OMV-Chef Alfred Stern im Kreuzfeuer: "Wir könnten Sprit um 80 Cent billiger verkaufen"
Man stelle sich vor: Man steht an der Tankstelle, der Zeiger der Zapfsäule rast wie immer nach oben, und der Mann, der den größten Ölkonzern des Landes führt, sagt ganz trocken: "Eigentlich könnten wir den Sprit um 80 Cent pro Liter billiger verkaufen." Genau das hat OMV-Chef Alfred Stern kürzlich aus Unternehmenskreisen durchsickern lassen. Kein Wunder, dass das wie ein Lauffeuer durchs Land geht und die Gemüter ordentlich erhitzt.
In Wien und im ganzen Osten Österreichs, wo die OMV-Tankstellen so präsent sind wie der Kahlenberg, ist das Gesprächsthema Nummer eins: Hält der Stern, was er da verspricht, oder ist das nur heiße Luft? Und vor allem: Warum zahlen wir dann an der Säule immer noch so viel? Ich habe mir die Aussagen von Alfred Stern genau angesehen und versucht, ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Es geht hier schließlich ums tägliche Brot – oder besser gesagt, ums tägliche Fahren.
Die Wahrheit hinter den 80 Cent
Hört man die Zahl "80 Cent", denkt man sofort an günstigeres Tanken. Klar. Aber was hat Alfred Stern damit genau gemeint? Bei einer nicht-öffentlichen Veranstaltung mit Branchenkennern hat er aufgeschlüsselt, was der Liter Benzin wirklich kostet und wo die Preistreiber stecken. Es ist eine Milchmädchenrechnung, die so verblüffend wie ärgerlich ist.
- Die reinen Kosten: Rohöl, Verarbeitung, Transport, ein kleiner Gewinn für die OMV – all das macht nur einen Bruchteil des Endpreises aus.
- Der große Brocken: Rund die Hälfte des Preises, den wir zahlen, sind Steuern und Abgaben. Da ist die Mineralölsteuer und obendrauf die Mehrwertsteuer auf den gesamten Betrag – eine Steuer auf die Steuer, quasi.
- Die geopolitische Lage: Stern hat deutlich gemacht, dass der aktuelle Preis kein reines OMV-Problem ist, sondern einer Kriegstreiberei im Nahen Osten geschuldet ist. Die Angst vor einer Eskalation im Iran-Konflikt treibt die Ölpreise an den Weltmärkten hoch. Das ist der Teil, den wir alle indirekt mitbezahlen.
Seine Botschaft war klar: Wenn der Rohölpreis auf ein normales Niveau fallen würde und die Steuerlast nicht so enorm wäre, könnten wir tatsächlich um die 80 Cent weniger pro Liter zahlen. Das ist keine Utopie, das ist simple Mathematik, die er da auf den Tisch gelegt hat. Wer wissen will, how to use omv chef alfred sterns Aussagen für die eigene Argumentation, der muss genau hier ansetzen: Es geht nicht um OMV-Bashing, es geht um Systemkritik.
Der Spagat zwischen Ehrlichkeit und Realität
Klar, als OMV-Chef ist Alfred Stern nicht der Typ, der mit der Bazooka auf die eigene Branche losgeht. Er ist ein Brückenbauer, einer, der die Zwischentöne beherrscht. Aber diese Aussage war ein Paukenschlag. Er hat damit unfreiwillig eine Review der gesamten österreichischen Energie- und Steuerpolitik eingeläutet. Die einen feiern ihn als ehrlichen Hautfarber, die anderen sagen, er lenkt nur von den satten Gewinnen der Mineralölkonzerne in den letzten Jahren ab. Aber ganz so einfach ist es nicht.
Ich kenn' das von meinem alten Stammtisch in Ottakring: Da wird immer g'schimpft auf "die da oben". Jetzt hat einer von "denen da oben" gesagt: "Ja, es ist eigentlich ein Wahnsinn." Das verleiht dem ganzen eine neue Qualität. Es ist wie ein Guide durch den Dschungel der Spritpreis-Diskussion. Er hat uns den Kompass in die Hand gedrückt und die Richtung gezeigt: Schaut nicht nur auf uns, schaut auf die Abgaben und die Weltlage.
Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Die OMV wird keinen Liter um 80 Cent billiger verkaufen, solange der Markt und die Politik das nicht hergeben. Aber Alfred Stern hat uns den Werkzeugkasten gegeben, um beim nächsten Tankstellenbesuch nicht nur zu fluchen, sondern zu verstehen, was da eigentlich abläuft. Und das ist in diesen aufgeheizten Zeiten vielleicht das wertvollste, was ein Konzernchef tun kann: Klartext reden, auch wenn's weh tut.