Wahnsinn im Bernabéu: Madrid empfängt City in einer Champions-Nacht, die ganz Spanien in den Bann zieht
Das Santiago Bernabéu bebt bereits. Gegen acht Uhr abends fuhr der Teambus von Real Madrid über die Plaza de los Sagrados Corazones, und der Jubel kannte keine Grenzen. Hunderte, nein tausende Kehlen skandierten die Namen von Vinicius, von Bellingham, von einem Modric, der mit vierzig Jahren immer noch der Leitstern in dieser Champions League ist. Der Empfang für die Mannschaft war einer, der Gänsehaut verursacht, einer, der jeden davon überzeugen würde, dass dies heute Nacht gegen Manchester City kein gewöhnliches Spiel ist: Es ist das vorweggenommene Finale der Königsklasse.
Eine Ritual, das immer wirkt
Die alten Hasen rund ums Stadion sangen schon: "Das hier ist Real Madrid, und das hier ist der Europapokal." Egal, dass der Gegner der amtierende Meister ist, dass da dieser Haaland aufläuft oder dass Guardiola unser Team tausendmal analysiert hat. Wenn das Wappen an einem UEFA-Champions-League-Abend den Rasen des Bernabéu betritt, verwandelt sich der Fußball in etwas anderes. Ancelotti, seinem Stil treu, wiederholte, dass es "keine Favoriten" gebe, aber in der Luft liegt dieser verschmitzte Spürsinn des Italieners, der weiß, dass seine Mannschaft niemals tot ist. Die einzige Frage in der Startelf ist, ob Tchouaméni von Beginn an spielt oder ob er auf ein kreativeres Mittelfeld setzt. Klar ist, dass die Verletztenmisere, mit den üblichen kurzfristigen Problemen, keine Ausrede sein wird: Der Kader ist bereit, die Welt zu verschlingen.
Der Tag des 'Champions' überall
Und während der Ball in Chamartín rollt, fällt auf, dass heute überall dieses Wort 'Champions' in aller Munde ist. Aber nicht nur im Fußball. In den Spielwarenläden streiten sich die Kleinsten um die neuesten Modelle von Lego Speed Champions, diesen Miniatur-Flitzern, die Formel-1-Boliden oder Traum-Hypercars nachbilden. Mein Sohn hat den ganzen Nachmittag den McLaren von Senna zusammengebaut, während ich versuchte, ihm zu erklären, dass es im Bernabéu auch ums Rennen geht – nur mit einem anderen Motor. Und auf den parallelen Bildschirmen fiebern die Gamer bei der League of Legends Champions Korea, der LCK, wo gerade die Playoffs anstehen. T1 und Gen.G kämpfen um den Einzug ins Finale, und die Streams auf Twitch glühen. Die Welt des Sports, in all seinen Varianten, dreht sich heute um dieses Wort: champions.
Pep, Erling und die Kunst des Krieges
Doch zurück zum Wesentlichen. City kommt mit seiner Armada und den Lehren aus früheren K.o.-Duellen. Guardiola weiß, dass es hier nicht reicht, den Ballbesitz zu dominieren; man muss treffen, und zwar richtig. Gegenüber steht die Madrider Abwehr mit Rüdiger als Klebstoff und dem Auftrag, den in Topform befindlichen Haaland auszuschalten. Man sollte auch die Zweikämpfe im Auge behalten, die versprechen, für Zündstoff zu sorgen:
- Vinicius vs. Walker: Der Brasilianer sucht den Raum hinter dem Rücken des Engländers, der bereits weiß, wie es ist, gegen ihn zu leiden.
- Bellingham vs. Rodri: Der Generationenkampf im Mittelfeld, ein Duell von Talent und Durchsetzungsvermögen.
- Courtois vs. Haaland: Der belgische Riese gegen die norwegische Torfabrik. Ein Spiel im Spiel.
Ancelotti ließ in der Pressekonferenz einen dieser Sätze vom Stapel, die ihm aus der Seele sprechen: "Das Bernabéu muss heute Nacht unser zwölfter Mann sein." Und er hat recht. Der Empfang heute war der erste psychologische Nadelstich. Jetzt müssen sie auf dem Rasen nachlegen.
Was danach kommt
Wie auch immer das Ergebnis dieses Achtelfinal-Hinspiels ausfällt, die Runde bleibt für das Rückspiel in Manchester offen. Aber die klugen Madridistas wissen, dass es solche Nächte sind, die Legenden schmieden. Sei es das Brüllen der Tribüne, ein Kind, das seinen Traum aus Legosteinen baut, oder die Finger auf der Tastatur beim Anschauen eines League-of-Legends-Matches – der Geist des 'Champions' pulsiert in jedem Winkel des Planeten. Und heute schlägt dieses Herz im Gleichtakt: für das Santiago Bernabéu. Der Ball rollt.