Edward Lee nach Gewaltvorfall aus Spitzenrestaurant entlassen: In 41 Tagen den Stern geholt
Es hätte eine der ganz großen Erfolgsgeschichten der neueren dänischen Restaurantgeschichte werden sollen. Ein charismatischer und wahnsinnig talentierter Küchenchef, Edward Lee, schafft es in nur 41 Tagen, ein anonymes Kopenhagener Restaurant ins Rampenlicht zu führen und ihm einen begehrten Michelin-Stern zu sichern. Doch das Märchen endete abrupt, als er nach einem Gewaltvorfall in der Küche entlassen wurde. Nun stehen sowohl Lee als auch das Restaurant Monks vor den Trümmern dessen, was hätte sein können.
Der Mann mit den vielen Namen und Gesichtern
Wenn man in den Geschichtsbüchern stöbert, taucht der Name Edward Lee an mehreren Stellen auf. Für die meisten wird er wohl in erster Linie mit dem amerikanischen Bürgerkriegsgeneral Robert E. Lee in Verbindung gebracht werden, oder vielleicht mit dem exzentrischen Schatzsucher und Unterwasserarchäologen Edward Lee Spence, der sein Leben damit verbracht hat, versunkene Schätze zu finden. Aber in Kopenhagens Food-Szene gibt es nur einen Edward Lee, der in den letzten Wochen in aller Munde war. Leider aus den völlig falschen Gründen.
41 Tage, die alles veränderten
Als Edward Lee seine Stelle als Küchenchef im Monks antrat, hatte niemand diese Adresse wirklich auf dem Schirm. Das änderte sich blitzartig. Mit einer Mischung aus nordischem Minimalismus und südkoreanischer Urwüchsigkeit kreierte er ein Menü, das die Kritiker ins Staunen versetzte. In Rekordzeit – genau 41 Tage – gelang es ihm, ein gastronomisches Konzept zu entwickeln, das bei der letzten Michelin-Verleihung Monks einen Stern einbrachte. Es war ein Meisterstück, das die Branche sprachlos machte. Von einem unbedeutenden Spieler auf Kopenhagens Restaurant-Schachbrett wurde Monks plötzlich zu einem Must-Visit für Feinschmecker.
- Die geheime Anwerbung: Edward Lee wurde ohne großes Aufhebens geholt, doch Gerüchten zufolge waren mehrere Spitzenrestaurants hinter ihm her.
- Der Stern in 41 Tagen: Eine Leistung, die normalerweise Jahre dauert, wurde hier in anderthalb Monaten vollbracht.
- Der Gewaltvorfall: Der interne Konflikt, der angeblich in körperlicher Gewalt gegen einen Kollegen endete, war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.
- Karriere-Aus: Experten schätzen, dass eine solche Entlassung für den jungen Koch ein langes Karriere-Aus bedeuten kann.
Die Gewalt in der Küche
Doch hinter der Fassade von Erfolg und Kritikerlob schwelte offenbar etwas anderes. Kürzlich eskalierte eine Situation in der ansonsten so glänzenden Küche. Es endete damit, dass Edward Lee ein anderes Mitglied des Personals angriff. Gerüchten zufolge handelte es sich um einen heftigen und unprovozierten Angriff, der es der Geschäftsleitung unmöglich machte, ein Auge zuzudrücken. Monks handelte entschlossen und sprach die fristlose Kündigung aus. In einer Branche, die oft von langen Arbeitstagen und hohem Stressniveau geprägt ist, greift man selten zu einer so drastischen Maßnahme. Aber hier war die Grenze erreicht.
Was nun für Monks und Lee?
Die Nachricht von der Entlassung hat die Kopenhagener Food-Szene wie eine Bombe einschlagen lassen. Kollegen und Konkurrenten stehen fassungslos da. Wie konnte sich ein so herausragendes Talent so weit vergessen? Für Monks ist die Situation natürlich katastrophal. Sie verlieren nicht nur einen Spitzenkoch, sondern stehen auch vor dem akuten Problem, das extrem hohe Niveau zu halten, das die Gäste nun erwarten. Ob sie den neu gewonnenen Stern ohne Edward Lee an der Spitze behalten können, wird die Zeit zeigen. Für Edward Lee selbst sieht die Zukunft düster aus. Eine Entlassung aufgrund von Gewalt kann einem Karriere-Aus in den besten Kreisen für viele Jahre gleichkommen. Er hat in Rekordzeit eine Sensation geschaffen und in Rekordzeit alles wieder hingeworfen. Die Frage ist, ob er jemals wieder eine Chance bekommt, sich zu erheben.