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Johannes Kopf: «Besonders schwierig» – AMS-Chef spricht Klartext zur Arbeitslosigkeit in der Schweiz

Gesellschaft ✍️ Lukas Wagner 🕒 2026-03-06 18:03 🔥 Aufrufe: 1
Johannes Kopf, AMS-Chef, an einer Pressekonferenz

Man kennt das ja: Wenn der Johannes Kopf etwas sagt, dann horcht die ganze Schweiz auf. Der Chef vom AMS hat in den letzten Wochen wieder einmal Klartext geredet. Die Lage am Arbeitsmarkt sei «besonders schwierig», vor allem für eine Gruppe, die oft übersehen wird: Menschen über 50. Und speziell jene, die in Führungspositionen waren oder es noch sein könnten. Da geht's nicht nur um Zahlen, da geht's um Lebensleistung und ums Gefühl, plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden. Kopf haut da keine Floskeln raus, sondern redet Tacheles.

Die Ü50-Falle: Wenn Erfahrung plötzlich zählt – aber andersrum

Was der AMS-Chef da anspricht, kennt jeder, der schon mal länger einen Job gesucht hat: Firmen suchen händeringend Leute, aber wenn der Lebenslauf «zu erfahren» aussieht, wird's schwierig. Kopf hat in einem Interview klargemacht, dass wir uns da als Gesellschaft etwas einfallen lassen müssen. Die Demografie spielt gegen uns – die Babyboomer gehen in Rente, aber die Jungen rücken nicht eins zu eins nach. Gleichzeitig sitzen Tausende qualifizierte Stellensuchende über 50 zu Hause und könnten eigentlich sofort loslegen. Das ist nicht nur wirtschaftlicher Unsinn, sondern auch sozialer Zündstoff. Kopf fordert deshalb mehr Weiterbildung und vor allem ein Umdenken in den Personalabteilungen.

Salome, Dinosaurierfedern und der lange Atem

Irgendwie muss ich da an ein altes Bild denken: Salome mit dem Kopf von Johannes dem Täufer. Klingt brutal, passt aber manchmal zu dem, was am Arbeitsmarkt passiert. Da wird über Nacht der Kopf abgeschnitten, nur weil jemand ein gewisses Alter erreicht hat. Dabei wäre doch gerade jetzt Erfahrung gefragt, wie man sie nur nach Jahrzehnten im Beruf hat. Es ist ein bisschen wie mit den Dinosaurierfedern: Die hatten die Dinos ja auch nicht nur zum Fliegen, sondern zur Wärmeisolierung und zur Zurschaustellung. Ältere Arbeitnehmende bringen so viel mit – Netzwerke, Ruhe, Weitblick. Aber viele Firmen starren nur aufs Geburtsdatum und übersehen das Potenzial. Dabei wäre der Spruch «Kopf hoch, Johannes!» genau das richtige Motto für alle, die gerade im Bewerbungsdschungel stecken. Nicht unterkriegen lassen, die eigene Erfahrung als Pluspunkt verkaufen – auch wenn's manchmal zäh ist.

Was Johannes Kopf in seinen jüngsten Auftritten besonders betont hat, sind ein paar klare Punkte:

  • Die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen ist strukturell, nicht konjunkturell.
  • Firmen müssen umdenken: Alter ist kein Defizit, sondern oft ein Stabilitätsfaktor.
  • Das AMS will mit speziellen Programmen gegensteuern – aber allein kann die Behörde das nicht stemmen.
  • Weiterbildung muss für Ältere genauso selbstverständlich werden wie für Berufseinsteiger.

Klar ist: Der Mann hat keine leichte Aufgabe. Er muss zwischen Budgetzwängen, politischen Vorgaben und den realen Sorgen der Leute jonglieren. Aber genau deshalb tut es gut, wenn jemand wie Kopf nicht um den heissen Brei redet, sondern sagt, wo's langgeht. Die Ansage ist gemacht – jetzt sind die anderen am Zug. Und wir? Wir halten den Kopf hoch, egal wie alt wir sind. Denn eines zeigt die Diskussion um die Dinosaurierfedern ja auch: Manchmal muss man sich neu erfinden, um zu überleben. Aber die Basis – die Erfahrung, das Wissen – die bleibt.