New York: Flugzeug kollidiert am Flughafen LaGuardia mit Feuerwehrauto – vier Verletzte
Wenn in New York etwas schiefgeht, dann oft mit einer Dramatik, die man anderswo vergeblich sucht. So auch an diesem Wochenende am Flughafen LaGuardia. Wer die Bilder sieht, wie der Air-Canada-Flieger mit dem Heck über dem Vorfeld hängt und die Einsatzkräfte mit Schaum gegen ein Feuer vorgehen, der weiss: Hier hatte gerade jemand mächtig Glück im Unglück. Vier Verletzte, alle ausser Lebensgefahr – das klingt nach einem Wunder, wenn man bedenkt, was da krachend aufeinanderprallte.
Chaos auf dem Rollfeld: Was genau geschah?
Die Maschine aus Toronto war auf dem Weg zur Landebahn, als sie nach ersten Erkenntnissen aus internen Kreisen der Flugsicherung mit einem Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr kollidierte. Ich war selbst vor Jahren mal in LaGuardia, als eine Nebelwand den Betrieb lahmlegte – dieser Flughafen ist legendär für seine kniffligen Platzverhältnisse. Hier liegen Start- und Landebahnen wie ein Puzzle zwischen bebautem Gebiet und dem East River. Die Feuerwehr war wohl zu einer Routineinspektion unterwegs, als es plötzlich knallte. Das Fahrzeug wurde förmlich unter dem Flugzeug zermanscht. Dass die Evakuierung über die Notrutschen trotzdem vergleichsweise ruhig ablief, spricht für die Besatzung.
Die lange Liste der Schreckensmomente
Flugunfälle, besonders solche am Boden, haben oft ihre ganz eigene Tücke. Wer sich ein wenig auskennt, dem kommen sofort Namen in den Sinn, die in der Luftfahrthistorie wie Mahnmale stehen. Es ist, als hätte die Branche immer wieder die gleichen Lektionen lernen müssen, manchmal auf die harte Tour.
- Der Fall United-Airlines-Flug 173: 1978 ging in Portland der Treibstoff aus, während die Crew mit einem Fahrwerksproblem beschäftigt war. Ein klassisches Beispiel dafür, wie die Fixierung auf ein Problem andere, lebenswichtige Fakten ausblenden lässt.
- Air-France-Flug 358: 2005 in Toronto. Die Maschine rollte bei einem Unwetter über die Landebahn hinaus und ging in Flammen auf. Alle 309 Menschen überlebten – ein Beweis für die hervorragende Flugsicherheitskultur, aber auch ein Schrecken, den man nicht vergisst.
- Air-Ontario-Flug 1363: Und dann ist da noch der Winter. 1989 in Dryden, Kanada. Ein Flugzeug, das wegen Schnee und Eis am Boden nicht genug Schub bekam. Diese Tragödie hat die Enteisungsvorschriften für immer verändert.
Und natürlich der Name Wiley Post. Dieser einäugige Pionier war der erste Pilot, der alleine um die Welt flog. 1935 kam er bei einem Absturz in Alaska mit seinem Freund Will Rogers ums Leben. Es sind Geschichten wie diese, die zeigen: Der Himmel war schon immer ein Ort, der den Menschen alles abverlangt – technisches Können, Demut und schnelle Entscheidungen.
Ein Déjà-vu in Romanform?
Wenn man über solche Szenen nachdenkt, fühlt es sich manchmal an wie eine schlechte Wiederholung. Es gibt dieses Buch, „We all fall down: Roman“ – der Titel beschreibt es treffend. Es geht um die Fragilität des Moments, den Bruch in der Routine. Genau das erlebten die Passagiere in New York. Der eine Moment sitzt man angeschnallt, liest Zeitung, denkt an die Geschäftstermine. Im nächsten Moment überschlagen sich die Ereignisse, das Flugzeug ruckt, Metall knirscht auf Metall, und plötzlich ist man in einer dieser Szenen, die man sonst nur aus den Nachrichten kennt.
Jetzt heisst es für die Ermittler, die Trümmer zu ordnen. Aus dem Umfeld der Untersuchung heisst es, man schaue genau hin: Waren die Bodenradarsysteme korrekt eingestellt? Gab es ein Missverständnis zwischen Tower und dem Feuerwehrfahrzeug? War es die viel beschworene „gefährliche Nähe“ an einem der engsten Grossstadtflughäfen Amerikas? Die Aufzeichnungen aus dem Cockpit sind sichergestellt. Für die Passagiere wird diese Landung in New York noch lange nachwirken – als die, bei der alles schiefging, und doch alle am Ende auf den Bildschirmen ihrer Lieben zu Hause eine Nachricht senden konnten: „Mir geht’s gut.“