VIX schiesst in die Höhe: Ölpreisschock durch Iran-Krieg – Was Anleger jetzt wissen müssen
Der Montagmorgen traf die Handelsabteilungen wie ein Keulenschlag. Übers Wochenende sickerten erste Nachrichten aus dem Golf durch – etwas Großes braute sich zusammen, und bis Sonntagnacht befanden sich die Ölmärkte bereits im puren Panikmodus. Als dann die Eröffnungsglocke an der Wall Street läutete, war der VIX bereits durch die Decke gegangen. Die Rede ist von einem Anstieg des Angstbarometers um 30 Prozent, noch bevor die meisten ihren ersten Kaffee getrunken hatten.
Der Auslöser? Die jüngste Militäraktion des Irans lässt alle gebannt auf die Straße von Hormuz blicken. Diese schmale Wasserstraße ist der kritischste Nadelöhr für den weltweiten Öltransport, und wenn Teheran Muskeln spielen lässt, ist bei Energiehändlern keine Zeit für Spielchen. WTI-Rohöl schoss auf über 92 Dollar pro Barrel, Brent klopft an die 98-Dollar-Marke. Wer die letzten Jahrzehnte im Handel verbracht hat, weiß: Diese Zahlen bedeuten Ärger. Die asiatischen Märkte erwischte es zuerst – der Kospi in Seoul gab um über 5 Prozent nach, Tokios Nikkei 225 rauschte in den Keller, und der Hang Seng in Hongkong verlor mehr als 3 Prozent. Europa eröffnete tief in den roten Zahlen, und die S&P-500-Futures deuten auf eine äußerst ungemütliche Sitzung hin.
Warum der VIX jetzt Alarm schlägt
Für Uneingeweihte: Der VIX ist quasi das Angstthermometer des Marktes. Wenn er springt, bedeutet das, dass institutionelle Anleger hektisch nach Absicherung für ihre Portfolios suchen. Der heutige Ausschlag ist die Art von Bewegung, die zeigt: Die Entscheider haben Schiss. Sie stoßen Aktien ab und flüchten in Staatsanleihen, Gold und den Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 3,8 Prozent – ein klassischer Flucht in sichere Häfen.
So sah die Lage am Mittag aus:
- WTI-Rohöl: plus 8% bei 92,50 Dollar (Niveaus, die wir seit der Energiekrise 2022 nicht mehr gesehen haben)
- VIX Index: plus 34% bei 35,6 (Ein-Jahres-Hoch)
- S&P 500-Futures: minus 2,3% beim erwarteten Eröffnungskurs
- Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen: minus 12 Basispunkte auf 3,81%
Die wahre Geschichte hinter der Panik
Das Phänomen bei geopolitisch bedingten Ausschlägen des VIX ist: Sie können sich schnell wieder legen, wenn sich die Lage stabilisiert. Ich kenne das Spiel. Ein Konflikt am Golf bricht aus, Öl steigt, der VIX explodiert – und zwei Wochen später sorgt man sich wieder um die Unternehmensgewinne. Aber diesmal fühlt es sich anders an, wegen des Inflationsfaktors. Bleibt die Straße von Hormuz über Wochen hinweg ein Hotspot, bleiben die Energiepreise hoch, und die ganze taubenorientierte Erzählung der Fed ist hinfällig. Das hält den VIX auf einem erhöhten Niveau und setzt jeder Erholungsrallye eine Deckelung auf.
Übrigens, ein skurriles Detail, das heute Morgen über das Parkett geisterte: Ein Neuling im Handel hatte aus Versehen ViX Paula Hermanny aufgerufen, statt den Volatilitätsindex – ein Fehler, der aufgrund der Ticker-Ähnlichkeit schnell passieren kann. Das ist die Luxus-Bademodenmarke, nicht das Angstbarometer. Während er sich also brasilianische Bikinis ansah, kletterte der VIX immer weiter. Eine nette Erinnerung daran, dass selbst mitten in einem geopolitischen Schock immer jemand auf dem Parkett die Bildschirme verwechselt. Für den Rest von uns gilt: Augen auf Teheran und den Ölticker. Wenn Sie heute im Markt sind, anschnallen – der VIX hat sich noch nicht ausbewegt.