trauriger und letztlich erfüllender.
  • Literarische Echos: Es ist unmöglich, dies zu sehen, ohne an das Vermächtnis von Schriftstellerinnen zu denken. Diese Geschichte steht stolz neben neueren Werken wie Sister Novelists: The Trailblazing Porter Sisters, Who Paved the Way for Austen and the Brontës – eine Erinnerung daran, dass der Weg für eine Figur wie Mary von echten Frauen geebnet wurde, die sich nicht abweisen liessen.

Was diese Adaption zum Erfolg macht, ist nicht nur, dass sie Mary eine Liebesgeschichte zugesteht (so charmant die Slow-Burn-Romance auch ist). Sondern dass sie ihr das eine gewährt, was Austens ursprüngliche Welt ihr verweigerte: Handlungsmacht. The Other Bennet Sister von Janice Hadlow war schon immer ein radikaler Akt der literarischen Rückaneignung, aber die Visualisierung verleiht dem Ganzen eine ganz neue Tragweite. Man spürt die Anspannung einer Frau, die erkennt, dass sie sich nicht damit abfinden muss, nur eine Fussnote in der Geschichte einer anderen zu sein.

Wir hatten schon immer eine Schwäche für den Underdog, für die Kämpferin, die den Kritikern das Gegenteil beweist. Mary Bennet ist die ultimative Kämpferin. Sie wurde nicht mit Elizabeths Witz oder Janes Schönheit geboren. Sie muss sich ihr Glück durch pure Willenskraft und die Weigerung, bemitleidet zu werden, verdienen. Das ist weit entfernt von der typischen Eskapismus-Ware der Kostümfilme, und ehrlich gesagt, macht es das nur noch besser.

Also, wenn Sie den ersten Hype verpasst haben: Gönnen Sie sich etwas. Ziehen Sie einen Stuhl heran, zünden Sie den Kamin an (oder drehen Sie einfach die Wärmepumpe auf) und schauen Sie rein. Es ist eine wunderbare Erinnerung daran, dass manchmal die stillste Person im Raum die wichtigste Geschichte zu erzählen hat. Und für eine Figur, die zwei Jahrhunderte lang nur durch das definiert wurde, was sie nicht war, ist es eine Freude, sie endlich für das zu feiern, was sie ist.