Johannes Kopf: "Besonders schwierig" – AMS-Chef macht klare Ansage zur Arbeitslosigkeit in Österreich
Man kennt das ja: Wenn der Johannes Kopf etwas sagt, dann horcht ganz Österreich auf. Der Chef des AMS hat in den letzten Wochen wieder einmal klare Kante gezeigt. Die Lage am Arbeitsmarkt sei „besonders schwierig“, vor allem für eine Gruppe, die oft übersehen wird: Menschen über 50. Und speziell jene, die in Führungspositionen waren oder es noch sein könnten. Da geht's nicht nur um Zahlen, da geht's um Lebensleistung und ums Gefühl, plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden. Kopf haut da keine Floskeln raus, sondern redet Tacheles.
Die Ü50-Falle: Wenn Erfahrung plötzlich zählt – aber andersrum
Was der AMS-Chef da anspricht, kennt jeder, der schon mal länger einen Job gesucht hat: Unternehmen suchen händeringend Leute, aber wenn der Lebenslauf „zu erfahren“ aussieht, wird's schwierig. Kopf hat in einem Interview klar gemacht, dass wir uns da als Gesellschaft was einfallen lassen müssen. Die Demografie spielt gegen uns – die Boomer gehen in Rente, aber die Jungen rücken nicht eins zu eins nach. Gleichzeitig sitzen Tausende qualifizierte Ü50-Jobsuchende zu Hause und könnten eigentlich sofort loslegen. Das ist nicht nur ein wirtschaftlicher Unsinn, sondern auch ein sozialer Sprengsatz. Kopf fordert deshalb mehr Weiterbildung und vor allem ein Umdenken in den Personalabteilungen.
Salome, Dinosaurierfedern und der lange Atem
Irgendwie muss ich da an ein altes Bild denken: Salome mit dem Kopf des hl. Johannes des Täufers. Klingt brutal, passt aber manchmal zu dem, was am Arbeitsmarkt passiert. Da wird über Nacht der Kopf abgeschnitten, nur weil jemand ein gewisses Alter erreicht hat. Dabei wäre doch gerade jetzt Erfahrung gefragt, wie sie nur Jahrzehnte im Beruf bringen. Es ist ein bisschen wie mit den Dinosaurierfedern: Die hatten die Dinos ja auch nicht nur zum Fliegen, sondern zur Wärmeisolierung und zur Schau. Ältere Arbeitnehmer bringen so viel mit – Netzwerke, Ruhe, Weitblick. Aber viele Firmen starren nur aufs Geburtsdatum und übersehen das Potenzial. Dabei wäre der Spruch „Kopf hoch, Johannes!“ genau das richtige Motto für alle, die gerade im Bewerbungsdschungel stecken. Nicht unterkriegen lassen, die eigene Erfahrung als Pluspunkt verkaufen – auch wenn's manchmal zäh ist.
Was Johannes Kopf in seinen jüngsten Auftritten besonders betont hat, sind ein paar klare Punkte:
- Die Arbeitslosigkeit bei den Über-50-Jährigen ist strukturell, nicht konjunkturell.
- Firmen müssen umdenken: Alter ist kein Defizit, sondern oft ein Stabilitätsfaktor.
- Das AMS will mit speziellen Programmen gegensteuern – aber allein kann die Behörde das nicht stemmen.
- Weiterbildung muss für Ältere genauso selbstverständlich werden wie für Berufseinsteiger.
Klar ist: Der Mann hat keine leichte Aufgabe. Er muss zwischen Budgetzwängen, politischen Vorgaben und den realen Sorgen der Leute jonglieren. Aber genau deshalb tut es gut, wenn jemand wie Kopf nicht um den heißen Brei redet, sondern sagt, wo's langgeht. Die Ansage ist gemacht – jetzt sind die anderen am Zug. Und wir? Wir halten den Kopf hoch, egal wie alt wir sind. Denn eines zeigt die Diskussion um die Dinosaurierfedern ja auch: Manchmal muss man sich neu erfinden, um zu überleben. Aber die Basis – die Erfahrung, das Wissen – die bleibt.