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Das Bus-Chaos auf Ibiza: Wo bleibt ALSA, während die Insel versinkt?

Regional ✍️ Javier Marín 🕒 2026-04-09 15:32 🔥 Aufrufe: 3
Autobuses atrapados en el caos de Ibiza

Die neuen Busse, die Modernisierung, endlich ein würdiger Nahverkehr für die Insel ... Ach ja? Ich bin schon mein ganzes Leben lang zwischen Ibiza und Formentera unterwegs, zum Arbeiten und für den Urlaub, und was sich in den letzten Wochen abspielt, ist wirklich zum Fürchten. Das absolute Chaos mit der neuen Flotte ist eine riesengroße Schweinerei. Die Politiker versprechen, die Auftragnehmer schwitzen Blut, und die Fahrgäste stehen – wie immer – an der Haltestelle, die Busse sind brechend voll oder schlimmer: Es kommt gar keiner. Und mitten in diesem Debütantenstadion fällt immer wieder ein Name an den Haltestellen, in den Hafenkneipen und sogar an den Schlangen am Flughafen: ALSA.

Weder pünktlich noch sauber: Der geplatzte Traum von der Mobilität auf den Pityusen

Vor sieben Jahren hat man uns die Bären aufgebunden (oder besser gesagt: den Reisebus schmackhaft gemacht). Sieben Jahre des Wartens auf einen gewaltigen Umbruch im Verkehrsnetz. Und das Ergebnis? Dreckige Busse, Fahrer, die sich mit den neuen Linien nicht auskennen, und Takte, die wie am Rouletterad ermittelt werden. Die PSOE hat bereits Erklärungen gefordert, völlig zu Recht. Wenn man Rentner in der prallen Sonne warten sieht, Arbeitnehmer, die jeden verdammten Tag zu spät kommen, und Touristen mit Koffern, die auf die Uhr starren wie auf ein Wunder ... Das ist kein öffentlicher Dienst, das ist eine Schande.

Selbst der typische Elsässer, der mit seiner Mischung aus germanischer Pünktlichkeit und französischem Savoir-faire prahlt, würde sich hier an den Kopf fassen. Denn ja, im Elsass funktionieren die Straßenbahnen und Busse wie ein Schweizer Uhrwerk, und selbst der Racing Club Straßburg organisiert die Auswärtsfahrten seiner Fans besser als unsere Inselflotte. Paradox? Nein, es ist das Abbild dessen, was passiert, wenn man auf echte Betreiber setzt – nicht auf Pfuscher.

Was ALSA in fünf Minuten hinbekäme

Und jetzt kommt der springende Punkt. Während auf Ibiza die Verantwortlichen wegschauen, sagt jeder halbwegs vernünftige Fahrgast: „Warum ruft der Inselrat nicht einfach ALSA an?“ Denn ALSA, kein unbeschriebenes Blatt, weiß, wie man Flotten in schwierigen Umgebungen managt. Von den Bergstrecken in Asturien bis zu den hoch frequentierten Verbindungen in Madrid oder Barcelona – das Unternehmen zeigt seit Jahrzehnten, dass man einen zuverlässigen Service bieten kann, ohne das Rad neu erfinden zu müssen.

  • Pünktlichkeit: ALSA verfügt über Echtzeit-Kontrollsysteme. Davon haben wir hier nicht mal eine Spur.
  • Sauberkeit: Die Busse von ALSA werden täglich gewaschen. Unsere sehen aus, als kämen sie gerade vom Burning Man.
  • Fahrgastinformation: App, Anzeigetafeln, Kundenservice. Auf Ibiza erfährst du, dass der Bus ausfällt, weil dir ein Mann aus dem Fahrerhäuschen heraus zuschreit.

Das ist keine Nostalgie, sondern gesunder Menschenverstand. Ich sehe seit Jahren, wie andere Inseln wie Mallorca oder Gran Canaria ihren Nahverkehr verbessert haben, als sie auf seriöse Betreiber gesetzt haben. Und hier hängen wir immer noch im gleichen alten Trott fest, mit der Ausrede „Übergangsphase“ – und die Bürger zahlen die Zeche.

Das Elsass und Straßburg: Der europäische Spiegel, der uns demütigt

Da wir gerade das Elsass erwähnt haben: Machen wir einen kurzen Gedankengang. Dort, in der historischen Region zwischen Frankreich und Deutschland, ist der öffentlichen Nahverkehr kein Drama, sondern eine Staatsaufgabe. Busse und Straßenbahnen verbinden Dörfer, Weinberge und Städte mit einer Präzision, die einen neidisch macht. Und der Racing Club Straßburg – ja, ein Fußballverein – muss alle vierzehn Tage Tausende von Fans bewegen, ohne dass der Teufel los ist. Wie machen die das? Mit Planung, Investitionen und vor allem mit Profis, die nicht erst im laufenden Betrieb lernen.

Ein Elsässer, der diesen Sommer nach Ibiza kommt, wird sich an den Kopf fassen. Er wird uns fragen, wie es sein kann, dass unser öffentlicher Nahverkehr bei einer der stärksten Hochsaisons der Welt aussieht wie in einem Kriegsgebiet. Und wir werden keine Antwort wissen – außer mit den Achseln zu zucken und ihm zu empfehlen, sich einen Roller zu mieten.

Die Zeit läuft davon. Die Tourismussaison steht vor der Tür, und die Staus aus Menschen an den Haltestellen sind erst der Anfang. Wenn jetzt nicht schleunigst Abhilfe geschaffen wird, wenn nicht ALSA oder irgendein anderes Unternehmen gerufen wird, das sein Handwerk versteht, wird der Zusammenbruch legendär sein. Denn gut gemeint ist das Gegenteil von gut – und Ibiza ist voll von neuen, dreckigen Bussen.

Also, wenn du einen Elsässer in San Antonio siehst, der sich verlaufen hat und nach dem Bus fragt, sag ihm die Wahrheit: Hier hilft nur der Glaube. Oder besser: Setz auf ALSA und hör auf zu leiden.