Wetter Hamburg: Zwischen Nolde und "Tolles Wetter" – Der Norden bleibt ungemütlich
Moin. Wer gestern noch dachte, der Frühling macht mal Ernst, der wurde heute Morgen eines Besseren belehrt. Es ist wieder so weit: Das Wetter in Hamburg zeigt seine raue Seite. Pünktlich zur Wochenmitte zieht ein ordentliches Sturmtief über die Stadt – und ehrlich, ich sitz hier seit Jahrzehnten, aber so konstant ruppig war’s selten. Also: Mütze tief, Kragen hoch, und am besten gleich die richtige Musik anwerfen.
Sturmböen und Schauer: Was heute geht
Die Prognosen haben nicht übertrieben. Wer heute Vormittag rausgeht, kriegt die volle Dröhnung: eine dichte, graue Decke, immer wieder feine, aber hartnäckige Schauer. Dazu Wind. Kein Lüftchen, sondern Böen, die an der Elbe und in den höheren Lagen richtig fies um die Häuser pfeifen. Dieses Tief hat anscheinend richtig Bock, uns den ganzen Tag im Griff zu behalten. Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad – aber mit Wind fühlt es sich eher an wie Dezember. Trocken wird’s wohl erst nach Sonnenuntergang. Das ist die nackte Wahrheit.
Nolde in Hamburg: Kunst als Kontrastprogramm
Wenn draußen der Wind die Regenfahnen von den Landungsbrücken peitscht, weiß ich, wohin ich flüchte. Und dieses Mal ist die Flucht besonders reizvoll: die große Schau „Nolde in Hamburg“ in der Kunsthalle. Was für ein Kontrast zu diesem Sauwetter! Wer Nolde kennt, weiß: Hier trifft die raue nordische Seele auf pure Farbexplosionen. Nolde hat den Norden geliebt, aber er hat das Wetter nicht kopiert – er hat ihm eine eigene Welt entgegengestellt. Ein Besuch dort ist wie eine Trotzreaktion: draußen der Schietwedder, drinnen blühen die Blumen in den kühnsten Farben. Mehr Hamburg geht kaum.
- Was? Nolde in Hamburg – eine große Retrospektive
- Wo? Hamburger Kunsthalle
- Warum jetzt? Weil es genau das richtige Gegenstück zum heutigen Schmuddelwetter ist.
"Tolles Wetter" im CCH: Der Klassiker zum Aufwärmen
Und wenn man dann nach Hause kommt, die nassen Schuhe in die Ecke kickt und sich erstmal einen Tee einschenkt, gibt es nur eine Möglichkeit, dem Wetter musikalisch Paroli zu bieten. Udo Lindenberg. Wer erinnert sich nicht an die Aufnahme von "Tolles Wetter (Live At CCH Hamburg, Germany / 1979)"? Genau dieses Stück, dieser Moment im Congress Center Hamburg, wo Udo das Hamburger Publikum mit dem Song abholt. Das war keine gewöhnliche Show – das war eine Ansage. Der Text spiegelt genau dieses ur-hamburgische Gefühl: Es regnet, es stürmt, aber wir lassen uns die Laune nicht verderben. "Tolles Wetter" ist für mich die inoffizielle Hymne für Tage wie diesen. Als Udo damals auf der Bühne stand, da war jeder im Saal sofort auf seiner Seite. Man kann es sich fast bildlich vorstellen: der Wind gegen die Scheiben des CCH, drinnen flackerten die Lichter.
Der Soundtrack für den Schmuddelmittwoch
Also, liebe Hamburger, hier meine kleine, völlig subjektive Liste, was heute hilft:
- Früh: Dicke Jacke, Regenschirm – auch wenn er gleich umklappt, allein die Geste zählt.
- Mittag: Rein in die Kunsthalle, Nolde gucken. Farben tanken.
- Abend: Füße hoch, Tee oder ein kühles Pils, und die Anlage aufdrehen. "Tolles Wetter" von Udo, live vom CCH, auf voller Lautstärke.
Der Wind bleibt noch ’ne Weile, der Regen auch. Aber mit der richtigen Einstellung – und dem Bewusstsein, dass wir in einer Stadt leben, die Künstler wie Nolde und Musiker wie Udo hervorbringt – ist das Wetter doch nur eine Randnotiz. Halten wir durch. Und vergesst den Schirm nicht – schon allein aus Prinzip.