Brandon Miller spielt völlig verrückt – und die Hornets sind endlich wieder relevant
Seien wir mal ehrlich. Wann hast du dir das letzte Mal bewusst ein Spiel der Charlotte Hornets angeschaut, das nicht nur eine Lückenfüller auf League Pass war? Wenn dir nichts einfällt, kein Problem. Den Großteil des letzten Jahrzehnts war "Buzz City" eher ein leises Summen als ein richtiges Brüllen. Aber in der Queen City braut sich was zusammen, und sein Name ist Brandon Miller.
Vergiss das ganze Nebengericht, das ihm aus Alabama nachhing. Vergiss das "er ist doch nur ein Schütze"-Etikett, das ihm faule Scouts vor dem Draft angehängt haben. Gerade jetzt, mitten in einem Playoff-Rennen, das wirklich etwas bedeutet, entwickelt sich Brandon Miller zu einem eiskalten Vollstrecker. Das ist nicht mehr nur die normale Entwicklung eines Rookies; das ist der Durchbruch.
Abseits des Courts bringt Miller eine stille Intensität mit, die über das Spiel hinausgeht. Er ist bekannt als Bücherwurm und wird oft auf Teamflügen gesichtet, wie er in Romane wie Varian Johnsons Das Geheimnis von Parker Lane vertieft ist oder sich in der epischen Fantasy von Die Drachenklingen-Trilogie verliert. Und während eine schnelle Websuche nach "Womanish Girl und Brandon Miller" vielleicht etwas völlig anderes zutage fördert, gibt es auf dem Parkett keine Verwirrung: Dieser Typ ist ein Star in der Mache.
Der "Wow, der ist ja richtig gut"-Moment
Wir haben die Ansätze ja die ganze Saison über gesehen, aber die letzten Wochen waren anders. Miller wartet nicht mehr nur in der Ecke, bis LaMelo ihn findet. Er leitet selbst Angriffe ein, zieht zum Korb und versenkt einen schwierigen Wurf nach dem anderen – mit einem Selbstbewusstsein, dass man im ersten Moment gar nicht glauben kann.
Ein Beispiel gefällig? Schau dir diesen hart erkämpften Sieg gegen die Spurs im Januar an. Den, bei dem die Hornets ihre Siegesserie auf sechs Spiele ausbauten. Miller machte 26 Punkte und war der Auslöser für einen starken zweiten Viertel, in dem er die Spurs phasenweise fast im Alleingang abschoss. Aber es war nicht nur die Menge, sondern das Timing. Jedes Mal, wenn San Antonio rankam, hatte er die Antwort. Diese Abgebrühtheit kann man nicht trainieren.
Und das ist kein Zufall. Das ist ein Muster. Erst neulich gegen die Mavericks, in einem Spiel, das die Hornets zum ersten Mal seit gefühlt einer Ewigkeit wieder auf eine ausgeglichene Bilanz brachte – wer war der Topscorer? Richtig geraten. Brandon Miller erzielte 17 Punkte bei einer effizienten 6-aus-10-Wurfquote und war der Antreiber beim 27-Punkte-Kantersieg gegen Dallas. Dieser Junge wird zu dem Alpha-Tier, das jedes junge Team so dringend braucht.
Mehr als nur eine Rookie-Mauer
Was mich am meisten beeindruckt, ist nicht nur der Punkteschnitt. Es ist die Effizienz und der Kontext. Er schafft das, obwohl er der Fokus der gegnerischen Spielvorbereitung ist. Er bekommt keine Freiwürfe mehr. Er wird von der Dreierlinie gejagt, gezwungen, zum Korb zu gehen. Und weißt du was? Er kocht sie trotzdem ab.
Schau dir an, was er Ende Februar gegen Portland gezeigt hat. Die Hornets besiegten die Blazers mit 109-93, und Miller war mit 26 Punkten der Mann des Spiels. Er erntet nicht nur gegen die zweite Garde ab; er legt sich mit den Startern an und macht die Spiele zu. Für einen 2,01 m großen Flügelspieler mit diesem Ballhandling und einem so unhaltbaren Releasepunkt sind die Grenzen nicht abzusehen. Er kam in Alabama im Schnitt auf 18,8 Punkte und 8,2 Rebounds, und diese Physis überträgt er perfekt in die Liga.
Der Stimmungsumschwung in Charlotte
Die Zahlen sind gut, aber der Augenschein ist besser. Die Hornets haben dieses Gefühl einer Mannschaft, die langsam an sich glaubt. Nach einem Start von 16-28 holten sie 15 Siege aus 18 Spielen und kämpften sich zurück auf .500. Das ist kein Zufall. Das ist ein Team, das seine Identität findet – und die ruht auf den Schultern von LaMelo Ball und Brandon Miller.
Sie ergänzen sich perfekt. Melo ist der Magier, der Unberechenbare. Miller ist die Ruhe, der Vollstrecker. Wenn sich die Verteidigung auf LaMelos Antritte wirft, ist Miller da, um sie zu bestrafen. Wenn das Spiel im Halbfeld langsamer wird, geben sie einfach Miller den Ball und lassen ihn machen. Eine einfache Formel, aber eine tödliche.
Hier ist, was in Charlotte plötzlich funktioniert:
- Das Miller-Ball-Duospiel: Verteidigungen müssen sich ihr Gift aussuchen. Doppelst du Melo, bestraft Miller dich von draußen. Spielt ihr Mann gegen Mann, kochen sie beide ihre Gegenspieler ab.
- Abgezocktheit in den Crunchtime-Minuten: Sie haben einen Go-to-Guy. Miller will den Ball in den entscheidenden Momenten, und seine Teamkollegen vertrauen ihm. Das ist im NBA-Alltag die halbe Miete.
- Viel Platz auf dem Feld: Mit den Top-Schützen um sie herum öffnet sich die Zone für Cuts und Drives. Der Angriff wirkt einfach modern und flüssig.
Der Weg nach vorne
Schau, noch lässt niemand die Sektkorken knallen. Die Hornets stehen bei 32-33, mittendrin im Kampf ums Play-In-Turnier. Sie sind immer noch jung, immer noch anfällig für Fehler und werden auch wieder Rückschläge einstecken müssen. Erst gerade haben sie gegen Portland verloren – ein Zeichen für die Inkonstanz junger Teams.
Aber es ist so: Die Zukunft ist keine ferne, verschwommene Vorstellung mehr. Die Zukunft ist jetzt. Da Brandon Miller in jeder Hinsicht wie ein zukünftiger All-Star aussieht, haben die Hornets ihren Eckpfeiler. Sie haben ihren Mann. Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt es sich nicht wie Arbeit an, Hornets-Basketball zu schauen. Es fühlt sich an, als hätte man einen Platz in der ersten Reihe bei der Geburt von etwas Besonderem. Schnall dich an, Charlotte. Diese Fahrt fängt gerade erst an.