ANZs neuer Ausblick: Warum der neuseeländische Immobilienmarkt vor einem weiteren Rückschlag stehen könnte
Wenn Sie bisher am Spielfeldrand ausgeharrt und den Immobilienmarkt wie ein Luchs beobachtet haben, in der Hoffnung auf ein klares Signal, dann könnte der neueste Bericht von ANZ genau das sein. Aber seien Sie gewarnt: Es ist ein zweischneidiges Schwert. Die interne Modellrechnung, die diese Woche auf den Tischen landete, ist recht eindeutig – die Erholung, auf die wir alle gehofft haben, wird sich noch etwas länger verzögern. Tatsächlich deuten die Signale, die ich von den Analysten bekomme, auf einen Rückgang hin. Einen spürbaren, um genau zu sein.
In den letzten Tagen habe ich mich mit einigen Bekannten unterhalten, die als Makler und Finanzberater tätig sind, und alle versuchen, die Zeichen zu deuten. Die Aussagen der großen vier Banken waren vorsichtig, aber der aktuelle Bericht von ANZ bringt es wirklich auf den Punkt. Sie prognostizieren einen Rückgang der Hauspreise um 2% für den Rest des Jahres. Nun, 2% klingt nicht nach einem Absturz, aber in einem Markt, der sich bisher nur schleppend bewegt hat, ist das ein Zeichen dafür, dass die Konjunktur weiterhin auf Sparflamme läuft. Und der Grund? Das sind nicht nur unsere Hypothekenzinsen, auch wenn die weh tun. Es ist die weltweite Lage, die wieder unübersichtlicher wird.
Was bringt den Immobilienmarkt ins Wanken?
Wenn man über die ANZ-Prognose spricht, muss man auch einen Blick auf das werfen, was jenseits der Landesgrenzen passiert. Die Leute, die die Zahlen analysieren, deuten mit dem Finger direkt auf den eskalierenden Konflikt im Nahen Osten. Ich weiß, ich weiß – das fühlt sich an wie eine Weltreise von dem Besichtigungstermin, den Sie letztes Wochenende in Mount Albert hatten. Aber wenn die globalen Handelsrouten unruhig werden und die Ölpreise ins Wackeln geraten, wirkt sich das auf unsere Importkosten aus. Das hält die Inflation hartnäckig hoch, was die Reserve Bank in Habachtstellung versetzt, was wiederum bedeutet, dass die Zinsen genau dort bleiben, wo sie niemand haben möchte.
Es ist der alte Dominoeffekt. Und ohne eine echte Erholung des Immobilienmarktes tut sich die gesamte Wirtschaft schwer, in Schwung zu kommen. Das sehen wir in den Einzelhandelszahlen, das sehen wir auf dem Arbeitsmarkt. Das hängt alles zusammen. Wenn also die Nachricht von ANZ lautet: "Wir erwarten fallende Preise", dann sprechen sie nicht nur über Immobilien; sie sprechen darüber, dass die gesamte ANZAhl der neuseeländischen Wirtschaft etwas länger braucht, um wieder auf die Beine zu kommen.
Wen trifft es?
Wie sieht das nun in der Praxis aus? Es entsteht eine seltsame Spannung. Einerseits blickt man als Käufer auf einen möglichen Preisrückblick – eine Chance, zu verhandeln. Andererseits frisst die Kreditbelastung nach wie vor einen großen Teil des wöchentlichen Gehaltsschecks auf.
So stellt sich die derzeitige Stimmungslage im Einzelnen dar:
- Erstkäufer: Ihr sitzt am Drücker. Weniger Konkurrenz, mehr Zeit für die Prüfung aller Details und Verkäufer, die endlich begreifen, dass das Hoch von 2021 Schnee von gestern ist. Die ANZ-Prognose könnte euch das Selbstvertrauen geben, ein etwas frecheres Angebot abzugeben.
- Investoren: Die Rechnung geht nur schwer auf. Wenn man nicht über eine beträchtliche Eigenkapitaldecke und einen langen Atem verfügt, kann die Rendite derzeit nicht mit Festgeldanlagen mithalten. Viele drücken auf die Pause-Taste.
- Verkäufer: Das ist die schwierige Kategorie. Wenn man nicht muss, lautet der einfache Rat: Lass es. Aber wenn ein Umzug aus beruflichen oder familiären Gründen ansteht, muss der Preis realistisch angesetzt werden. Die Zeiten, in denen man einfach ein Schild aufstellte und auf eine Auktions-Hysterie wartete, sind lange vorbei.
Es gibt drei große Faktoren, die diesen Markt derzeit wirklich prägen:
- Globale Unsicherheit: Der Konflikt im Nahen Osten ist nicht nur eine Schlagzeile – er hat einen direkten Einfluss auf unsere Inflationszahlen und damit auch auf die Kosten für die nächste Hypothek.
- Hartnäckig hohe Zinsen: Der offizielle Leitzins mag auf Eis gelegt sein, aber die Banken kalkulieren weiterhin Risiken ein. Daran wird sich nichts ändern, bis sich die weltweite Lage beruhigt.
- Grenzen der Erschwinglichkeit: Wir sind einfach an eine Obergrenze gestoßen. Die Lohnentwicklung hält nicht Schritt, und ein Haushalt kann nur eine bestimmte Menge an Schulden tragen, selbst wenn die Banken bereit wären, sie zu vergeben.
Ich habe gestern mit einem Gutachter gesprochen, der es auf den Punkt brachte: "Wir befinden uns im Warteschleifen-Modus." Die ANZ-Einschätzung bestätigt nur, dass die Landebahn länger ist, als wir dachten. Panik ist nicht angebracht – der Markt stürzt nicht ab. Aber diese Prognose von 2% ist ein Realitätscheck. Sie sagt: "Erwartet keinen Frühlingsboom."
Für diejenigen unter uns, die sich an die globale Finanzkrise erinnern, fühlt sich das anders an. Langsamer. Bedächtiger. Es ist ein zähes Ringen, kein Crash. Und die klugen Köpfe – ob beim Team von ANZ oder beim alten Hasen im örtlichen Immobilienbüro – sagen alle dasselbe: Anschnallen. Wir müssen uns auf einen längeren Winter einstellen, als wir dachten.