Erdbeben der Stärke 2,6 vor der Küste von Yeongdeok in Gyeongsangbuk-do erschüttert das Ostmeer: Warum die Menschen dort unruhig sind
Am heutigen (14.) Nachmittag gab es vor der Küste von Yeongdeok in der Provinz Gyeongsangbuk-do leichte Erdstöße. Ein Erdbeben der Stärke 2,6 erschütterte das Meer 31 km östlich des Landkreises Yeongdeok. Aufgrund der flachen Lage des Epizentrums dürften die Bewohner in Yeongdeok, aber auch in Teilen von Ulsan und Pohang, einen deutlichen Ruck gespürt haben. Für die Menschen an der Ostküste ist solch ein Beben nichts, das man einfach so übergeht. Die Erinnerung an die verheerenden Tsunamis nach den großen Erdbeben in Japan ist noch immer allgegenwärtig.
Die heutigen Erschütterungen im Visier der Seismographen
Das Epizentrum dieses Bebens lag unter dem Meeresboden des Ostmeers, relativ nah an der Küste. Die Seismographen haben zweifellos das typische Muster eines flachen Erdbebens mit seinen charakteristischen seismischen Wellen aufgezeichnet. Der zeitliche Abstand zwischen dem Eintreffen der P- (Primärwellen) und S-Wellen (Sekundärwellen) war wahrscheinlich sehr gering. Wer sich zum Zeitpunkt des Bebens in der Nähe befand, könnte daher ein dumpfes Geräusch und ein kurzzeitiges, aber spürbares Schwanken von Gebäuden wahrgenommen haben. Glücklicherweise wurden bisher keine Schäden gemeldet.
Warum immer wieder das Ostmeer? Die seismologischen Besonderheiten dieser Region
Das Ostmeer gilt seit langem als die tektonisch aktivste Region der koreanischen Halbinsel. Plattentektonisch betrachtet ist es eine Zone, in der sich die Auswirkungen der unter den japanischen Archipel abtauchenden Pazifischen Platte direkt bemerkbar machen. Tatsächlich kommt es an der Ostküste regelmäßig zu Erdbeben mit einer Stärke um 3,0. Besonders die Gewässer vor Ulsan und die Region um Yeongdeok sind für ihre komplexen Verwerfungszonen bekannt. Auch das heutige Beben ist daher als natürliches Erdbeben in diesem geologischen Kontext zu betrachten.
Wie stark waren die Erschütterungen in den einzelnen Regionen?
Fasst man die Meldungen von der Küste zusammen, so war das Beben in einem größeren Gebiet zu spüren als zunächst erwartet.
- Landkreis Yeongdeok und Landkreis Uljin (Gyeongsangbuk-do): Intensität III (Im Gebäudeinneren, besonders in oberen Stockwerken, deutlich spürbar)
- Metropolstadt Ulsan, Stadt Gyeongju: Intensität II (In Ruhelage oder in oberen Stockwerken von Gebäuden von wenigen Personen wahrgenommen)
- Stadt Pohang, Teile der Metropolstadt Daegu: Intensität I (Kaum spürbar, aber von Messgeräten aufgezeichnet)
Besonders Bewohner von Hochhäusern könnten die Schwingungen deutlich wahrgenommen haben. Dies liegt daran, dass die langperiodischen seismischen Wellen mit hohen Gebäuden in Resonanz treten und sich dadurch verstärken können.
Besteht Tsunamigefahr? Derzeit noch Entwarnung
Bei dieser Stärke besteht selbstverständlich keine Gefahr eines Tsunamis. Die Topographie des Meeresbodens vor der Ostküste ist jedoch durch steile Abhänge gekennzeichnet. Sollte es in Japan zu einem starken Beben kommen, könnte ein Tsunami die koreanische Küste innerhalb von ein bis zwei Stunden erreichen. Auch wenn die See normalerweise ruhig ist – sobald die Erde bebt, ist es für die Menschen an der Ostküste ein Überlebensinstinkt, stets den "Fall der Fälle" im Hinterkopf zu haben.
Bereits im Jahr 2023 gab es vor der Küste von Yeongdeok ein Erdbeben der Stärke 3,1. Schon damals dachten viele: "Schon wieder Yeongdeok." Die Energie des heutigen Bebens war etwas geringer. Erfahrene Experten sehen darin jedoch ein Zeichen, dass die Bewegungen entlang der Verwerfungen noch nicht abgeschlossen sind. Betrachtet man den Entstehungsmechanismus, die Ausbreitungsgeschwindigkeit der seismischen Wellen und die Analyse des Epizentrums, ist es wahrscheinlich, dass es auch in Zukunft zu ähnlichen Erschütterungen an der Ostküste kommen wird.
Am späten Nachmittag werden wohl viele, die allein im Büro einen kurzen Ruck gespürt haben, zum Smartphone gegriffen haben, um nachzusehen. Erdbeben sind für uns keine unbekannte Katastrophe mehr. Dass die koreanische Halbinsel kein sicheres Pflaster mehr ist, brauchen wir nicht erst durch Forschungsergebnisse zu erfahren – wir spüren es am eigenen Leib. Auch wenn die Erschütterungen heute schwach waren, müssen wir weiter üben, aus ihnen die Bewegungen der Erdkruste auf der Halbinsel abzulesen.