Socceroos bezwingen Curaçao in Melbourne: Eine Nacht mit neuen Gesichtern, altem Spirit und einem Ausblick auf die Zukunft
Kennst du das Gefühl, wenn du an einem Dienstagabend aus dem AAMI Park kommst, die Luft noch dick vom Duft der Fleischpasteten und diesem Zeug, das sie an der Bar ausschenken, und du einfach spürst, dass sich etwas verändert hat? Nicht auf diese große, feuerwerk- und konfettibespickte Art. Sondern auf eine leise Art, nach dem Motto: „Ich habe gerade einen Blick in die Zukunft geworfen.“ So war es heute Abend in Melbourne. Die Socceroos haben Curaçao nicht einfach nur geschlagen; sie haben uns einen Vorgeschmack auf das nächste Kapitel der australischen Fußballnationalmannschaft gegeben. Und von meinem Platz aus sah das verdammt vielversprechend aus.
Eigentlich ist es ja nur ein Freundschaftsspiel. Einer dieser FIFA-Series-Termine, die in den Kalender gepackt werden, damit die Jungs in Form bleiben. Aber wenn du dich mit einer Geschichte des Fußballs in Australien auskennst, weißt du, dass es bei solchen Abenden nicht nur ums Ergebnis geht. Es geht um die Stimmung. Und die Stimmung heute Abend war ein klasse 2:0-Sieg gegen eine kämpferische Mannschaft aus Curaçao. Das Ergebnis schmeichelt uns vielleicht ein bisschen? Mag sein. Aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind? Das war die eigentliche Geschichte.
Für diejenigen von uns, die sich noch an die Zeiten von Team Socceroo F.C. erinnern und daran, was es bedeutete, das grün-goldene Trikot zu tragen, als der Sport hier noch in den Kinderschuhen steckte, sagt es alles, wenn an einem Dienstag für ein „unbedeutendes“ Spiel so viele Zuschauer kommen. Der Sport ist gewachsen. Aber die Seele? Die ist immer noch dieselbe. Es ist dieselbe Seele, für die Johnny Warren und die Jungs von Sheilas, Wogs and Poofters so hart gekämpft haben. Du konntest sie jedes Mal spüren, wenn ein kleines Kind im Matildas-Trikot – denn, seien wir ehrlich, diese Mädels haben das Spiel für alle verändert – aufsprang, um für ein neues Gesicht im Kader der Socceroos zu jubeln.
Also, wer ist aufgefallen? Schauen wir mal genauer hin:
- Das neue Blut: Wir haben ein paar Debütanten oder Spieler, die kurz davor waren, ordentlich Spielzeit bekommen. Diese nächste Generation hat keine Angst. Sie tragen nicht das Gewicht der vergangenen Generationen mit sich herum, sie rennen einfach neben ihnen her. Wie sie den Ball laufen ließen, die Bereitschaft, auch unter Druck aus der Abwehr heraus zu kombinieren – das ist ein anderer Stil als die "goldene Generation" mit Cahill, Kewell und Viduka. Es ist kontinentaler.
- Die Abwehr: Curaçao hatte seine Momente, besonders bei Kontern in der ersten Halbzeit. Aber die Abwehrkette hielt. Diese defensive Bissigkeit war über Jahre unser Markenzeichen, und es ist schön zu sehen, dass sie immer noch eine unverhandelbare Grundlage ist, egal wer die Kapitänsbinde trägt.
- Der Abschluss: Wir haben unsere Chancen nicht vergeben. Zwei Tore, beide kaltschnäuzig. In einem Freundschaftsspiel ist das genau das, was du willst. Gewohnheiten aufbauen, damit es bei den WM-Qualifikationsspielen zur Selbstverständlichkeit wird, den Ball im Netz unterzubringen.
Nach dem Spiel habe ich mit einigen alten Hasen gequatscht. Denen, die noch in der NSL-Zeit gespielt haben, als das AAMI Park nur eine Idee war und die Nationalmannschaft auf Kuhweiden trainierte. Sie grinsten. Nicht wegen des Ergebnisses – sie haben erlebt, wie wir größere Teams als Curaçao besiegt haben –, sondern wegen der Kontinuität. Sie sahen die jungen Burschen und sahen sich selbst. Sie sahen den Einfluss der australischen Fußballnationalmannschaft der Frauen auf den Rängen und sahen einen Sport, der endlich wirklich vereint ist.
Wir haben einen langen Weg zurückgelegt seit den Tagen, als Fußball als der "ausländische" Sport galt. Das ist jetzt unser Sport. Es ist der Sport der Kids in den westlichen Vororten, der Sport der Studenten in der Stadt und der Sport der Rentner auf den Tribünen. Heute Abend fühlte es sich an wie eine Übergabe. Die alte Garde ist endlich bereit loszulassen, weil sie sieht, dass die neue Garde bereit ist.
Also, wie geht es weiter? Bei dieser FIFA Series geht es darum, die Breite im Kader aufzubauen. Dem Trainer Optionen zu geben. Sicherzustellen, dass wir für die nächste große Qualifikation nicht nur elf Startspieler haben, sondern einen Kader. Einen richtigen Kader. Und wenn heute Abend ein Anhaltspunkt ist, dann bauen wir da gerade einen guten auf.
Die Socceroos sind gut unterwegs, Alter. Sie sind noch nicht das fertige Produkt – das ist keine Mannschaft je –, aber sie haben eine Richtung. Und an einem Dienstagabend in Melbourne, als der Regen gerade lang genug aufgehalten hat, ist das alles, was man sich wünschen kann.