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Alexander Zverev in Miami: Erinnerung an das Finale von Rom 2018 und die bevorstehende Herausforderung gegen Alcaraz

Sport ✍️ Marco Rossi 🕒 2026-03-22 03:58 🔥 Aufrufe: 3
Alexander Zverev in azione

Wenn es einen Moment gibt, der den italienischen Fans noch immer in den Knochen steckt, dann ist es jener Nachmittag des 20. Mai 2018. Der Centre Court im Foro Italico war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Sonne brannte unbarmherzig – und auf der anderen Seite des Netzes stand niemand Geringeres als Rafael Nadal. Der König des Sands, der Mann, der mit dieser Trophäe einen Pakt geschlossen zu haben schien. Doch an diesem Tag schrieb Alexander Zverev ein Kapitel, das man hier in Rom nie vergessen wird. Das Finale der Internazionali BNL d’Italia, eines der schönsten der jüngeren Geschichte: 6:1, 1:6, 6:3. Ja, Sascha gelang, was nur wenigen vor ihm vergönnt war – und bis heute, wenn man hier vorbeikommt, bei einem Espresso an der Bar oder einem Spaziergang am Tiberufer, spricht man davon als einer Heldentat, die man seinen Enkeln erzählen wird.

Dieser Titel von 2018 war die Visitenkarte eines jungen Mannes, der dazu bestimmen schien, den Thron im Welttennis zu besteigen. Jetzt, wo er sich auf die Miami Open vorbereitet, kommt jener Sieg in Rom mit voller Wucht wieder ins Gedächtnis. Denn für Zverev mag Amerika eine andere Geschichte sein, aber die Gefühle sind dieselben. Er kommt in Florida an, nachdem er im Zweitrundenmatch gegen Martin Damm Jr. die erste Hürde genommen hat. Das war keine Selbstverständlichkeit, ganz im Gegenteil. Damm, ein Spieler, der derzeit für Furore sorgt, forderte den Deutschen einen ganzen Satz lang heraus. Doch wenn der Duft der grossen Schlacht in der Luft liegt, wenn das Match hart wird, holt Zverev jenes Tennis hervor, in das wir uns in Rom verliebt haben. Und er tut dies mit derselben unbarmherzigen Entschlossenheit, auch wenn der Hartplatz von Miami sich grundlegend vom roten Sand der Hauptstadt unterscheidet.

Das Beste kommt aber noch. Wenn die Setzliste hält, was sie verspricht – und ich habe das Gefühl, das wird sie –, könnten wir bald Zeuge eines Aufeinandertreffens werden, das für mich bereits das Derby der Zukunft ist: Alexander Zverev gegen Carlos Alcaraz. Auf der einen Seite der Champion, der bereits alles auf Masters-1000-Ebene gewonnen hat und bereits Slam-Finalsluft schnupperte, auf der anderen Seite das Phänomen, das den Tennissport gerade beim Kragen packt. Es wäre ein Aufeinandertreffen der Generationen, von Power und Talent. Und weisst du, was ich dabei denke? Dass dies, genau wie damals in Rom 2018, der Beginn eines weiteren entscheidenden Kapitels in Saschas Karriere sein könnte. Er, der in seinem Vater, Alexander Zverev Senior, stets die stille, unerschütterliche Stütze im Hintergrund hatte, weiss, dass man solche Partien nicht einfach bestreitet – man lebt sie.

Werfen wir einen Blick auf den Weg, der vor ihm liegt:

  • Die Erinnerung an Rom 2018: Dieses Finale gegen Nadal ist mehr als nur eine Trophäe in der Vitrine. Es ist der Beweis, dass Zverev in den entscheidenden Momenten jeden schlagen kann. Sogar den Grössten aller Zeiten auf Sand.
  • Die Gegenwart in Miami: Nach dem Test gegen Damm läuft der Motor auf Betriebstemperatur. Der schnelle Belag in Amerika ist historisch gesehen sein Jagdrevier, wo sein Aufschlag den Unterschied machen kann. Und hier ist der Aufschlag eine tödliche Waffe.
  • Die (unmittelbare) Zukunft mit Alcaraz: Sollte es zu einem Aufeinandertreffen kommen, wäre es ein psychologisches Duell, ebenso wie ein technisches. Alcaraz verkörpert die neue Garde, Zverev will beweisen, dass seine Herrschaft noch nicht vorbei ist.

Es ist faszinierend, wie der Tennissport manchmal mit den grossen Fügungen spielt. In diesen Tagen wurde viel über Zverevs Weg in Florida gesprochen, und sofort wandert der Blick zurück ins Jahr 2018. Denn Zahlen kann man leicht vergessen, aber das Gefühl, einen zwei Meter grossen Spieler sich wie ein Raubtier bewegen zu sehen, wie er Nadal auf einem Boden die Bälle entreisst, der für den Spanier wie gemacht schien – das vergisst man nicht. Es ist ein schweres Erbe, das weiss ich. Aber wenn einer die breiten Schultern hat, es zu tragen, und um Schlag für Schlag gegen einen Jungen wie Alcaraz zu kontern, dann ist er es.

Ich sage das immer: Manchmal verrennen wir uns zu sehr in Zahlen und Rankings und vergessen, dass diese Jungs auch mit der Erinnerung spielen. Zverev betritt den Platz in Miami in dem Wissen, dass er bereits Schlachten gewonnen hat, die von vornherein verloren schienen. Und dieses Finale von 2018 ist für alle, die wie ich mit Tennis aufgewachsen sind, der lebende Beweis, dass Saschas Tennis einfach himmlisch ist, wenn er die richtige Konzentration findet. Heute Abend, wenn wir das Achtelfinale sehen – oder vielleicht schon das Viertelfinale, falls der Turnierplan etwas vorprescht –, werden wir alle diese Longline-Rückhand vor Augen haben, die Nadal in Rom bezwang. Und sollte es zur Herausforderung gegen Alcaraz kommen, das versichere ich euch, dann wird man das Herz des Foro Italico auch tausende Kilometer entfernt schlagen hören.