Michael Thorbjornsen – Der nächste Golfstar der USA glänzt bei den Players Championship
Es gibt Namen, die bleiben einfach hängen. Für uns, die wir das College-Golf in den Staaten verfolgen, ist Michael Thorbjornsen seit Jahren so einer. Aber jetzt, nach seinem Auftritt am Wochenende bei den Players Championship, ist es nicht mehr nur wir Nerds, die die Augenbrauen hochziehen. Die ganze Golfwelt beginnt zu realisieren, dass dieses Stanford-Produkt auf dem Weg ist, etwas ganz Besonderes zu werden.
Die Freundschaft mit Åberg und der Weg von Stanford
Für uns Schweizer ist es besonders erfreulich, dass Thorbjornsen gerade jetzt hervortritt. Nicht nur, weil er fantastisches Golf spielt, sondern weil er eine besondere Geschichte mit unserem Ludvig Åberg teilt. Die beiden spielten zusammen in Stanford, einem Universitätsteam, das in den letzten Jahren fast eine Kaderschmiede für zukünftige PGA-Stars war. Jemand, der kürzlich mit Trainern an der Westküste sprach, erzählte, dass sie nicht aufhören konnten, über dieses Trio Åberg, Thorbjornsen und Michael Brennan zu schwärmen. Schon damals war klar, dass sie auf unterschiedliche Weise herauskommen und dominieren würden. Jetzt sehen wir es mit eigenen Augen.
Debüt auf dem TPC Sawgrass, das für Aufsehen sorgte
Als relativ Neuling auf der Tour auf den TPC Sawgrass zu kommen, ist keine einfache Aufgabe. Der Platz ist tückisch, der Druck des Publikums ist enorm und die Grüns sind schneller als ein New Yorker Taxi. Trotzdem war da etwas in Thorbjornsens Auftreten, das sich... reif anfühlte. Er ging da raus, spielte sein eigenes Spiel und zeigte ein Eisenspiel, das so manchen Veteranen aufhorchen liess.
Es gab eine bestimmte Situation am Wochenende, die mir wirklich ins Auge fiel. Nach einem etwas holprigen Spiel zuvor in seiner Runde fand er sich in einer Lage, in der die meisten Amateure (und einige Profis) sich mit einem Par zufriedengegeben hätten. Nicht so Thorbjornsen. Er zielte auf die Fahne, schlug ein Annäherungsspiel, das weicher landete als eine Sommerbrise, und stellte einen Birdie auf, der so selbstverständlich war, dass man fast vergass, wie schwierig es eigentlich ist. Es sind diese Momente, die die Guten von den wirklich, wirklich Hervorragenden unterscheiden.
Hier sind drei Gründe, warum Thorbjornsen gerade jetzt heisser ist als je zuvor:
- Der Stanford-Stempel: Er wurde im gleichen System gedrillt, das Åberg und mehrere andere hervorgebracht hat. Das sieht man in seinem Spielverständnis.
- Die Eisen: Er muss vom Fairway aus nicht zocken. Sein Approaches sind so präzise, dass er den Ball dorthin lenken kann, wo er will, egal wo die Fahne steht.
- Der Kopf: Er scheint völlig unbeeindruckt vom Rampenlicht. Debüt auf den grössten Bühnen des Golfs? Kein Problem.
Was macht ihn so besonders?
Man kann immer über Schwungtechnik und Statistiken reden, aber für mich geht es genauso sehr um den Kopf. Thorbjornsen hat diese seltene Fähigkeit, zurückzukommen. Er hat keine Angst zu scheitern, was auf diesem Niveau ein Muss ist. Sein Approachspiel ist absolut Weltklasse. Er schlägt die Eisen sauber und mit einer Kontrolle, die den Platz kleiner wirken lässt. Trotz seiner Jugend wirkt er nicht, als würde er Ergebnissen hinterherjagen. Er ist bei jedem Schlag präsent, genau wie ein zehn Jahre älterer Hase. Auf Stanford zu gehen, bedeutet nicht nur Studium; es ist ein Umfeld, das Gewinner hervorbringt. Er hat schon seit Jahren gegen zukünftige Profis gespielt und gewonnen.
Die Zukunft ist rosig
Wir werden garantiert in Zukunft mehr von Michael Thorbjornsen sehen. Er hat das Werkzeug, das Temperament und jetzt auch die Erfahrung von einem der grössten Turniere der Welt. Und für uns Schweizer Fans? Das bedeutet, dass die Rivalität und Freundschaft mit Ludvig Åberg sich weiterentwickeln wird. Sie kennen sich in- und auswendig, haben auf der gleichen Range geschuftet und jetzt tun sie es auf der grössten Bühne der Welt.
Ich sage nur: Augen auf. Das ist kein One-Hit-Wonder. Das ist der Anfang von etwas wirklich, wirklich Grossem.