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Mailand-Sanremo 2026: Kann Pogacar Van der Poel endlich auf der Via Roma schlagen?

Sport ✍️ Lars Bak 🕒 2026-03-19 21:19 🔥 Aufrufe: 3

Es hat etwas ganz Besonderes, dieser erste Monument-Klassiker im Radsportkalender. Am Samstag, den 21. März, rollt das Feld von Pavia aus zur 117. Austragung von Mailand-Sanremo 2026, und die Spannung ist zum Greifen. Wir kennen das Bild schon: Tadej Pogacar, der auf der Cipressa angreift, und Mathieu van der Poel, der sich bedeckt hält und auf die perfekte Antwort auf dem Poggio lauert. Doch dieses Jahr fühlt es sich anders an. Es ist fast so, als würde die ganze Radsportwelt den Atem anhalten und fragen: Kann der Slowene es endlich zu Ende bringen?

Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel und Filippo Ganna bei einer Attacke während Mailand-Sanremo 2025

Der ultimative Zweikampf: Der Fliegende Holländer gegen den Gelben Drachen

Machen wir uns nichts vor. Mailand-Sanremo 2026 dreht sich um zwei Männer. Auf der einen Seite haben wir den Weltmeister, Tadej Pogacar (UAE Team Emirates-XRG), der mittlerweile fast jede Trophäe gesammelt hat, aber bei der "Classicissima" noch ein Häkchen machen muss. Er wurde schon Dritter, Vierter und Fünfter. Er hat alles versucht und in den letzten zwei Jahren die Taktik neu definiert, indem er auf der Cipressa erbarmungslos Druck gemacht hat. Er ist hungrig und in der Form, die wir erst kürzlich bei Strade Bianche gesehen haben.

Auf der anderen Seite steht der amtierende Meister, Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech). Der Niederländer hat zwei der letzten drei Austragungen gewonnen und scheint in der Form seines Lebens zu sein. Er gewann Omloop Het Nieuwsblad mit einer souveränen Solofahrt und hat seitdem Tirreno-Adriatico dominiert. Van der Poel hat die einzigartige Fähigkeit, Pogacar auf der Cipressa am Hinterrad zu folgen, dessen Explosivität auf dem Poggio zu kontern und ihn dann im Sprint auf der Via Roma zu besiegen. Es scheint fast, als hinge der Ausgang des Rennens mehr davon ab, ob Van der Poel einen schlechten Tag erwischt, als davon, ob Pogacar stark fährt.

Die italienische Sehnsucht: Können Ganna oder ein Lokalmatador die Macht brechen?

Während die beiden Superfavoriten die Schlagzeilen beherrschen, gibt es eine ganze Nation von Tifosi, die nach einem Heimsieg dürstet. Dieser könnte sehr wohl von Filippo Ganna (INEOS Grenadiers) kommen. Ganna war letztes Jahr in der entscheidenden Ausreißergruppe und landete auf dem Podium. Im Einzelzeitfahren ist er eine Maschine, und wenn er die Abfahrt vom Poggio sicher meistert und auf der flachen Straße nach Sanremo eine Lücke zu den anderen reißen kann, dann könnte er derjenige sein, der den Triumph zum ersten Mal seit Vincenzo Nibali 2018 wieder nach Italien holt.

Darüber hinaus gibt es im Feld viele lokale Einschläge. Aus dem Raum Bergamo gehen sowohl sechs Fahrerinnen als auch vier Fahrer an den Start – eine stolze Tradition, die zeigt, wie viel dieses Rennen den lokalen Radsportvereinen bedeutet. Die wenigsten von ihnen werden wohl gewinnen, aber sie tragen die Seele des Klassikers mit sich über die ligurischen Bergstraßen.

Österreichische Augen sollten auf Felix Großschartner (UAE Team Emirates-XRG) ruhen. Er steht im Aufgebot und ist einer der starken Helfer, der im Falle eines schweren Rennens vielleicht sogar seine eigene Chance bekommt, falls es vorne explodiert. Es wäre eine Überraschung, aber im Radsport ist bekanntlich alles möglich.

Das Monument der Frauen: Kann Wiebes ihren Triumph wiederholen?

Am selben Tag donnern auch die Frauen durch die Ligurische Riviera zur Mailand-Sanremo Donne 2026. Wie bei den Herren wird die Frauen-Ausgabe auf den letzten 30 Kilometern mit Tre Capi, Cipressa und Poggio entschieden. Die Vorjahressiegerin, die überragende Lorena Wiebes (SD Worx-Protime), kehrt zurück, um ihren Titel zu verteidigen. Sie ist zweifellos die Schnellste, falls es zu einem Sprint kommt. Aber die Frage ist, ob das Feld das zulassen wird? Teams wie UAE Team ADQ mit der ehemaligen Siegerin Elisa Longo Borghini und der formstarken Karlijn Swinkels werden versuchen, das Rennen auf der Cipressa so schwer zu machen, um Wiebes abzuhängen.

Es wird ein taktisches Meisterstück. Kann Wiebes' Teamkollegin Lotte Kopecky die Angriffe neutralisieren? Oder bekommen wir eine Überraschung von einer der vielen Herausforderinnen wie Marianne Vos oder Kasia Niewiadoma? Eines ist sicher: Es wird explosiv.

So sehen Sie den Klassiker: Strecke, Zeiten und Sender

Die Strecke der Mailand - Sanremo 2026 Vorschau umfasst ganze 298 Kilometer von Pavia nach Sanremo, neun Kilometer mehr als im Vorjahr. Die letzten 60 Kilometer gehören zu den intensivsten der gesamten Radsportsaison, mit den drei kleinen Anstiegen (Capi), gefolgt von der Cipressa und dann dem legendären Poggio, dessen Kuppe nur 5,4 Kilometer vor dem Ziel liegt.

Bereits seit heute Nachmittag gelten die ersten Fahrverbote rund um Sanremo – die Einheimischen wissen, dass der Klassiker naht. Für uns daheim heißt es: aufs Sofa schwingen und Eurosport 2 oder HBO Max einschalten, die das Rennen von Anfang bis Ende übertragen. Die Erwartung ist, dass das Feld die entscheidenden Anstiege am späten Nachmittag erreicht:

  • Cipressa (Kuppe): Gegen 16:45 Uhr
  • Poggio (Kuppe): Gegen 17:05 Uhr
  • Voraussichtliche Ankunft auf der Via Roma: Gegen 17:15 Uhr

Mailand-Sanremo (m) ist nicht nur ein Radrennen; es ist eine Schachpartie auf zwei Rädern, bei der die Figuren 80 Kilo wiegen und sich mit Watt statt mit Türmen schlagen. Freuen Sie sich auf einen Samstag, an dem wir endlich die Antwort darauf bekommen, ob die letzte uneingenommene Festung für Pogacar fällt oder ob Van der Poel erneut zeigt, dass er der größte Meister seiner Generation ist.