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Jesper Christensen: Ein Schauspieler, der seine eigenen Wege geht – von NS-Gedanken zu filmischer Schwere

Kultur ✍️ Mette Mikkelsen 🕒 2026-03-19 21:31 🔥 Aufrufe: 3

Er war der Bösewicht in einem James-Bond-Film, ein grenzenloser Beamter in "Borgen" und eine mürrische, aber liebenswerte Figur in unzähligen dänischen Dramen. Jesper Christensen ist eines der bekanntesten und angesehensten Gesichter des dänischen Films. Doch hinter der Fassade verbirgt sich ein Künstler, der nie Angst davor hatte, aus der Reihe zu tanzen – weder auf der Bühne noch in seiner Sicht auf die Gesellschaft.

Schauspieler Jesper Christensen

Eine Tradition, der er nicht folgt

Während die meisten Dänen jedes Jahr zu Silvester vor dem Fernseher sitzen, um einer bestimmten feierlichen Ansprache zu folgen, hat Jesper Christensen dieses Ritual stets ignoriert. Er gehört zu der seltenen Sorte Mensch, die bewusst Nein sagt – und das tut er seit Jahrzehnten. "Ich war noch nie gut darin, den Mund zu halten und mitzumachen," lachte er einmal in einem Interview. Dieses Beharren darauf, eigene Wege zu gehen, hat sowohl sein Leben als auch seine künstlerischen Entscheidungen geprägt.

Die dunklen Schatten der Jugendjahre

Anfang der 1990er Jahre äußerte er etwas, das bei vielen die Augenbrauen hochschnellen ließ. Damals spielte er mit dem Gedanken, dass Leute wie er – mit seinem Hintergrund und seinen Ansichten – unter anderen Umständen vielleicht hätten Nazis werden können. Die Aussage war nicht als Sympathiebekundung gemeint, sondern eher als schonungslose Ehrlichkeit darüber, wie leicht extreme Haltungen entstehen können. Heute spricht er zurückhaltender über politische Kämpfe, aber die Leidenschaft und der Wille zu provozieren sind immer noch intakt.

Das Urteil der Kritiker über die letzten Rollen

Gerade jetzt ist Jesper Christensen im dritten Teil von "De forbandede år" (Die verdammten Jahre) zu sehen, wo er eine zentrale Rolle in der Erzählung über die Besatzungszeit spielt. Die Kritiker waren jedoch lauwarm gegenüber dem Film als Ganzes. Einige heben hervor, dass "die Spannweite groß ist, aber er dennoch an Höhe verliert," und nennen das Werk "zu überladen". Dennoch ist man sich weitgehend einig, dass gerade Christensens Präsenz die Szenen aufwertet, wenn er im Bild ist. Seine Fähigkeit, mit einem einzigen Blick sowohl Verletzlichkeit als auch Stärke zu vermitteln, ist unübertroffen.

Drei filmische Höhepunkte mit Jesper Christensen

  • Casino Royale (2006) – Als der gnadenlose Mr. White machte er international auf sich aufmerksam.
  • Die Königin und der Leibarzt (2012) – Als Struensees Verbündeter zeigte er sein Talent für Historiendramen.
  • De forbandede år (Die verdammten Jahre) (2020-2023) – Die gesamte Trilogie, in der er die Kriegserzählung zusammenhält.

Verwechslungen und Namensvetter

Wenn man nach Jesper Christensen suchen möchte, sollte man bedenken, dass es andere bekannte Dänen mit fast demselben Namen gibt. Bent Jesper Christensen ist ein anerkannter Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Aarhus, der im Bereich Finanzökonometrie forscht. Und auf der Radrennbahn hat sich Jesper Mørkøv als einer der besten Bahnfahrer des Landes einen Namen gemacht. Aber wenn es um Film und Theater geht, denken die meisten zweifellos an den erfahrenen Schauspieler.

Jesper Christensen hat nie den einfachen Weg in die Herzen der Menschen gesucht. Er hat darauf bestanden, ein Mann der Widersprüche zu sein – einer, der sowohl der kalte Bösewicht als auch der warmherzige Großvater sein kann. Und genau deshalb fasziniert er uns Jahr für Jahr aufs Neue.