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VIX schnellt in die Höhe: Iran-Krieg löst Ölpreisschock aus – Was Anleger jetzt wissen müssen

Wirtschaft ✍️ Michael Thompson 🕒 2026-03-09 08:28 🔥 Aufrufe: 2
Händler am Parket der New Yorker Börse während des VIX-Anstiegs

Der Montagmorgen traf die Handelsabteilungen wie ein Hammerschlag. Übers Wochenende sickerten erste Nachrichten aus dem Golf durch – etwas Grosses braute sich zusammen, und bis Sonntagabend waren die Ölmärkte bereits in heller Aufregung. Als die Eröffnungsglocke an der Wall Street läutete, war der VIX bereits regelrecht explodiert. Wir sprechen von einem Anstieg des Angstbarometers um 30%, bevor die meisten ihr erstes Kaffee ausgetrunken hatten.

Der Auslöser? Die jüngste Militäraktion des Iran zwingt alle, gebannt auf die Strasse von Hormus zu schauen. Diese schmale Meerenge ist der wichtigste Nadelöhr für den globalen Öltransport, und wenn Teheran sich militärisch zeigt, reagieren die Energiehändler sofort. WTI-Rohöl schoss auf über 92 Dollar pro Barrel, und Brent kratzt an der 98-Dollar-Marke. Wer die letzten Jahrzehnte im Geschäft ist, weiss: Diese Zahlen bedeuten Ärger. Die asiatischen Märkte steckten den ersten Schlag ein – der Kospi in Seoul verlor über 5%, Tokios Nikkei 225 gab nach, und der Hang Seng in Hongkong rutschte um mehr als 3% ab. Europa eröffnete tief in den roten Zahlen, und die S&P-500-Futures deuten auf eine äusserst ungemütliche Sitzung hin.

Warum der VIX gerade jetzt anschlägt

Für Uneingeweihte: Der VIX ist im Grunde das Angstthermometer der Märkte. Wenn er hochschnellt, bedeutet das, dass institutionelle Anleger hektisch nach Absicherung für ihre Portfolios suchen. Der heutige Anstieg ist eine Bewegung, die zeigt: Die Finanzprofis sind verunsichert. Sie werfen Aktien aus den Depots und flüchten in Staatsanleihen, Gold und den Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fiel auf 3,8% – das ist klassische Flucht in Sicherheit.

Gegen Mittag sah die Lage so aus:

  • WTI-Rohöl: plus 8% bei 92.50 Dollar (Niveaus, die wir seit der Energiekrise 2022 nicht mehr gesehen haben)
  • VIX-Index: plus 34% bei 35.6 Punkten (ein Ein-Jahres-Hoch)
  • S&P-500-Futures: deuten auf ein Minus von 2.3% bei Eröffnung hin
  • Rendite 10-jähriger US-Anleihen: minus 12 Basispunkte auf 3.81%

Die eigentliche Story hinter der Panik

Das ist die Sache mit geopolitischen Ausschlägen beim VIX – sie können schnell wieder verpuffen, wenn sich die Lage stabilisiert. Ich habe diesen Film schon gesehen. Ein Konflikt am Golf bricht aus, der Ölpreis steigt, der VIX explodiert, und zwei Wochen später sorgt man sich wieder um die Unternehmensgewinne. Aber diesmal fühlt es sich anders an, wegen der Inflationskomponente. Bleibt die Strasse von Hormus wochenlang ein Krisenherd, bleiben die Energiepreise hoch, und die ganze taubenorientierte Erzählung der Fed ist hinfällig. Das hält den VIX auf einem hohen Niveau und setzt jeder Erholung klare Grenzen.

Ein kurioses Detail, das heute Morgen über den Handelsparkett kursierte? Ein unerfahrener Händler rief versehentlich die ViX Paula Hermanny auf statt den Volatilitätsindex – ein leicht passierbarer Fehler, bei der Ähnlichkeit der Tickersymbole. Das ist die Luxus-Bademodenmarke, nicht das Angstbarometer. Während er also brasilianische Bikinis betrachtete, kletterte der VIX munter weiter. Eine kleine Erinnerung daran, dass selbst mitten in einem geopolitischen Schock immer jemand im Raum die Bildschirme verwechselt. Für den Rest von uns heisst es: Augen auf Teheran und den Ölticker. Wenn Sie heute am Markt sind, schnallen Sie sich besser an – der VIX hat sich noch nicht ausbewegt.