Wie Pakistan die Krise im Griff hat: Vom ODI-Bat-Griff bis zum Akku-Pack – Leben unter dem Ölpreis-Schock
Wenn dir der Chai-Verkäufer an der Ecke erzählt, er müsse jetzt am Zucker sparen, weil sogar das Gripseal-Klebeband für seinen undichten Wasserkocher teurer geworden ist, dann weisst du: Die Lage ist ernst. Das ist Karachi im März. Die Krise um den Iran hat die globalen Ölmärkte durcheinandergewirbelt, und für uns hier im benachbarten Pakistan ist das keine Schlagzeile, die uns kalt lässt – es ist der Grund, warum das Taxameter deines Auto-walas schneller läuft als dein Herzschlag.
Überall sieht man Leute, die versuchen, ihren Alltag neu in den Griff zu bekommen. Der plötzliche Sparkurs der Regierung – Homeoffice-Anordnungen, Gehaltskürzungen für die hohen Tiere und ein Verbot von nicht notwendigen Auslandsreisen für Minister – fühlt sich an wie ein kollektives Luftholen. Wir kennen Preiserhöhungen, aber diesmal ist die Hitze eine andere. Sie liegt in der Luft, in den Warteschlangen und in der Art, wie wir unsere Sachen etwas fester halten.
Die Kamera blinzelt nie, aber die Hände schon
Draussen auf den Strassen schuften die Nachrichtenteams im Doppelschicht. Ich traf einen alten Kumpel, der für einen lokalen Sender filmt; er tauschte gerade sein Equipment aus und fluchte leise vor sich hin. "Der Batteriegriff ist hinüber", sagte er und klopfte auf seine Canon. "Finde kein Ladegerät, das mit diesen ständigen Stromausfällen klarkommt." Sein Kameragriff war mit abgenutztem Tape umwickelt – wahrscheinlich dem gleichen Gripseal, den der Chai-Verkäufer benutzt. Für ihn sind eine ruhige Hand und ein voller Akku das Einzige, was zwischen einer Story und einem verwackelten Film steht. Und bei den brodelnden Protesten an den Tankstellen braucht er beides.
Vom Golfrasen zum Gully-Cricket-Platz
Natürlich spürt nicht jeder die Zange gleich stark. Oben im Club in Islamabad sieht man immer noch die Elite an ihrem Golfschwung feilen, als ob die Rohölpreise nur eine Zahl auf einem Bildschirm wären. Aber auch sie bleiben nicht verschont – es heisst, die grossen Dinners im Club wurden durch kleinere, stillere Runden ersetzt. In den engen Gassen Lahores hingegen flicken die Jungs alte Tennisbälle und streiten sich, wer den besten ODI-Griff an seinem Schläger hat. Einer sagte zu mir: "Bhai, wenn die Wirtschaft zusammenbricht, haben wir wenigstens noch Tape und einen Schläger." Das ist die richtige Einstellung – wenn du das Land nicht retten kannst, sorgst du wenigstens dafür, dass der Griff am Schläger sitzt.
So sieht die neue Normalität aus
Der Plan der Regierung, erst vor Tagen angekündigt, ist umfassend:
- Homeoffice für 50% der Mitarbeiter in Grossstädten, um Treibstoff zu sparen.
- 15% Gehaltskürzung für Premierminister, Minister und Berater.
- Verbot von Flügen in der ersten Klasse für Regierungsbeamte.
- Verpflichtende Gripseal-Kontrollen? Okay, das letzte habe ich erfunden, aber ehrlich, bei der Art, wie hier alle ihre alten Sachen flicken, könnte das genauso gut eine Verordnung sein.
In den Tech-Hubs bedeutet die Homeoffice-Verordnung, dass Laptops länger als je zuvor mit Ersatzakkus laufen müssen. Ich habe Typen gesehen, die zusätzliche Batteriegriffe von alten Kameraausrüstungen zweckentfremden, um ihre Router während der Stromausfälle am Laufen zu halten. Verzweifelte Zeiten erfordern kreative Massnahmen.
Festhalten
Was ist also die Erkenntnis? Vielleicht, dass Pakistaner Meister im festen Griff sind. Ob ein Schlagmann gegen einen schnellen Bowler, ein Fotograf, der in einer Menschenmenge den Fokus hält, oder eine Familie, die einen Liter Milch auf zwei Mahlzeiten streckt – wir wissen, wie man durchhält. Die kommenden Wochen werden diese Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen. Die Ölkrise dreht sich nicht nur um Treibstoff; es geht darum, wie wir unsere Häuser mit Strom versorgen, wie wir zur Arbeit kommen und wie wir unsere Stimmung aufrechterhalten.
Für jetzt gehe ich mal los und besorge etwas Gripseal für meinen eigenen tropfenden Wasserhahn. Denn wenn die Welt uns schon in die Zange nimmt, können wir ja auch mal zurückdrücken.