Aleksandr Bublik und der verwehrte Tweener: Die (beinahe) Magie von Indian Wells 2026

Es war einmal der Tweener von Aleksandr Bublik... oder doch nicht? In Indian Wells 2026 gab es zumindest einen Versuch. Nur schade, dass auf der anderen Seite des Netzes Kopriva stand – einer, der nicht für Spässe zu haben ist. Der Kasache, bekannt für seine Showeinlagen, wollte sich mit einem Schlag durch die Beine retten, doch der Tscheche durchschaute die Aktion und konterte mit einem präzisen Passierschlag, der das Publikum verstummen liess. Die kalifornische Wüste hielt für einen Moment den Atem an, dann brandete Applaus für beide auf: für Bubliks Wagemut und Koprivas Coolness.
Diese Aufnahme geht um die Welt
Wir sassen da auf der Tribüne, als Alexander Bublik – wie ihn seine engsten Freunde nennen – diesen Wahnsinn auspackte. Unter Druck, an der Grundlinie, statt auf Sicherheit zu spielen, spreizte er die Beine und schlug den Ball zwischen ihnen hindurch. Es wirkte wie eine Nummer aus der Showkiste, aber hier ging es um einen wichtigen Breakball. Kopriva fiel jedoch nicht darauf herein: Er ahnte die Flugbahn voraus und setzte ihn mit einem langen Vorhandschlag ins Leere. Das Ergebnis? Ein verlorener Punkt, aber ein Bild für die Ewigkeit. Denn Alexander Bublik, Jahrgang 1997, ist einfach so: Ein Jongleur, der keine Angst vor Fehlern hat.
Warum wir Bublik lieben (trotz allem)
Wer die Tour verfolgt, weiss: Aleksandr Bublik ist der Anti-Star par excellence. Weit entfernt von den Tennisrobotern, die immer die gleichen Muster abspulen, spielt er aus dem Bauch heraus und beschert uns pure Unterhaltung. Hier sind drei Dinge, die ihn einzigartig machen:
- Der verpasste Tweener: In Indian Wells hat's nicht geklappt, aber in seiner Karriere sind ihm schon legendäre gelungen. Es bleibt sein Markenzeichen.
- Der Aufschlag aus einer anderen Galaxie: Wenn der erste kommt, ist er wie ein Geschoss. Im Match gegen Kopriva jagte er einen mit 220 km/h durch die Box, dass es nur so pfiff.
- Die Selbstironie: Nach dem längsten Ballwechsel des Matches – den Kopriva mit einem Stoppball für sich entschied – musste Bublik einfach lachen, ganz nach dem Motto "den merk ich mir".
In einer Welt von austauschbaren Athleten ist Alexander Bublik der letzte Menschliche: Er scheitert, aber er versucht Dinge, die sich sonst keiner traut. Und genau das, liebe Leserinnen und Leser, ist es, was uns am Tennis immer wieder aufs Neue begeistert.
Und nach Indian Wells?
Der Kasache wird das Turnier im Coachella-Tal ohne grosse Reue verlassen. Schon jetzt bereitet er sich auf die nächste Herausforderung vor, wahrscheinlich auf Rasen, seinem Lieblingsbelag. Egal, ob er gewinnt oder verliert: Er wird uns weiterhin mit verbotenen Schlägen begeistern, uns zum Lachen bringen und unser Herz höherschlagen lassen. Vielleicht versucht er es ja im nächsten Turnier wieder mit dem Tweener – und vielleicht klappt es diesmal. Wir werden jedenfalls gebannt vor dem Bildschirm sitzen und auf seinen nächsten magischen Moment warten.