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Geist an Bord: Der IndiGo-Passagier, der die Notausgangstür öffnen wollte

Indien ✍️ Rajesh Nair 🕒 2026-03-30 22:23 🔥 Aufrufe: 3
Indigo passenger tries to open emergency exit door on flight

Sie wissen, ich berichte jetzt schon so lange über die Luftfahrt in diesem Land, dass ich eigentlich dachte, ich hätte alles gesehen. Verspätungen, technische Probleme, gelegentlich einen renitenten Passagier wegen einer verstellten Sitzlehne – das ist das übliche Programm. Aber was sich diese Woche auf dem IndiGo-Flug von Bengaluru nach Varanasi abgespielt hat? Das ist eine dieser Geschichten, bei denen man seinen Tee weglegen und ungläubig auf den Flightradar24-Feed starren muss.

Es war der 29. März, ein routinemässiger Flug von 6E in Richtung Norden. Die Kabinenbeleuchtung war gedimmt, das Anschnallzeichen erloschen, und alle waren in dieser nach dem Essen einsetzenden Ruhephase. Und dann brach das Chaos aus. Ein männlicher Passagier, später identifiziert als 32-jähriger Mann aus Bengaluru, stand plötzlich auf, rannte zur Notausgangstür und versuchte wie wild, den Griff zu öffnen. Wir reden hier von Reiseflughöhe – der Druck, der diese Tür zu einer Festung macht, es sei denn, man ist ausgebildeter Profi oder hat einen Todeswunsch. Die Flugbegleiter, die wirklich eine Medaille verdient hätten, reagierten sofort. Sie rissen ihn von der Tür weg, bevor er ernsthaften Schaden anrichten konnte.

An diesem Punkt nimmt die Geschichte eine Wendung vom Beängstigenden ins Surreale. Als die Crew und andere Passagiere ihn festhielten, fragten sie ihn, was zum Teufel er sich dabei gedacht habe. Seine Antwort? Ein Geist habe ihm gesagt, er solle die Tür öffnen. Er sei besessen gewesen. Ich bin seit einem Jahrzehnt in diesem Geschäft und habe schon einige wilde Ausreden für Fehlverhalten gehört – aber einen Geist dafür verantwortlich zu machen, dass man in 10'000 Metern Höhe ein Massenunglück verursachen will, ist neu.

Der Kapitän ging kein Risiko ein. Wurde die Maschine sofort umgeleitet? Nein, eigentlich traf man eine kalkulierte Entscheidung. Da die Situation unter Kontrolle war und der nächste Flughafen keinen grossen Umweg bedeutete, flog man weiter nach Varanasi, aber bei der Landung wartete bereits die Polizei auf dem Vorfeld. Kein VIP-Ausgang für diesen Herrn.

Der «Besessenheits»-Vorwand und die Festnahme

Der Mann wurde in Gewahrsam genommen. Wie man auf dem örtlichen Polizeirevier hört, blieb er bei seiner Version – er beteuerte, unter dem Einfluss einer übernatürlichen Macht gestanden zu haben. Ob es nun ein psychischer Ausnahmezustand war oder die schlechteste Ausrede der Luftfahrtgeschichte – Tatsache ist, dass er versuchte, die Sicherheit von über 150 Menschen zu gefährden. Gegen ihn wurde wegen Gefährdung von Leben nach den entsprechenden Paragraphen des Bharatiya Nyaya Sanhita Anzeige erstattet. In den Online-Diskussionen bei Flight Club ist viel los, Vielflieger meinen, das sei genau der Grund, warum sie beim Boarding immer auschecken, wer in der Nähe der Notreihe sitzt.

Ich habe selbst den AA Route Planner für diese Strecke aufgerufen – es ist eine Standardroute, nichts Ungewöhnliches im Luftraum. Turbulenzen oder Wetter waren also nicht das Problem. Es ging einzig und allein darum, dass ein Passagier auf die denkbar schlimmste Weise die Kontrolle verlor.

Seien wir ehrlich, als Vielflieger in Indien sind wir das Chaos beim Boarding, das ewige Gedränge an der Sicherheitskontrolle und den Nervenkitzel, das eigene Flugzeug auf dem Vorfeld zu entdecken, gewohnt. Aber dieser Vorfall ist eine deutliche Erinnerung an einiges:

  • Sicherheit ist mehr als nur Gepäckscanner: Wie screenen wir auf Absichten? Dieser Mann trug keine Waffe bei sich, aber eine Wahnvorstellung, die uns alle hätte töten können.
  • Die Crew ist die erste Verteidigungslinie: In diesem Moment servierten die Flugbegleiter nicht einfach nur Essen. Sie verhinderten physisch eine Katastrophe. Ihre Ausbildung hat diesen Flug gerettet.
  • Bewusstsein für psychische Gesundheit unterwegs: Wir reden oft über Verspätungen und Annullierungen, aber selten über den psychologischen Druck, den Fliegen bei manchen Menschen auslösen kann.

Am Ende landete der Flug nach Varanasi sicher. Aber wenn Sie an Bord dieser IndiGo-Maschine gewesen wären, war das Beängstigendste wohl nicht die Landung – sondern der Blick auf die Notausgangstür für den Rest des Fluges und der Gedanke, was wäre wenn. Die Direktion für Zivilluftfahrt (DGCA) wird sich das mit Sicherheit genau ansehen. Das tun sie meistens, wenn jemand versucht, ein Flugzeug in eine fliegende Blechdose mit Loch zu verwandeln. Vorerst bleibt der Mann in Haft, und wir anderen haben eine weitere kuriose Geschichte mehr, die wir uns in der Flughafen-Lounge erzählen können. Wahrscheinlich wieder nur ein ganz normaler Dienstag am indischen Himmel.