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Gina Carano im Interview: MMA-Legende spricht über 'In The Blood', ihr Leben in den Dolomiten und den Stand des Kampfsports

Sport ✍️ Seán O'Donnell 🕒 2026-03-11 09:12 🔥 Aufrufe: 1

Wer in den späten 2000er-Jahren Kampfsport verfolgt hat, dem war der Name Gina Carano mehr als nur der einer Kämpferin – sie war das Gesicht des Frauen-MMA, lange bevor die UFC überhaupt eine Bantamgewichtsklasse hatte. Die Frau, die sie "Crush" nannten, headlinte Shows im Fernsehen, als die meisten Promoter Frauenkämpfe noch als exotische Einlage abtaten. Heute, nach Jahren, in denen sie den Käfig gegen Filmstudios und seit Kurzem die alpine Ruhe Norditaliens eingetauscht hat, bricht Carano endlich ihr Schweigen.

Gina Carano in einem aktuellen Interview-Setting

In einem offenen und ehrlichen Gespräch, das diese Woche veröffentlicht wurde, setzte sich die 42-Jährige hin, um über alles zu sprechen: von ihrem Vermächtnis im Ring bis zu ihrem unerwarteten neuen Lebenskapitel, das sie mit Koffer in den Dolomiten lebt. Es ist die Art von Gespräch, auf die Fans seit Jahren gewartet haben – ohne PR-Filter, nur klare Worte von einer Frau, die schon immer ihren eigenen Weg gegangen ist.

Vom Pioniergeist nach Hollywood und zurück in die Berge

Caranos Weg verlief alles andere als geradlinig. Nachdem sie mit einer Bilanz, die immer noch beeindruckt (12-1-1), aus dem aktiven Wettkampfgeschäft ausstieg, stürzte sie sich kopfüber in die Schauspielerei, landete Rollen an der Seite von Schwergewichten wie Dwayne Johnson und später im Action-Thriller 'In The Blood' von 2014 – ein Film, in dem sie ihre Stunts selbst machte und alle daran erinnerte, warum sie einst als die härteste Frau der Welt galt. Doch in letzter Zeit hat sie das Rampenlicht Hollywoods gegen die rauen Pfade der italienischen Alpen eingetauscht.

"Ich musste durchatmen", gab sie während des Gesprächs zu und reflektierte dabei ihre Zeit bei Dreharbeiten zu einem Projekt in den Dolomiten. "Diese Berge haben eine ungezähmte Energie – sie klären den Kopf. Man denkt nicht an Drehbücher oder Verträge; man denkt nur daran, wie man zum nächsten Grat kommt." Das ist weit weg vom Brüllen der Menge in der Mandalay Bay, aber für Carano scheint es genau der richtige Ort im Moment zu sein.

Der Stand des Kampfsports: Eine ernüchternde Einschätzung

Natürlich kann man sich nicht mit Gina Carano zusammensetzen, ohne über den Sport zu sprechen, der sie berühmt gemacht hat. Und sie nahm kein Blatt vor den Mund. Auf die Frage nach der aktuellen Landschaft des Mixed Martial Arts – insbesondere der UFC – verzog sich ihr Gesicht. Es ist kein Geheimnis, dass sich viele Veteranen von der Organisation, die sie mitaufgebaut haben, entfremdet fühlen. Erst letzten Monat fand ihre Zeitgenossin Ronda Rousey deutliche Worte und nannte die Promotion "einen der schlechtesten Orte für Kämpfer", wenn es um langfristige Unterstützung und Respekt geht.

Carano nickte zustimmend. "Da hat Ronda nicht unrecht", sagte sie. "Wir haben für diese Firma geblutet – im wahrsten Sinne des Wortes. Wir waren diejenigen, die die Risiken eingegangen sind, unsere Gesundheit aufs Spiel gesetzt haben, und ja, das Geld war eine Zeitlang gut. Aber was kommt danach? Wo ist die Rente? Wo ist die Krankenversorgung für die Leute, die in diesem Käfig fast gestorben sind? Es ist ein knallhartes Geschäft, und ich glaube, vielen in der neueren Generation ist nicht bewusst, wie schnell es einen zermalmen und wieder ausspucken kann."

Sie hielt inne und fügte mit einem schiefen Lächeln hinzu: "Wahrscheinlich bin ich deshalb jetzt glücklicher, wenn ich in den Dolomiten wandere, als auf einer Pressekonferenz zu sitzen."

Was kommt als Nächstes für Gina Carano?

Was also hält die Zukunft für die Frau bereit, die einst eine Veranstaltung headlinte, die über eine Million Pay-per-View-Käufe erzielte? Laut ihrem Umfeld sollte man in nächster Zeit nicht mit einem Comeback im Käfig rechnen – auch wenn sie einen Grappling-Kampf "just for fun" nicht ausschloss. Stattdessen konzentriert sie sich darauf, eigene Inhalte zu produzieren, mit einem besonderen Interesse an Geschichten, die Action mit authentischer emotionaler Tiefe verbinden. Eher weniger Superheldenfilme, mehr so etwas wie 'In The Blood' trifft Alpen-Noir.

Hier ein kurzer Überblick, worauf Carano sich derzeit konzentriert:

  • Produzieren: Entwicklung eines Herzensprojekts, das in den italienischen Alpen spielt und das sie als "Fargo mit Kletterausrüstung" beschreibt.
  • Schreiben: Arbeit an einer Biografie, die ihr Leben vom Käfig bis zur Leinwand abdeckt, mit vielen "unbekannten Geschichten" aus den Anfangstagen des Frauen-MMA.
  • Engagement: Stille Unterstützung von Initiativen zur Verbesserung der Nachsorge für ehemalige Kämpfer.

Und wie steht es um die Möglichkeit, wieder in großem Stil in die Öffentlichkeit zu treten? "Sag niemals nie", grinste sie. "Aber wenn ich es tue, dann zu meinen Bedingungen. Ihr werdet mich nicht dabei sehen, wie ich einem Gürtel oder einem Gehaltsscheck hinterherjage. Wenn ich wieder ins Rampenlicht trete, dann weil die Geschichte es wert ist, erzählt zu werden."

Für eine ganze Generation von Fans, die mit ihr aufgewachsen ist und sie dominieren sah, ist das mehr als genug. Gina Carano hat den Käfig vielleicht hinter sich gelassen, aber ihre Stimme – und ihre einzigartige Perspektive auf den Kampfsport – war noch nie so wichtig wie heute.