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Oranje-Frauen beweisen in Polen Meistermentalität: Warum dieser Sieg mehr als drei Punkte ist

Sport ✍️ Mark de Vries 🕒 2026-03-03 20:23 🔥 Aufrufe: 3

Oranje-Frauen feiern Tor in Polen

Letztes Wochenende stand ich in Polen an der Seitenlinie. Es war kein Abend, den man so schnell vergisst. Jill Roord brachte die Oranje-Frauen kurz nach der Pause in einem packenden WM-Qualifikationskrimi in Führung. Das 1:0 reichte schliesslich, um die drei Punkte mit nach Hause zu nehmen, aber wer genau hinsah, merkte: Dieser Sieg geht viel tiefer als ein paar Punkte in der Tabelle. Es war ein Statement.

Bondscoach Arjan Veurink hatte vorab seine Karten offen auf den Tisch gelegt. Er wollte Charakter sehen, Widerstände überwinden – und genau das sah ich in diesem stickigen Stadion in Polen. Polen ist zuhause immer unangenehm, mit einer physisch starken Mannschaft, die bis zur letzten Sekunde jagt. Doch diese Generation niederländischer Fussballerinnen ist mittlerweile durchdrungen von einer Meistermentalität, die ihren Ursprung im glorreichen Sommer 2017 hat.

Wer erinnert sich nicht an die Fussball-Europameisterschaft der Frauen 2017 im eigenen Land? Dieser Triumph war der Katalysator für alles, was danach kam. Plötzlich wollten Mädchen im ganzen Land nichts lieber als Fussball spielen, und die Spielerinnen-Gruppe etablierte sich in Europa. Das Spiel gegen Polen war ein perfektes Beispiel für diese Reifung: nicht immer schön, aber effektiv und mit einem unbezähmbaren Willen.

Mehr als Fussball: Der Aufschwung des Frauensports

Der Erfolg der Oranje-Frauen steht nicht für sich allein. Wer die breitere Sportentwicklung verfolgt, sieht eine Welle. Nehmen wir zum Beispiel die Volleyball-Weltmeisterschaft der Frauen 2022. Die niederländischen Volleyballerinnen haben gezeigt, dass sie mit der Weltspitze mithalten können, und inspirieren damit, genau wie die Fussballerinnen, eine neue Generation. Diese Sichtbarkeit ist Gold wert, auch für Sponsoren.

Waren Unternehmen vor zehn Jahren noch zögerlich, in den Frauensport zu investieren, stehen sie heute Schlange. Und das zu Recht. Die Einschaltquoten des Spiels gegen Polen sprachen Bände: Mehr Menschen sahen diesen Qualifikationskrimi als so manches Eredivisie-Duell. Genau das ist der Punkt, an dem der kommerzielle Motor anspringt. Marken wie ING, Philips und ABN AMRO beginnen zu verstehen, dass Investitionen in den Frauenfussball nicht nur gesellschaftlich verantwortungsvoll sind, sondern sich ganz einfach richtig auszahlen.

Die Konkurrenz schläft nicht

Trotzdem dürfen wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Die Gegner werden stärker. Man sehe sich die Rumänische Fussballnationalmannschaft der Frauen an – einst ein Massstab für uns, heute ein Team, das uns auf Trab hält. Oder die Entwicklungen in Osteuropa: Die Ungarische Fussballnationalmannschaft (Männer) kämpft seit Jahren mit Schwankungen, aber die Frauenteams in der Region profitieren von besseren Einrichtungen und mehr Aufmerksamkeit. Sogar die Weissrussische Fussballnationalmannschaft arbeitet still und leise daran. Der Abstand wird kleiner, also zählt jeder Punkt.

Was diesen Sieg in Polen so wertvoll macht, ist, dass er zeigt, dass die Oranje-Frauen auch an einem schlechteren Tag gewinnen können. Das ist der nächste Schritt in der Professionalisierung. Früher verloren wir solche Spiele, heute reissen wir sie rum.

  • Jill Roord – Matchwinnerin mit ihrem Tor in Polen, erneut wichtig im Mittelfeld.
  • Arjan Veurink – der Coach, der genau weiss, wann er ankurbeln und wann er beschützen muss.
  • Nächste Hürde – Rumänien zuhause in der Arena, die grosse Chance, die Konkurrenz endgültig abzuschütteln.

Und dann ist da noch die Parallele zu den Männern. Während die Ungarische Fussballnationalmannschaft nach Identität sucht und die Weissrussische Fussballnationalmannschaft unter politischer Isolation leidet, zeigen unsere Oranje-Frauen, dass sich Stabilität und eine klare Vision auszahlen. Sie sind das Aushängeschild einer niederländischen Fussballkultur, die immer geschlechtsneutraler denkt. Und das ist nicht nur gut für den Sport, sondern auch für die Portemonnaies von Vereinen, Verbänden und Investoren.

In den kommenden Monaten werden wir sehen, ob dieses Team den nächsten Schritt machen kann. Die WM lockt, und mit Leistungen wie in Polen wächst auch die kommerzielle Anziehungskraft weiter. Ich prophezeie, dass wir bald nicht mehr über 'Frauenfussball' als Nische sprechen, sondern einfach über Fussball. Und genau darauf wartet der Markt.

Eines ist sicher: Nach dem Abend in Polen freue ich mich noch ein bisschen mehr auf das Heimspiel gegen Rumänien. Die Oranje-Frauen sind auf Betriebstemperatur, und ich glaube nicht, dass sie noch jemand stoppen kann.