Unwetter im Kankakee County: Tornados, Hagel und die steigende Kankakee River
Man kennt das ja hier – Frühling im Mittleren Westen bedeutet, immer ein Auge auf den Himmel zu haben. Aber die Unwetterlage heute hat selbst die wetterhärtesten unter uns kalt erwischt. Am frühen Nachmittag zogen die ersten Zellen auf, und innerhalb einer Stunde war Kankakee County im Zentrum des Geschehens. Die Sirenen heulten in Bourbonnais, Bradley und bis runter nach Manteno. Für einen Moment schien der ganze Landkreis den Atem anzuhalten.
Die Wetterdienste hatten das System schon seit dem Morgen auf dem Schirm, aber richtig hektisch wurde es erst, als aus der Tornado-Vorwarnung eine amtliche Warnung für Teile von Kankakee County wurde. Ich war gerade mit einem Kumpel südlich der Stadt am Telefon, als der Hagel losging – Golfball-große Brocken, die auf Dächer, Terrassen und alles andere einhämmerten, was draußen war. Die Rede ist von Beulen in Autos, zerborstenen Oberlichtern und etlichen zerfetzten Fliegengittern.
Die Kankakee River steigt schnell
Nachdem das Schlimmste an Wind und Hagel vorbei war, richtete sich die Sorge auf das, was hier mittlerweile ein altbekanntes Problem ist: die Kankakee River. Der Boden war vom Regen der letzten Woche noch immer gesättigt, und nun ließ die neue Sintflut die Wasserstände rasant klettern. Die Behörden haben eine verdeckte Warnung an die Anwohner entlang der Ufer herausgegeben – besonders im Bereich des Kankakee River State Parks. Von Evakuierungen ist noch nicht die Rede, aber wer eine Kellerpumpe hat, für den wird heute Nacht eine lange Angelegenheit.
Die Gemeinschaft hält zusammen
Eine Sache, die man über das Leben im Kankakee County sagen kann: Wir halten zusammen. Ich bin schnell bei der Kankakee Valley Genealogical Society in der 8th Avenue vorbeigeschaut, um nach Michael Menard zu sehen, der dort seit Jahren ehrenamtlich arbeitet. Er saß mit einer Taschenlampe drinnen und trug sorgfältig alte Ordner und Familienchroniken von einem undichten Fenster weg. "Dürfen doch nicht zulassen, dass so ein kleiner Sturm die Heiratsurkunde von Uromma wegspült", lachte er, aber man merkte, dass es ihm ernst war. Das Gebäude der Gesellschaft war ein paar Stunden ohne Strom, aber Mike und ein paar andere haben alles trocken gehalten. So ist der Geist hier – keiner wartet auf das THW, man nimmt einfach den Mopp und legt los.
Die Hauptschadensgebiete
Hier ein kurzer Überblick über die Orte, die es heute am schlimmsten erwischt hat:
- Innenstadt von Kankakee: Mehrere Schaufensterscheiben zerstört, umgestürzte Äste in der Schuyler Avenue.
- Bradley: Hagelschäden in der Nähe der Northfield Square Mall gemeldet; einige Autos sehen aus wie nach einem Kriegseinsatz.
- Manteno: Vereinzelte Stromausfälle und einige Berichte über beschädigte Zäune durch geradeaus gerichtete Fallböen.
- Kankakee Riverufer: Schneller Wasseranstieg; Bootsstege an mehreren Zugängen stehen teilweise unter Wasser.
Die Einsatzkräfte sind dabei, die Trümmer zu beseitigen, aber da über Nacht weitere Stürme möglich sind, bitten sie alle, wenn möglich zu Hause zu bleiben. Und was auch immer ihr tut: Geht nicht in die Nähe des Flusses – er führt Hochwasser und treibt allerlei Geröll mit sich.
Wie geht es weiter für Kankakee County
Wir sind noch nicht komplett aus dem Schneider. Die Gewitterlinie hat sich zwar nach Osten nach Indiana verlagert, aber die Wetterdienste sagen, dass wir vor Mitternacht noch eine weitere Runde bekommen könnten. Haltet eure Handys geladen, hört auf den Wetterfunk und schaut nach euren Nachbarn – besonders den älteren. Mike von der genealogischen Gesellschaft hat mich daran erinnert, dass das letzte große Hochwasser 2008 alle überrascht hat. Wir sind heute klüger, aber die Natur bestimmt immer noch, wo es langgeht.
Also, holt euch ein kühles Bier, bleibt sicher und wir kriegen das hin – wie immer: gemeinsam.