Startseite > Gesellschaft > Artikel

Zeitumstellung März 2026: Eine Stunde weg – war es das nun endgültig?

Gesellschaft ✍️ Jean-Baptiste Moreau 🕒 2026-03-16 07:33 🔥 Aufrufe: 1
Zeitumstellung Frühling 2026

Diese Nacht wird uns allen ein kleines Stück Zeit geraubt. In der Nacht von Samstag auf Sonntag, genau um 2 Uhr morgens, springt die Uhr auf 3 Uhr. Wir stellen auf Sommerzeit um. Für viele heisst das: Am Sonntagmorgen verdrossen vor dem Wecker sitzen und realisieren, dass einem sechzig Minuten wertvollen Schlafs gestohlen wurden. Eine regelrechte Morgenversion der "Ärmsten", inklusive schwarzem Kaffee und Augenringen.

Ich erzähle Ihnen nichts Neues: Dieses grosse Uhren-Karussell kennen wir in- und auswendig. Doch dieser März 2026 hat so einen Hauch von "könnte das letzte Mal gewesen sein" in der Luft. Die Debatte, die wie ein alter Groll vor sich hin köchelt, kommt mit neuer, unerwarteter Schärfe hoch. Überall wird darüber geredet, an der Kaffeemaschine, beim Bäcker, und vor allem an den Quartierstreffen.

Eine Bürgerversammlung mit Zündstoff

Ich habe den Donnerstagabend an einer öffentlichen Versammlung im 11. Arrondissement verbracht. Das offizielle Thema? "Die Zukunft der Zürcher Zeitzone". Hinter diesem sperrigen Titel verbarg sich ein voller Saal, Menschen jeden Alters, bereit zur Diskussion. Der zuständige Stadtrat für öffentliche Arbeiten bekam am Ende eine richtige Standpauke zu hören. Als er eine mögliche Abschaffung der Zeitumstellung ab 2027 erwähnte, rief eine Frau in der dritten Reihe mit einem Augenzwinkern: "Wir wissen ja jetzt schon kaum, wie spät es ist mit den S-Bahn-Verspätungen – wenn wir dann auch noch nie mehr die Zeit umstellen..." Ganz unrecht hatte sie nicht. Die Stimmung war elektrisch, aber voller dieser typisch raunzigen guten Laune, die man in Zürich so schätzt. Man spürt: Das ist kein Thema für Technokraten in Brüssel allein; es betrifft den Alltag, das Abendlicht, die Müdigkeit der Kinder.

Warum uns diese Nacht vom 29. März so mitnimmt

Man sollte die Auswirkungen dieser einen Umstellung nicht unterschätzen. Die Schlafspezialisten, die ich nach besagter Versammlung an der Bar getroffen habe, sagen: Unser Körper braucht manchmal eine Woche, um sich anzupassen. Wir springen von der Sonnenzeit auf die Zeit fürs Feierabendbier, die einfach nicht kommen will. Um den Schock besser zu überstehen, hier ein paar Profi-Tipps:

  • Gehen Sie ab Freitag 15 Minuten früher ins Bett. Ja, ich weiss, nervt, aber es hilft, am Montagmorgen nicht wie ein Zombie auszusehen.
  • Stellen Sie Ihre Uhren am Samstagabend vor dem Schlafengehen vor. Nichts ist schlimmer, als am Sonntag mit einer Stunde Verspätung aufzuwachen und die frischen Gipfeli zu verpassen.
  • Suchen Sie am Sonntagmorgen gleich nach dem Aufwachen das Tageslicht. Ein kleiner Spaziergang, auch bei Schmuddelwetter, um dem Hirn zu sagen: "Los, alter Freund, neuer Rhythmus!".

Und jetzt: Schluss mit dem Zirkus?

Die Frage kommt mit jeder Zeitumstellung wieder auf: Hört dieser Zirkus endlich auf? Europa redet darüber, die Schweiz auch, aber wie schon jemand sagte: "Es muss sich etwas ändern, damit alles bleibt, wie es ist." Die einen wollen das ganze Jahr die Sommerzeit, die anderen die Winterzeit. Ich persönlich wäre für die dauerhafte Apéro-Zeit, aber ich glaube, die Lobby der frühen Dunkelheit ist nicht einverstanden. Bis dahin gilt: Am Sonntag werden die Uhren vorgestellt. Und am Montag sind wir dann alle etwas müder, haben aber dafür abends eine Stunde mehr Licht. Das ist doch auch etwas, oder?