Paul Eagles 460'000-Franken-Fiasko: Der Chatham-Inseln-Skandal, der Wellington in Atem hält
Seien wir ehrlich: Wenn der Name eines öffentlichen Amtsträgers aus den falschen Gründen in aller Munde ist, kann man meist davon ausgehen, dass jemand schamlos Steuergelder verschwendet hat. Genau das ist der Fall bei Paul Eagle, dem ehemaligen starken Mann im Rat der Chatham-Inseln. Ein neuer Bericht sorgt jetzt für Aufsehen – und der zuständige Minister spitzt schon den Bleistift, um die nächsten Schritte zu prüfen.
Während der Rest des Landes mit den hohen Lebenshaltungskosten kämpfte, hat sich der damalige Geschäftsführer des Inselrats offenbar prächtig auf Kosten der Allgemeinheit leben lassen. Konkret geht es um eine Hausrenovierung, die mit satten 460'000 Franken zu Buche schlug. Nur zur Einordnung: Das ist kein Wochenendausflug zum Baumarkt, das ist eine grundlegende Sanierung. Das eigentliche Sahnehäubchen? Es war nicht nur das Haus. Der Bericht hebt auch Beraterdienstleistungen hervor, die an seine Ehefrau vergeben wurden – ganz ohne die üblichen Kontrollen und Checks. Hinzu kamen ein paar Aussagen gegenüber dem Rat, die, sagen wir mal, etwas "kreativ" mit der Wahrheit umgingen.
Wofür 460'000 Franken draufgehen können
Um das Ausmass zu verstehen, muss man sich das Leben auf den Inseln vorstellen. Es ist eine atemberaubend schöne, aber raue Gegend, in der der Gemeinschaftssinn die Währung ist und jeder mit anpackt. Wenn sich dann ein öffentlicher Bediensteter aufführt, als wäre der Ort sein persönlicher Lehensbesitz, dann tut das doppelt weh. Hier die Punkte, die die Gemüter erhitzen:
- Die Luxussanierung: Das Diensthaus des Rates wurde für 460'000 Franken rundum erneuert. Eine Summe, mit der man eine Menge Strassen hätte reparieren oder den Hafen hätte ausbauen können.
- Der Familienzuschlag: Eagles Frau erhielt Geld für Beratungsarbeiten – allerdings scheint das Vergabeverfahren komplett ignoriert worden zu sein. Keine Ausschreibung, keine Aufsicht – einfach eine direkte Familienzahlung.
- Die Vertuschung: Der Bericht macht klar, dass Eagle seinen eigenen Rat und die Öffentlichkeit über die Ausgaben getäuscht hat. Es war nicht nur schlechtes Management, es war ein bewusster Versuch, die Wahrheit zu verschleiern.
Wenn er nur halb so viel Zeit in ein grundlegendes Lehrbuch wie Financial Accounting for Managers investiert hätte wie in die Auswahl neuer Vorhänge, wären wir vielleicht nicht in dieser Misere. Es ist Public Finance 101: Man behandelt öffentliche Gelder nicht wie seinen persönlichen Lottogewinn.
Recht und Unordnung auf Rekohu
Eine gewisse Ironie bleibt hier im Hals stecken. Eagle führte offenbar gerne ein strenges Regiment, ähnlich wie eine Figur aus Judge Dredd: Year One – voll auf Regeln und Vorschriften pochen, wenn es um andere geht. Aber wenn es um das eigene Stück vom Kuchen ging, wurden diese Regeln plötzlich zu blossen... Empfehlungen. Es ist die uralte Geschichte: Macht ohne Verantwortung.
Und für die Leute, die tatsächlich dort leben, diejenigen, die ihren Alltag durch Mühen und Entbehrungen meistern, die nach einem langen Tag beim Fischen oder auf dem Bauernhof den Sternen nach Hause folgen, fühlt sich das wie ein Schlag ins Gesicht an. Sie kennen den Wert harter Arbeit und eines Frankens. Sie brauchen keinen Neuling, der ihre Steuergelder wie Portokasse behandelt.
Was nun? Der Minister hat bereits Konsequenzen angedeutet, und man kann darauf wetten, dass sich die Opposition wie ein Ausschlag darauf stürzen wird. Eagles Entschuldigung ist bereits raus, aber in einer kleinen Gemeinschaft wie den Chathams – und im weiteren Gericht der öffentlichen Meinung – ist Vertrauen wie eine Porzellantasse. Ist sie erstmal zerbrochen, kann man sie nicht einfach wieder zusammenkleben und so tun, als wäre alles beim Alten.