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Nathan Collins und Der Samen der Freiheit: Wie der Geist des irischen Fussballs tiefer geht als jedes Ergebnis

Sport ✍️ Seamus O’Reilly 🕒 2026-03-27 07:03 🔥 Aufrufe: 1
Nathan Collins im Einsatz für Irland

Schauen Sie, wenn Sie zu den Leuten gehören, die eine irische Leistung nur nach dem Ergebnis beurteilen, dann haben Sie den Punkt völlig verpasst. Der Donnerstagabend in Amsterdam war eine Niederlage, das ist klar. Aber als ich dort auf dem Platz stand und zusah, wie Nathan Collins die Abwehr wie ein Besessener anführte, dachte ich nicht an die zwei Gegentore. Ich dachte an eine andere Art von Kampf. An jenen, der im irischen Blut liegt, lange bevor in der League of Ireland je ein Ball getreten wurde.

Collins war überragend. Die Verbindung von Collins und dem irischen Fussball handelt nicht nur von einem Jungen aus Leixlip im grünen Trikot; es geht darum, eine Last zu tragen, die schwerer wiegt als jeder Premier-League-Vertrag. Man sah es, wie er die Abwehrreihe dirigierte, wie er seinen Körper in jeden Zweikampf warf. Es ist derselbe störrische, unbeugsame Geist, über den man in Days in the Life: Reading the Michael Collins Diaries 1918-1922: From the Records of the National Archives, Ireland lesen kann. Das war nicht nur ein Fussballer, der seine Arbeit verrichtete; das war eine direkte Verbindung zum Irischen Unabhängigkeitskrieg 1920-22. Eine Weigerung, sich zu beugen.

Von Wolfe Tone nach Wolverhampton

Es ist ein roter Faden, der sich durch unsere Geschichte zieht und die ungewöhnlichsten Punkte verbindet. Nehmen Sie die alte Garde. Wenn man sich die Liste der Spieler von Wolverhampton Wanderers ansieht, die den Weg ins Black Country fanden, ist das ein Who-is-Who des irischen Mutes. Da war Robbie Keane, der Junge aus Tallaght, für den es das Normalste der Welt war, Tore für Irland zu schiessen. Aber da waren auch die Knochenbrecher. Paul Ince war vielleicht Engländer, aber er verstand das Molineux-Gebrüll, von dem so viele unserer Jungs zehrten. Dann war da Kenny Miller, der Schotte, der alles gab, und Mixu Paatelainen, der grosse Finne, der wusste, was es hiess, sich durchzubeissen. Selbst Iwan Roberts, der Waliser, brachte dieses Arbeiterethos mit, das irische Fans schon immer respektierten. Sie alle waren Teil einer Geschichte, aber die Wurzeln? Die Wurzeln liegen hier.

Und fangen Sie mich gar nicht erst mit Billy Wright (Fussballer, geb. 1924) an. Der erste Spieler, der 100 Länderspiele für England bestritt, aber in Ironbridge geboren wurde? Die Ironie entgeht uns nicht. Es ist eine Erinnerung daran, dass unser geliebter Sport schon immer eine Bühne für Identität war. Für uns verdichtet sich diese Identität in Momenten wie Donnerstagabend oder in der Erinnerung an jene, die das Trikot trugen, lange bevor es die Premier League gab.

Die Geister von Belfast Celtic

Um die Seele des irischen Fussballs zu verstehen, muss man den Staub verstehen, der sich vor langer Zeit gelegt hat. Ich spreche von den Spielern von Belfast Celtic. Namen, die nicht in die Highlight-Reels im Fernsehen kommen, aber Namen, die in die Wände jeder Umkleidekabine von Dublin bis Donegal gemeisselt gehören. Männer wie Albert Edward (Ned) Weir, ein knallharter Aussenverteidiger. Alec McCartney, Andy Kennedy (Fussballer, geb. 1897), Arthur King (Fussballer) und Bertie Fulton. Dieser Klub war nicht nur eine Mannschaft; er war eine Aussage.

Wenn man alte Archive durchstöbert, wie sie etwa in Dan’s Diary zu finden sind, bekommt man eine Ahnung davon. Das waren keine Jungs, die für eine Ablösesumme spielten. Sie spielten für eine Gemeinschaft unter Belagerung. Als Belfast Celtic 1949 nach den Linfield-Krawallen aus der Irish League austrat, erlosch ein Licht. Aber dieser Samen? Dieser Samen der Freiheit, von dem in den Geschichtsbüchern die Rede ist? Er starb nicht. Er ging einfach in den Untergrund.

Man sieht ihn heute in Spielern wie Nathan Collins. Man sieht ihn in der Liste der irischen Nationalspieler, die vor ihm kamen. Es liegt in der DNA von:

  • Robbie Keanes späten Siegtreffern, die englische Herzen brachen.
  • Paul McGraths standhafter Klasse trotz einer Welt voller Schmerz abseits des Platzes.
  • Der schieren, unverfälschten Leidenschaft von Carl – denn wenn man aus Irland kommt und Fussball spielt, weiss man genau, wer "Carl" ist. Der Herzschlag.

Also gut, wir haben in diesem Wolverhampton Wanderers der internationalen Freundschaftsspiele, oder wie auch immer diese Nations-League-Qualifikationsspiele jetzt heissen, nicht das Ergebnis geholt. Aber ich habe mich vor dem Fernseher mit einem Gefühl des Stolzes weggedreht. Denn als Collins in der 80. Minute in diesen Zweikampf ging, ging es nicht darum, einen niederländischen Angriff zu stoppen. Es war eine Weigerung, nachzugeben. Es war 1922. Es war 1949. Es war jeder irische Stürmer, der jemals im Wolves-Trikot gekämpft hat, von den 1950er-Jahren bis in die heutige Zeit.

Ergebnisse kommen und gehen. Der Geist? Das ist ein permanenter Wechsel. Und im Moment ist er in guten Händen.