Livebericht vom Großbrand am Dadu-Berg in Taichung: Feuer unter Kontrolle – Rettungshubschrauber im Löscheinsatz
Gestern Nachmittag (13. März) brach am Dadu-Berg in Taichung erneut ein Vegetationsbrand aus. Die Flammen breiteten sich rasant aus. Von den westlichen und südlichen Stadtteilen Xitun und Nantun aus war der gesamte Bergrücken unter dichtem Rauch kaum noch zu sehen. Sogar in der benachbarten Stadt Changhua war die dunkle Rauchsäule am Himmel zu erkennen. Die Nationale Luftrettung (NASC) entsandte umgehend ihren in Taichung stationierten schweren Black-Hawk-Hubschrauber. Dieser startete zu mehreren Löscheinsätzen, nahm Wasser im Hafen von Taichung auf und flog immer wieder zur Brandstelle, um das Feuer einzudämmen – ein Wettlauf gegen die Zeit, bevor die Dunkelheit hereinbrach.
Am Brandherd: Starker Wind erschwert den Löschkampf
Das Feuer brach gegen 14 Uhr Ortszeit in der Nähe des bekannten Aussichtspunkts „Wanggaoliao“ am Dadu-Berg aus. Durch den Wind fraß sich die Feuerfront rasant durch das trockene Grasland und die Akazienwälder. Die Einsatzkräfte am Boden bemühten sich zwar, Schläuche zu verlegen, aber in dem unwegsamen Gelände fehlte es an Löschwasser. Sie waren auf den Transport mit Tanklöschfahrzeugen angewiesen. Enge Zufahrtswege erschwerten die Löscharbeiten zusätzlich. Allen Beteiligten war schnell klar: Hier war die Luftunterstützung überlebenswichtig.
Die Hubschrauber der Luftrettung flogen mindestens ein Dutzend Einsätze. Immer wenn das Dröhnen der Rotoren über der Stadt zu hören war, wussten die Bewohner: Sie holen wieder Wasser. Der Anblick, wie die Maschinen tief über den Hafen von Taichung flogen, um gezielt ihre Wasserlast über dem Brandherd abzuwerfen, war beeindruckend und flößte Respekt vor den Besatzungen ein.
Erfahrungsbericht eines Einheimischen: „Es brennt fast jedes Jahr“
Herr Li, der seit über vierzig Jahren in Nantun lebt, schüttelt den Kopf: „Der Dadu-Berg brennt fast jedes Jahr, besonders in der Trockenzeit, wenn es keinen Regen gibt. Da reicht schon eine weggeworfene Zigarettenkippe oder die pure Sonneneinstrahlung auf eine Glasscherbe, und es kann losgehen.“ Er erinnert sich an die großen Brände in den Jahren 2005, 2011 und 2019. Jedes Mal wurde massiv Personal mobilisiert, und Monate nach dem Brand kehrte das Grün allmählich zurück. Doch die Schäden für das Ökosystem brauchen viel länger, um sich zu erholen.
Obwohl die betroffene Fläche dieses Mal nicht so groß war wie in manchen Vorjahren, beeinträchtigte der dichte Rauch aufgrund der Nähe zum Ballungsraum direkt die Luftqualität in Xitun und Nantun. Viele Anwohner rochen am Nachmittag Brandgeruch, hielten Fenster und Türen geschlossen, und einige klagten über Husten. Das Umweltamt schickte umgehend ein Messfahrzeug los, doch die brennendste Frage für die Bevölkerung war, wann das Feuer endgültig gelöscht sein würde.
Ratgeber Waldbrand: Was tun bei einem Großbrand?
Viele wissen vielleicht nicht, wie man sich bei einem solchen Flächenbrand verhalten soll. Hier sind einige wichtige Punkte:
- Fenster und Türen schließen, Luftreiniger einschalten: Der Feinstaub im Rauch reizt die Atemwege. Besonders ältere Menschen, Kinder und Asthmatiker sollten unbedingt im Haus bleiben und Aktivitäten im Freien vermeiden.
- Wenn Sie raus müssen: Tragen Sie eine Maske! Falls Sie das Haus doch verlassen müssen, sollten Sie einen Mundschutz tragen. Ein einfacher medizinischer Mundschutz filtert bereits einen Großteil der Rauchpartikel.
- Straßen in der Nähe des Brandherds meiden: Rund um den Dadu-Berg (z.B. Huanan Road, Youyuan Road, Zhongtai Road) kann es zu Verkehrssperrungen kommen. Bitte weichen Sie frühzeitig aus und behindern Sie die Einsatzkräfte nicht durch Schaulustige.
- Aktuell nicht in die Berge zum Sport fahren: Der Dadu-Berg ist für viele ein Naherholungsgebiet zum Radfahren und Joggen. Nach einem Brand kann es noch Glutnester im Boden geben und der Untergrund ist instabil. Gehen Sie hier kein unnötiges Risiko ein.
Vorsorge bei Waldbränden: Eine Lehre aus der Katastrophe
Die Frage, wie man einen Waldbrand „nutzen“ kann, mag zynisch klingen. Es geht natürlich nicht darum, die Katastrophe auszunutzen, sondern zu überlegen, was wir daraus lernen können. Alteingesessene Taichunger sagen oft, die Hügellandschaft des Dadu-Bergs sei wie die Lunge der Stadt; wenn sie Feuer fängt, hat die ganze Stadt zu „husten“.
Meiner Meinung nach sollten wir weniger auf den verzweifelten Einsatz der Feuerwehrleute setzen, sondern mehr auf Vorbeugung. Vor jeder Trockenzeit sollten die Forstbehörde und die Feuerwehr die Brandschneisen konsequent freiräumen und sogar über kontrollierte „planmäßige Verbrennungen“ nachdenken, um das trockene Unterholz und Laub gezielt zu reduzieren und so eine unkontrollierbare Katastrophe zu verhindern. Ein konsequentes Vorgehen gegen weggeworfene Zigarettenkippen und illegales Verbrennen von Abfällen ist der grundlegendste Weg, um Brände zu verhindern. Dieser Brand hat nicht nur Bäume vernichtet, sondern war vor allem ein Weckruf für unser Katastrophenbewusstsein.
Bis heute Morgen (14. März) konnte der Brand weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Dennoch überwachen Einsatzkräfte die Lage vor Ort, um mögliche erneute Glutnester zu bekämpfen. Als die Hubschrauber endlich zur Ruhe kamen, konnten wir alle etwas aufatmen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Natur sich schnell erholt und der Berg bald wieder in sattem Grün erstrahlt.