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Belgische Pensionsbehörde fordert Hunderttausende Euro von Terror-Opfern zurück: „Sie sind in Panik“

Ausland ✍️ Jan De Vries 🕒 2026-03-19 16:37 🔥 Aufrufe: 1
Opfer der Anschläge von Brüssel vor dem Justizgebäude

Es ist zehn Jahre her, dass die Bomben in Zaventem und Maalbeek explodierten, aber für viele Opfer ist der Albtraum noch immer nicht vorbei. Heute ereilte sie ein weiterer Schock: Die Föderale Pensionsbehörde (die ehemalige Landespensionsanstalt) fordert von ihnen die Rückzahlung von Hunderttausenden Euro. Als ob die Narben und das Trauma nicht genug wären, müssen sie nun auch um ihre finanzielle Zukunft bangen. Ich habe in den letzten Stunden mit mehreren Betroffenen gesprochen, die Verzweiflung ist greifbar.

Ein Brief, der Leben zerstört

Alles begann mit einem offiziellen Brief im Briefkasten. Menschen wie Mohamed, der bei dem Anschlag auf den Flughafen Splitter im ganzen Körper abbekam, dachten, das Schlimmste sei überstanden. Jahrelang erhielten sie eine sogenannte Wiedergutmachungsrente von der Föderalen Pensionsbehörde, gedacht als Ausgleich für ihren Einkommensverlust und ihre bleibenden Verletzungen. Doch jetzt, aus heiterem Himmel, dreht die Behörde den Geldhahn zu. Nicht nur, dass die Zahlung eingestellt wird, sie müssen auch das gesamte Geld, das sie in den letzten Jahren erhalten haben, zurückzahlen. Allein bei Mohamed geht es um über 200.000 Euro. "Das Geld habe ich längst nicht mehr", sagt er mit brüchiger Stimme. "Ich habe damit meine behindertengerechte Wohnung bezahlt, Therapien, medizinische Kosten. Soll ich jetzt mein Haus verkaufen?"

Wie kann das passieren?

Laut der Föderalen Pensionsbehörde handelt es sich um eine "administrative Korrektur". Anscheinend wurden die Wiedergutmachungsrenten weitergezahlt, während die Opfer auch andere Entschädigungen erhielten, zum Beispiel vom Landesinstitut für Krankheits- und Invalidenversicherung oder durch gerichtliche Vergleiche. Die Behörde stellt fest, dass doppelt gezahlt wurde und sie gesetzlich verpflichtet sei, dies zurückzufordern. Juristisch mag das stimmen, aber moralisch ist das völlig unverständlich. Das sind keine Betrüger, das sind Menschen, die die Hölle auf Erden durchgemacht haben.

Opfer in Aufruhr

In den Opfergruppen schlug sofort Panik zu. Viele leben ohnehin schon seit Jahren am finanziellen Limit, mit medizinischen und psychischen Problemen. Und jetzt das. Eine Auswahl der Reaktionen, die ich gehört habe:

  • Eine Mutter, die ihre Tochter in der U-Bahn von Maalbeek verloren hat: Sie soll 150.000 Euro zurückzahlen, Geld, das sie niemals wird aufbringen können.
  • Ein Mann, der beide Beine verloren hat: Er verwendete seine Rente für Prothesen und steht nun vor einem riesigen Schuldenberg.
  • Eine junge Frau mit schweren Hirnverletzungen: Ihr Vormund befürchtet, dass sie in der Sozialhilfe landen wird, denn die Pflege, die sie braucht, ist ohne diese Rente unbezahlbar.

Sie fühlen sich im Stich gelassen vom Staat, der ihnen einst versprach, dass gut für sie gesorgt würde. "Wir sind Opfer von Terrorismus, und jetzt werden wir erneut zu Opfern, diesmal unseres eigenen Staates", seufzte jemand.

Was nun?

Politiker haben bereits gefordert, die Rückforderungen sofort zu stoppen. Im Parlament werden Fragen an den Pensionsminister gestellt. Doch die Föderale Pensionsbehörde bleibt vorerst hart: Das Gesetz ist das Gesetz. Trotzdem beginnt die Einsicht zu wachsen, dass dies eine unmenschliche Situation ist. Wie kann man von Menschen, die die Hölle überlebt haben, verlangen, Hunderttausende Euro aufzutreiben? Viele haben einfach nicht so viel Geld, und ein Zwangsverkauf ihres Hauses würde eine neue Katastrophe bedeuten. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die Politik eingreift. Eines ist sicher: Diese Menschen verdienen Mitgefühl, keinen Gerichtsvollzieher.