Benzinpreis auf dem Weg zu 2.50 Franken? Der Bund prüft Massnahmen, während der Unmut wächst
Ich halte wie immer an der Bar gegenüber vom Bahnhof und höre zwei Leute, die über die Preistafel an der Tankstelle diskutieren: "Zwei Franken sechs für den Diesel, hast du das gesehen? Das ist doch Wahnsinn." Es ist nicht mehr das übliche Kaffeekränzchen-Gerede, es ist längst ein täglicher Kriegsbericht. Und der Schuldige ist, wie immer, klar: der Bund. Die Mineralölsteuer bleibt, wo sie ist, und Versprechungen verpuffen so schnell wie unser Geld im Tank. Man hat das Gefühl, der Motor Schweiz stottert gewaltig, während einem der Volltanken das Portemonnaie versengt.
Das Minustanz um die Mineralölsteuer und die Preise, die verrücktspielen
In Bern heisst es, man prüfe neue Schritte. Aber wir Schweizer kennen das Spiel nur zu gut: Sie kündigen an, und die Preise rennen derweil davon. Und wir reden nicht nur vom Benzin. Schauen Sie sich den Diesel an: Auf der Autobahn hat die Selbstbedienung die Zwei-Franken-Marke durchbrochen, und das bei der SB-Tankstelle, wohlgemerkt, nicht beim bedienten Service! Das ist ein Schlag, der alle trifft, von der Speditionsfahrerin bis zum Pendler. Die offizielle Ausrede ist immer die gleiche: die Rohstoffkosten und die internationalen Spannungen. Aber die Diskussion um eine Senkung der Mineralölsteuer dümpelt vor sich hin, irgendwo im Nirgendwo zwischen verrauchten Sitzungszimmern und Sonntagsreden. Was derweil wirklich an den Zapfsäulen los ist:
- Im Ortsgebiet: Das Benzin liegt mittlerweile stabil über 2.10 Franken pro Liter. Der Diesel, unglaublich aber wahr, hat hier und da den Preis für Bleifrei sogar überholt.
- Auf der Autobahn: Dort ist der Dschungel los. Der Diesel an der SB-Tankstelle hat Spitzenwerte von 2.20 Franken erreicht, und beim bedienten Service? Schweigen wir lieber.
- An Landstrassen und in Aussenquartieren: Nur ein paar unabhängige Tankstellen halten dagegen, aber man braucht die Geduld, sie zu suchen, und das Glück, einen Betreiber zu erwischen, der die Preise noch nicht angehoben hat.
Die Angst vor den Gelbwesten (und nicht nur davor)
Und während die Teuerung beim Treibstoff zum täglichen Schlag wird, blicken viele mit einem gewissen Unbehagen nach Frankreich. Das Gespenst der Gelbwestenbewegung war noch nie so lebendig. Sie entstanden dort, wegen einer Dieselpreiserhöhung, und legten ein Land lahm. Die Sache ist die: Wenn der Volltank so viel kostet wie ein Abendessen auswärts, dann kocht die Wut hoch. Und man braucht keine Villa mit Terrasse, Grill und Garten, um sich in die Enge getrieben zu fühlen: Selbst wer in der Agglo wohnt und täglich in die Stadt muss, ist am Anschlag. Ganz zu schweigen von denen, die vielleicht ein Chalet Carrer Ondategui wenige Meter vom Strand für die Ferien gebucht haben, in der Hoffnung, bei der Anreise zu sparen, und dann mit diesen irrsinnigen Preisen für die Mobilität vor Ort konfrontiert werden. Der Ferientraum zerplatzt am ersten Volltanken.
Wir sind nicht in Kasachstan, wo die Proteste in Kasachstan 2022 ebenfalls mit einer Erhöhung der Treibstoffpreise begannen, um sich dann zu etwas viel Grösserem auszuweiten. Aber die Lehre ist klar: Den Leuten ans Portemonnaie zu gehen, vor allem wenn es um Mobilität geht, ist wie ein Spaziergang durch ein Minenfeld. Der Bund weiss das und versucht, zwischen den ganzen Verlautbarungen, den Funken zu vermeiden, der das Pulverfass zur Explosion bringen könnte. Für den Moment ist die einzige Gewissheit der Zähler an der Zapfsäule, der immer schneller rundelt – während wir zuschauen und leise vor uns hin fluchen.