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Skorbut-Diagnose bei fünfjährigem Buben in Wellington: Ein moderner Fall der "Piratenkrankheit"

Gesundheit ✍️ Michael Daly 🕒 2026-03-13 00:53 🔥 Aufrufe: 2
Skorbut-Fall bei einem Kind in Neuseeland

Man könnte einem verzeihen, wenn man dachte, Skorbut wäre etwas, das nur Piraten bekamen, als Holzschiffe und eiserne Rationen noch an der Tagesordnung waren. Doch letzte Woche erhielt eine Familie in Wellington eine Diagnose, die direkt aus dem 18. Jahrhundert zu stammen scheint: Ihr fünfjähriger autistischer Sohn, der sich hauptsächlich von Hühnchen und Keksen ernährt hatte, erkrankte an ausgewachsenem Skorbut.

Es ist die Art von Geschichte, bei der einem der Bissen im Hals stecken bleibt. Das Kind, wie viele im autistischen Spektrum, hatte extreme Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel – kein Obst, kein Gemüse, nur diese beiden Grundnahrungsmittel. Und während seine Eltern dachten, sie würden ihn gut ernähren, schrie sein Körper still nach Vitamin C. Die Folge? Zahnfleischbluten, blaue Flecken, starke Beinschmerzen, sodass er aufhörte zu laufen. Klassische Anzeichen, die man in Geschichtsbüchern findet, oder vielleicht in Frozen in Time: The Fate of the Franklin Expedition, wo die armen Kerle wahrscheinlich am selben Mangel im arktischen Eis zugrunde gingen.

Keine reine Krankheit der Vergangenheit

Die Ärzte im Spital von Wellington waren fassungslos. Skorbut ist heute so selten, dass er oft übersehen wird – man nennt ihn eine "vergessene Krankheit". Aber als sie die Bluttests durchführten und den nahezu bei null liegenden Vitamin-C-Spiegel sahen, fügte sich alles zusammen. Sie blätterten sogar in Images in Clinical Medicine: Selections from The New England Journal of Medicine, wo man die verräterischen Korkenzieherhaare und perifollikulären Blutungen sehen kann, die die Diagnose bestätigen. Ein Bild, das man nicht vergisst.

Der Fall des Jungen ist kein Einzelfall. Kinderärzte berichten, dass sie mehr Kinder mit seltsamen Ernährungsdefiziten sehen, insbesondere solche mit sensorischen Problemen. Es bringt einen zum Nachdenken: Wir lachen über Piratenklischees – diese skorbutigen Halunken in Büchern wie Der Piratenschreck, die immer nach dem "verkommenen Hund" rufen – aber die echte Krankheit ist kein Witz. Sie ist schmerzhaft, entkräftend und vollständig vermeidbar.

Worauf man achten sollte

Wenn Ihr Kind ein wählerischer Esser ist, besonders wenn es Autismus oder eine sensorische Verarbeitungsstörung hat, lohnt es sich, ein Auge darauf zu haben. Skorbut kündigt sich nicht mit einem Papagei auf der Schulter an; es schleicht sich langsam heran. Hier ist, worauf Sie achten sollten:

  • Unerklärliche Müdigkeit oder Reizbarkeit – Ihr Kind wirkt vielleicht "faul" oder quengelig, aber es könnte sein Körper sein, der kämpft.
  • Zahnfleischbluten oder lockere Zähne – selbst wenn es sich regelmässig die Zähne putzt.
  • Leichte Blutergüsse (blaue Flecken) – diese mysteriösen violetten Male, die ohne Grund auftauchen.
  • Gelenk- und Muskelschmerzen – besonders in den Beinen, die das Gehen manchmal erschweren.
  • Raue, holprige Haut oder Korkenzieherhaare – ein klassisches Zeichen dafür, dass Vitamin C fehlt.

Die gute Nachricht? Es ist kinderleicht zu beheben. Ein paar Wochen mit Vitamin-C-Präparaten und ein wenig Kreativität, um Kiwi in Smoothies zu schmuggeln, und das Kind in Wellington ist bereits wieder auf den Beinen. Aber es ist ein Weckruf für uns alle. Wir neigen dazu zu denken, dass Mangelernährung woanders passiert, bei Menschen in Hungersnotgebieten. In Wirklichkeit kann sie in Ihrem eigenen Wohnzimmer passieren, ein Chicken Nugget nach dem anderen.

Also, wenn Sie das nächste Mal eine Gutenachtgeschichte vorlesen – vielleicht sogar Der Piratenschreck mit seinen farbenfrohen Seebären – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um auf den Teller Ihres eigenen Kindes zu schauen. Bekommt es genug Farbe? Denn die wahren Skorbut-Racker sind nicht in Bilderbüchern; sie sind die unsichtbaren Mängel, die unsere Kinder beschleichen, wenn wir nicht hinsehen.